Kapitel 98

1194 Words
Der Raum hielt noch immer die Hitze ihrer gemeinsamen Momente. Der weiche Geruch von Schweiß und Haut vermischte sich mit der schwachen, nachklingenden Magie ihres Bandes — pulsierend durch sie, durch sie alle, sie miteinander verankernd. Charises Wolf gurrte leise, ein sanftes Vibrieren unter ihrer Haut, und sie spürte, wie es sich um das Band wand, zustimmend murmelte, voller Freude. Endlich. Endlich gehören sie alle dir. Ihr Atem beruhigte sich langsam, die Nachbeben der Erlösung gingen in Wärme über, und sie ließ sich in das Gewicht von ihnen um sie herum sinken, spürte jeden Puls, jeden Herzschlag, jede subtile Bewegung der Körper, die sich eng an sie drückten. Die Intimität war mehrschichtig — nicht nur körperlich, sondern emotional, magisch, unzerbrechlich. Pagan bewegte sich leicht, Hitze strahlte von ihm aus, als er sich hinunterbeugte, die Lippen über die Seite ihres Halses strichen. Ein Finger zeichnete über ihr Schlüsselbein, neckte leicht, und sie spürte sein Grinsen in der Vibration seiner Berührung. Seine Stimme senkte sich, reich und gefährlich, wand sich um ihre Wirbelsäule. „Du denkst nicht, dass wir schon mit dir fertig sind, kleiner Sturm“, flüsterte er, jedes Wort eine Liebkosung und ein Versprechen. Ein Schauder lief durch sie. Ihr Wolf regte sich, wand sich enger um das Band, als die Vorfreude erneut durch ihre Adern flackerte. Charise atmete langsam aus, ein Lächeln zog an ihren Lippen, als sie den magnetischen Sog der noch vor ihr liegenden Nacht spürte — Hitze, In-Besitz-Nehmen und die unbestreitbare Präsenz all ihrer drei Alphas um sie herum. Der Raum war still, schwer von ihrem Duft und ihrer Wärme, doch aufgeladen mit dem Versprechen von mehr. Für den Moment ließ sie sich ruhen, die Arme über Lyon und Pagan gelegt, ein Bein streifte Merricks, spürte den Puls ihres geteilten Anspruchs, während die Nacht sich vor ihnen ausdehnte — unendlich, intim und vollkommen ihr. Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, doch goldenes Licht ergoss sich durch die breiten Fenster des Schlafzimmers und tauchte den Raum in gedämpfte Wärme. Charises Augen flatterten auf, schwerlidrig, die Laken schlangen sich um ihre nackten Beine. Das schwache Summen des Bandes zog sich durch ihre Haut, ein sanfter Puls, der sie daran erinnerte, dass sie nicht allein war. Sie war nie allein. Nicht mit ihnen. Ihr Blick wanderte über das Bett. Lyon lag am Fußende, den Kopf auf einen Ellbogen gestützt, und beobachtete sie mit diesem halben Lächeln, das ihre Brust immer eng werden ließ. Sein Haar fing das Morgenlicht ein, und sie konnte dem kleinen Drang nicht widerstehen, mit den Fingern hindurchzufahren. Pagan lümmelte auf der anderen Seite, brummelte im Schlaf, ein Arm über die Seite geworfen, als könnte die Welt draußen allein durch die bloße Kraft seiner Präsenz ferngehalten werden. Selbst in der Ruhe strahlte Hitze von ihm aus — ein stetiges, starkes Feuer, das durch das Band pulsierte. Merrick saß aufrecht gegen das Kopfende gelehnt, scharf und still sogar in der Ruhe, den Blick auf sie gerichtet. Seine Augen waren ruhig, berechnend, doch der schwache Schwung seiner Lippen verriet diese private Belustigung, die er vor ihr nie verbarg. Charise streckte sich, lang und bewusst, das Gefühl der Laken und der Wärme ihrer Körper, die sich eng an sie drückten, ließ sie leise seufzen. Ihre Hand strich über Lyons Schulter, spürte den Muskel darunter, und er bewegte sich gerade genug, um ihren Fingern entgegenzukommen, die Augen leuchteten mit diesem neckenden Glanz. „Guten Morgen“, murmelte er, die Stimme tief, glatt, neckend auf eine Weise, die ihren Puls immer beschleunigte, noch bevor der Tag begonnen hatte. „Guten Morgen“, flüsterte sie zurück, die Stimme noch heiser vom Schlaf. Pagan stöhnte, rollte sich auf die Seite und sah sie mit einem Stirnrunzeln an, das eher liebenswert als bedrohlich war. „Morgen ist eine Strafe“, murmelte er. „Warum können wir die Morgen nicht einfach überspringen?