KAPITEL 1: Der Geruch von abgestandenem Kaffee machte Sarah übel
Der Geruch im Krankenhaus machte Sarah übel. Sie saß auf einem Stuhl im Wartezimmer. Sie wollte nicht weggehen. Jedes Mal, wenn sie Luft holte, schmerzten ihre Rippen. Das lag an dem Autounfall, der sich vor drei Tagen ereignet hatte. Der Unfall war sehr schlimm gewesen. Sie hätten dabei ums Leben kommen können.
Die Schmerzen in ihrem Körper waren nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war die Stille, die hinter der Tür herrschte. Die Tür führte zu Zimmer 412.
Die Tür. Dr. Evans kam heraus. Er sah sehr müde aus. Er lächelte ein wenig.
„Er ist wach“, sagte Dr. Evans.
Sarah hatte das Gefühl, als würde die ganze Luft aus ihrem Körper entweichen. Sie fing an zu weinen. Sie wartete nicht darauf, dass der Arzt noch etwas sagte. Sie rannte zu dem Zimmer, in dem Roman lag.
Zweiundsiebzig Stunden lang hatte Sarah große Angst gehabt. Sie hatte geglaubt, Roman würde sterben. Sie war so glücklich, ihn zu sehen. Sie rannte zu seinem Bett.
Roman saß im Bett aufrecht. Er sah sehr schlecht aus. Er hatte einen Verband am Kopf. Sein Arm hing in einer Schlinge. Auch wenn er schlecht aussah, war er immer noch sehr gutaussehend.
„Roman“, sagte Sarah. Sie weinte.
Sie streckte die Hand aus, um sein Gesicht zu berühren. Er wich zurück.
„Fass mich nicht an“, sagte Roman.
Seine Stimme klang sehr rau. Das erschreckte Sarah.
„Roman, ich bin es. Ich bin Sarah“, sagte sie. „Du bist jetzt in Sicherheit. Wir hatten einen Unfall. Wir leben.“
Roman sah sie an. Seine Augen waren sehr kalt.
„Ich weiß, wer du bist“, sagte er. „Du bist meine Frau. Ich weiß nicht, warum du so tust, als ob du dich um mich sorgst.“
Sarah war sehr verwirrt. Roman benahm sich nicht wie sonst.
„Roman, wovon redest du?“, fragte sie. „Wir haben unseren Vertrag in Mailand verbrannt. Wir sind jetzt wirklich verheiratet.“
Roman sah sie nur an, als wäre sie verrückt.
„Daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte er. „Ich glaube, es ist erst sechs Monate her, seit wir geheiratet haben. Ich erinnere mich an nichts, was mit Liebe zu tun hat.“
Sarah hatte das Gefühl, ihr Herz würde zerbrechen. Roman erinnerte sich an nichts aus ihrem gemeinsamen Leben. Er erinnerte sich nicht daran, wie sehr er sie liebte.
Dann öffnete sich die Tür erneut. Lady Beatrice Blackwood betrat den Raum. Sie war Romans Mutter. Sie war sehr gemein zu Sarah.
„Roman, du bist wach“, sagte Lady Beatrice. „Ich sehe, dass Sarah immer noch versucht, an dein Geld zu kommen.“
Sarah versuchte, Lady Beatrice zu erklären, dass Roman verwirrt war. Lady Beatrice hörte nicht zu.
„Roman, du musst dich ausruhen“, sagte Lady Beatrice. „Du hast Glück, dass du noch lebst. Sarah versucht nur, dich auszunutzen.“
Roman sah Sarah an, und seine Augen waren voller Hass.
„Schafft sie hier raus“, sagte er. „Ich will sie nicht in meiner Nähe haben.“
Sarah war sehr traurig. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie liebte Roman. Er liebte sie nicht mehr.
„Roman, bitte“, sagte sie. „Sieh mich an. Du liebst mich. Du hast mir gesagt, ich sei dein Zuhause.“
Roman lachte nur.
„Dich lieben?“, sagte er. „Ich habe dich gekauft, Sarah. Verwechsle das nicht mit Liebe.“
Er rief nach der Krankenschwester, damit sie Sarah mitnahm.
„Schafft sie aus meinem Zimmer“, sagte er. „Ruft meinen Anwalt an. Ich will unsere Ehe beenden.“
Sarah war sehr verletzt. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie liebte Roman. Er liebte sie nicht mehr.