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Der Feind, der meine Begierden entfachte

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Er war das Feuer, das ihr Imperium wärmen oder in Schutt und Asche legen konnte. Scarla Vence hat keine Zeit für Ablenkungen. Als erstklassige Krisenmanagerin gilt ihr einziger Fokus der Rettung des Erbes ihrer Familie durch die Sicherung der VIP-Eröffnung von Eden, einem Milliarden-Luxusresort. Das einzige Problem? Der Besitzer.

Kennedy Johnson ist atemberaubend gutaussehend, rücksichtslos arrogant und viel zu sehr daran gewöhnt, zu bekommen, was er will. Er hält Scarla für eine weitere uptight Angestellte. Sie hält ihn für einen überheblichen Milliardär, der eine Lektion gebraucht hätte. Ihre Auseinandersetzungen sind explosiv, ihr Schlagabtausch tödlich, und die Spannung zwischen ihnen ist eine tickende Zeitbombe.

Doch als ein katastrophaler Sturm sie allein auf der Insel einschließt und eine tödliche Sabotage sie von der Welt abschneidet, hören die Spiele auf. Ihrer Reichtümer und Verteidigungen beraubt, entzündet sich der Hass zwischen ihnen zu einer verzehrenden, unbestreitbaren Leidenschaft.

Jetzt muss Scarla den Sturm überleben, einen rücksichtslosen Feind überlisten und dem einen Mann widerstehen, der droht, all ihre sorgfältig errichteten Mauern niederzubrennen. Manche Begierden brennen. Andere verzehren.

Einige Feuer verzehren. Andere schmieden. Doch die, die die Flammen überleben—das sind die, für die es sich zu sterben lohnt.