“ Charise lachte leise, ein Laut, der sowohl Lyon als auch Merrick dazu brachte, sie anzusehen. „Weil das Training die Morgen nicht überspringt“, antwortete sie und lehnte den Kopf zurück gegen die Kissen. Das schwache Summen des Bandes veränderte sich, als sie sprach, die Alphas reagierten unbewusst auf ihre Energie. Merricks Augen verengten sich in gespielter Missbilligung. „Du stöhnst schon wieder“, sagte er, die Stimme knapp, aber amüsiert. „Ich dachte, du magst Disziplin.“ „Ich ertrage sie… weil ihr drei darauf besteht, lächerlich zu sein.“ Pagan verschränkte die Arme und beugte sich hinunter, um seine Stirn sanft gegen ihre zu drücken. „Lächerlich?“, wiederholte er. „Ich würde es als notwendig fürs Überleben bezeichnen. Und für den Spaß“, fügte er hinzu, das letzte Wort ein tiefes Grollen, das ihren Puls springen ließ. Merrick schüttelte langsam den Kopf, lehnte sich zurück gegen die Kissen, die Ruhe in seinem Blick ein Gegenpol zu den anderen beiden. „Spaß ist subjektiv“, sagte er trocken. „Ausdauer ist objektiv. Aber…“ Er ließ die Pause wirken, und Charise spürte es wie ein unausgesprochenes Band, das sie näher zu ihm zog. „…du gehst gut damit um, Charise Lancaster. Selbst wenn du dich beschwerst.“ Ihre Lippen verzogen sich zu einem kleinen, zufriedenen Lächeln. „Ich nehme an, das stimmt“, gab sie zu, ihr Blick wanderte in stiller Bewunderung über sie. „Ich würde gerne sagen, es liegt an meiner Fähigkeit, aber wahrscheinlich liegt es daran, dass ich drei übergroße Wölfe habe, die mich davor bewahren, auf die Nase zu fallen.“ Lyons leises Lachen war sanft, fast ehrfürchtig. Pagans Grinsen war scharf und amüsiert, und Merricks dezentes Nicken besiegelte die stille Anerkennung: Sie gehörte ihnen. Das Band summte schwach unter ihrer Haut, eine Wärme, die Sicherheit und Zugehörigkeit ausstrahlte. Zum ersten Mal seit Jahren erlaubte Charise sich, voll und ganz in dieses Gefühl zu sinken — das Summen des Schutzes, das Lachen, das Necken und die stille Intimität, die ohne Erwartung kam. Sie war genug. Charise bewegte sich unter den Laken, streckte sich genüsslich, ihr Körper noch warm von der Nähe des Bettes. Sie gab ein leises Stöhnen von sich, löste sich aus der nachklingenden Wärme der drei Alphas, spürte, wie Lyons Hand leicht über ihre Hüfte strich, als er instinktiv ihren Bewegungen folgte. „Ich gehe ins Bad“, sagte sie, setzte sich auf und schwang die Beine über die Bettkante. Lyons Stimme war neckend, doch seine Augen verdunkelten sich leicht, ein vertrautes Glitzern von Verlangen flackerte darin. „Brauchst du eine Hand?“ Charise zog eine Braue hoch und grinste. „Eine Hand? Wofür genau? Um mich auf das Waschbecken zu heben?“ Die Wärme seines Körpers strahlte gegen sie, als sie sich bewegte. „Ich komme allein klar, Mr. Wolf.“ Merrick schüttelte einfach nur den Kopf, die Lippen zuckten vor dieser seltenen, privaten Belustigung, die nur sie bei ihm hervorzurufen schien. „Geh nur. Wir sind… genau hier.“ Charise lachte leise vor sich hin, trat ganz ins Badezimmer und ließ die leichte Morgenwärme und die nachklingende Berührung ihrer Präsenz ihre Schauder vertreiben, während sie sich darauf vorbereitete, dem Tag entgegenzutreten — spielerisch, sicher und umgeben von dem Band, das sie unwiderruflich miteinander verband.
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD