Kapitel 20: Die Tinte und die Seele

993 Words

Elara Der Stift gleitet mit einem trockenen, regelmäßigen Geräusch über das Papier, fast obszön in der geheiligen Stille des Zimmers. Klick. Klick. Klick. Jedes angekreuzte Kästchen ist ein Eingeständnis, ein Verzicht, ein Fragment meiner Seele, niedergelegt auf dem Altar seines Willens. Der Prozess ist langsam, schmerzhaft. Manche Fragen lassen mich erschauern, als ob man mich aufforderte, die Stelle zu bezeichnen, an der ich geschlagen werden möchte. Ich verweile lange bei der Frage nach den Grenzen. "Keine. Ich überlasse mich vollständig dem Urteil meines Meisters." Das Kästchen scheint zu pulsieren, schwarz und absorbierend wie ein Schlüsselloch, das ins Unbekannte führt. Mein Finger zittert darüber. Ist es Feigheit oder Mut, ihm alles zu geben? Schließlich kreuze ich es nicht an. Ic

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