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Der Zusammenbruch
Der Mann, der sie tot sehen wollte, stand in ihrer Schlafzimmertür und lächelte. Scarla Vence hatte ihn noch nie zuvor gesehen, aber sie wusste genau, wer er war. Sie hatte sein Foto in den Finanzdokumenten gesehen, tief vergraben in den Due-Diligence-Berichten, die sie vor der Annahme dieses Auftrags geprüft hatte. Cipher James, ein in Ungnade gefallener ehemaliger Führungskräfte, der von der Johnson-Familie entfremdet ist. Und jetzt war er hier, in ihrer Villa, in ihrem Schlafzimmer, mit einem Messer in der Hand. „Schrei nicht", sagte er leise. „Ich habe bereits den Nachtwächter getötet. Ich würde dich nur ungern zur Liste hinzufügen." Sie schrie nicht. Vences schreien nicht. Vences beugen sich, sie überleben, sie lügen, aber sie schreien nicht. Sie griff nach ihrem Telefon. Er war schneller. Er durchquerte den Raum in drei schnellen Schritten, riss es ihr aus der Hand und zertrümmerte es unter seiner Ferse. „Das Geheimnis deines Vaters", sagte er, seine Stimme beiläufig. „Die Stiftung, die Vertuschung, ich weiß alles, Scarla. Ich weiß, dass du es weißt, und ich weiß, dass du Kennedy Johnson drei Tage lang belogen hast." Sie starrte ihn an, ihr Blut gefror. „Was willst du?" „Dich leiden sehen." Sein Lächeln war erschreckend. „Alles brennen sehen, was du liebst. Angefangen mit dieser Villa und dem Mann, der dich genauso belogen hat, wie du ihn belogen hast." Bevor sie antworten konnte, war er verschwunden. Er verschwand in der Dunkelheit, als wäre er nie dort gewesen. Sie lag erstarrt in ihrem Bett, ihr Herz hämmerte, ihr Verstand raste. Sie sollte sich bewegen, um Hilfe rufen oder etwas tun, aber das Gewicht all dessen, was sie jahrelang verborgen hatte, drückte auf sie wie eine physische Kraft. Die Vences zerbrechen nicht, hatte ihr Vater gesagt. Wir beugen uns, wir überleben. Sie hatte so lange überlebt, dass sie vergessen hatte, wie man lebt. --- Der erste Riss kam eine Stunde später. Sie lag noch immer im Bett, noch immer erstarrt, noch immer versuchend zu verarbeiten, was gerade geschehen war. Dann hörte sie ein Stöhnen, das durch die Marmorböden und die importierten italienischen Wände wanderte und direkt in ihre Knochen vibrierte. Sie bewegte sich, bevor ihr Gehirn nachkam, rollte aus dem Bett und traf den kalten Steinboden, gerade als die Laken mit vierhundert Fadenzahl und der Ozeanblick für zehntausend Euro pro Nacht in die aufgewühlte See unter ihr stürzten. Aber sie rannte nicht. Denn in diesem Moment verstand sie endlich, dass Cipher in ihrem Zimmer gewesen war. Er hatte sie gewarnt, er hatte ihr gesagt, was kommen würde, und sie hatte nichts getan, um ihn aufzuhalten. --- Der Boden brach unter ihr zusammen. Sie fiel durch Dunkelheit, durch zerbrochenes Glas und verdrehten Bewehrungsstahl, durch alles, was sie aufgebaut und alles, was sie zerstört hatte. Sie landete hart auf etwas, das Beton hätte sein können, hätte das Knochengerüst der alten Insel selbst sein können. Schmerz explodierte durch ihren Körper. Sie schmeckte Blut, und für einen Moment konnte sie sich nicht bewegen, nicht atmen, nicht denken. Dann packte eine Hand ihr Handgelenk und zog sie auf die Füße. „Auf. Steh auf. Jetzt." Sie sah in das Gesicht von Kennedy Johnson und fühlte, wie ihr Herz stehen blieb. Er blutete aus einer Wunde an seiner Stirn, Blut strömte über sein Gesicht und soakte in sein weißes Hemd. Seine Augen waren wild, und es lag etwas darin, das sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie sah Terror, aber auch Wut. Wut, die auf sie gerichtet war. „Du wusstest es", sagte er. „Du wusstest, dass er hier war. Du wusstest, dass er das tun würde." „Kennedy—" „Ich sah ihn aus deinem Zimmer gehen. Ich sah alles." Sein Griff um ihr Handgelenk wurde fester, bis es weh tat. „Du hast mich von Anfang an belogen. Über die Stiftung, über deinen Vater, über alles." Sie öffnete den Mund, um es zu leugnen, eine Ausrede zu erfinden, sich zu beugen, zu überleben, zu lügen, aber dieses Mal konnte sie es nicht. „Ja", flüsterte sie. „Ich wusste es. Ich wusste, dass er hier war. Ich wusste, was er plante. Und ich habe nichts getan, um ihn aufzuhalten." Seine Augen loderten mit etwas, das sie nicht benennen konnte. „Warum?" „Weil ich Angst hatte." Ihre Stimme brach. „Weil ich mein ganzes Leben lang Angst hatte. Angst zu versagen, Angst alles zu verlieren, Angst, dass wenn jemand die Risse sieht, er weggehen würde." Er starrte sie an. Für einen Moment dachte sie, er würde genau jetzt weggehen. Sie im Wrack zurücklassen, das sie mitgeschaffen hatte, aber stattdessen zog er sie in den Korridor, sein Körper schirmte ihren vor den Trümmern ab, die um sie herum regneten. „Beweg dich", sagte er. „Jetzt." --- Der Panikraum war klein und kalt und roch nach Beton. Er ließ ihr Handgelenk los und ging zur gegenüberliegenden Wand, überprüfte die Schlösser. Seine Bewegungen waren präzise und mechanisch, aber sie konnte die Anspannung in seinen Schultern sehen, die Art, wie seine Hände zitterten. Er sah sie nicht an. Er konnte das nicht ertragen. „Erzähl mir alles", sagte er. „Die Wahrheit und nur die." „Mein Vater hat die Stiftung entworfen." Die Worte kamen flach und hohl heraus. „Er wusste, dass sie fehlerhaft war, aber er vertuschte es. Ich weiß das seit Jahren." „Wie lange?" „Seit ich zwanzig war. Ich fand die ursprünglichen technischen Berichte in seinem Büro. Ich konfrontierte ihn, aber er flehte