Kapitel 28 – Das Anwesen der Stille

1364 Words

Elara Das Herrenhaus verschluckt den sterbenden Tag. Seine hohen Mauern aus hellem Stein, die Reihen unermesslicher, dunkler Fenster, die geometrisch geschnittenen französischen Gärten – alles atmet Ordnung, Erhabenheit und eine absolute Stille. Es ist weniger ein Wohnsitz als ein Territorium. Meins. Gekauft, restauriert, beherrscht. Ein Reich aus Stein für eine alleinige Herrscherin. Der Abend ist ein Balsam für die blank liegenden Nerven. Eine Parenthese fast surrealer Normalität nach den Abgründen des Vortages und der eisernen Rüstung des Tages. Hier, im großen Salon mit der dunklen Holzvertäfelung und den hohen Kreuzgewölben, ist die Stille nicht bedrückend. Sie ist gewohnt. Sie ist mein einziger wahrer Gefährte. Eingehüllt in einen seidenen Morgenmantel, mit nackten Füßen auf dem u

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