mich an, still zu bleiben." Sie lachte, der Klang bitter und gebrochen. „Ich war so verzweifelt, die Firma zu retten und zu beweisen, dass ich des Vermächtnisses würdig war. Ich redete mir ein, ich schützte meine Familie. Aber ich schützte nur mich selbst." „Und Cipher?" „Er fand es irgendwie heraus. Er muss die Berichte verfolgt haben." Sie schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, wie er es wusste. Aber er benutzte es gegen mich. Er tauchte heute Nacht in meinem Zimmer auf. Er sagte mir, er würde alles zerstören." „Alles?" „Die Villa." Sie sah ihm in die Augen. „Dich, mich und alles, was du aufgebaut hast." Er schwieg einen langen Moment. Dann ging er zum Tisch und zündete eine kleine Notkerze an. „Du hättest es mir sagen sollen", sagte er leise. „Ich weiß." „Ich hätte dir geholfen. Ich hätte dich beschützt." „Das weiß ich jetzt." Tränen strömten über ihr Gesicht. „Aber damals wusste ich es nicht. Ich war so daran gewöhnt, das Gewicht allein zu tragen." Er ging zu ihr, seine Hände umfassten ihre Wangen. Seine Daumen wischten ihre Tränen weg. „Du bist nicht mehr allein, Scarla. Verstehst du mich? Du trägst das nicht allein." Sie starrte ihn an. „Wie kannst du mir noch helfen wollen? Nach allem, was ich getan habe?" „Weil ich Schlimmeres getan habe." Seine Stimme war kaum ein Flüstern. „Ich habe gelogen, ich habe Dinge verborgen, ich habe Menschen enttäuscht, und ich weiß, wie es ist, so von Angst verzehrt zu werden, dass man den Ausweg nicht sieht." „Was tun wir jetzt?" „Zuerst überleben wir." Sein Griff um ihr Gesicht wurde fester. „Dann halten wir ihn auf. Zusammen." --- Die Lichter flackerten und erloschen. Absolute Dunkelheit kroch herein. Sie konnte seinen Atem hören, ruhig und kontrolliert, und ihr eigenes Herz hämmerte in ihren Ohren. Sie griff nach seiner Hand. Er packte ihre zurück. Dann hörte sie Schritte. Langsam und bedächtig, hallten durch den Korridor vor dem Panikraum. Sie drückte seine Hand. „Kennedy—" „Ich weiß." Die Schritte stoppten direkt vor der Tür. Dann eine Stimme, glatt und amüsiert und völlig selbstsicher, filterte durch den Stahl. „Hallo, Bruder. Ich weiß, dass du da drin bist." Cipher grinste. „Keine Sorge. Ich bin nicht hier, um dich zu töten. Noch nicht, denn das wäre zu einfach." Er hielt inne. „Aber ich wollte dir die Wahrheit sagen. Die echte Wahrheit darüber, wer Scarla wirklich ist." Eis flutete ihre Adern. „Dein Vater hat nicht nur den Fundamentfehler vertuscht", fuhr Cipher fort. „Er hat den Fehler gebaut. Er wusste, was er tun würde, und er tat es absichtlich, um dein Resort zu zerstören. Weil du seinen Geschäftsvorschlag vor Jahren abgelehnt hast." Scarlas Blut gefror. Das war nicht wahr. Es konnte nicht wahr sein. „Er hat die Beweise vernichten lassen, die Inspektoren bestochen und die Arbeiter bedroht." Ciphers Stimme war leise, fast sanft. „Und als Scarla es herausfand, hat sie es dir nicht erzählt, sondern vertuscht. Genau wie ihr Vater es sie gelehrt hat." Sie öffnete den Mund, um es zu leugnen und sich zu verteidigen, aber die Worte kamen nicht, weil sie nicht beweisen konnte, dass es nicht wahr war. Nicht beweisen konnte, dass ihr Vater es nicht getan hatte. „Denk darüber nach", sagte Cipher. „Während du darauf wartest zu sterben." Die Schritte entfernten sich und machten Platz für Stille. --- Sie wandte sich an Kennedy, verzweifelt. „Es ist nicht wahr. Ich schwöre dir, es ist nicht wahr." „Scarla—" „Mein Vater hat viele Dinge getan. Aber er hat den Fehler nicht gebaut, um dich zu zerstören. Er hat ihn vertuscht, ja. Er lag falsch, das zu tun. Aber er tat es nicht absichtlich." „Woher weißt du das?" „Weil ich ihn kenne. Ich weiß, dass er schwach und verängstigt und verzweifelt war, die Firma zu retten. Aber er war kein Mörder." Sie packte Kennedys Arm. „Bitte. Du musst mir glauben." Er schwieg einen langen Moment. Dann zog er sie in seine Arme. „Ich glaube dir." Sie schluchzte an seiner Brust. „Wie kannst du? Wie kannst du so sicher sein?" „Weil ich ihn gesehen habe. Seine Arbeit und seine Entwürfe." Kennedys Stimme war sanft. „Er war nachlässig, verzweifelt, aber er war nicht böse. Das war Ciphers Spezialität." Sie lehnte sich zurück und starrte ihn an. „Was meinst du?" „Cipher war der ursprüngliche Architekt des Projekts. Er entwarf das Fundament. Er wusste, dass es fehlerhaft war, aber er entwarf es so. Dein Vater vertuschte es, aber Cipher baute die Falle." Kennedys Augen loderten vor Wut. „Er plant das seit Jahren." „Woher weißt du das?" „Weil er es mir erzählt hat." Kennedys Kiefer spannte sich an. „Vor Jahren, bevor alles auseinanderbrach. Er prahlte damit und rühmte sich, dass er alles zerstören würde, was ich je aufgebaut habe." Er sah ihr in die Augen. „Ich habe ihm damals nicht geglaubt, aber jetzt tue ich es." Sie starrte ihn an. „Warum hast du es mir nicht gesagt?" „Weil ich nicht wollte, dass du dir Sorgen machst." Er strich eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht. „Und weil ich dich testete. Um zu sehen, ob du mir die Wahrheit sagst." „Und jetzt?" „Jetzt weiß ich, dass die Wahrheit kompliziert ist." Seine Stimme war sanft, fast zärtlich. „Und ich weiß, dass du nicht dein Vater bist und nicht Cipher. Du bist Scarla, und ich vertraue dir." Sie warf ihre Arme umseinen Hals und vergrub ihr Gesicht in seiner Schulter. „Was tun wir jetzt?", flüsterte sie. „Wir überleben." Er hielt sie fester. „Zusammen."

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