„Sagen Sie ihm, dass er aufhören soll, wegen Serena nachzuforschen.“
Die Worte hallten heftig in Elaras Kopf wider.
Ihre Finger zitterten um das Handy, als die Verbindung endgültig abbrach.
Adrian bemerkte es sofort.
Sein Blick wurde gefährlich scharf.
„Was haben sie gesagt?“
Elara sah langsam zu ihm auf.
Jemand hatte gerade sein Leben bedroht.
Und das Erschreckende daran?
Adrian sah nicht einmal überrascht aus.
„Sie haben gesagt…“ Ihre Kehle zog sich zusammen. „Sie haben gesagt, wenn ich dich am Leben halten will, sollst du aufhören, Serena zu untersuchen.“
Stille.
Totenstille.
Draußen vor dem Wagen flackerten die Lichter der Stadt über Adrians Gesicht.
Doch sein Ausdruck blieb erschreckend ruhig.
Zu ruhig.
Elara starrte ihn ungläubig an.
„Du bist nicht geschockt?“
Adrian streckte langsam die Hand aus.
„Gib mir das Handy.“
Sie reichte es ihm sofort.
Er überprüfte kurz die Nummer, bevor er das Telefon durch das offene Fenster Ethan gab.
„Verfolge sie.“
Ethans entspannter Gesichtsausdruck verschwand augenblicklich. „Bin dran.“
Dann sah Adrian wieder zu Elara.
„Du hast Angst.“
„Jemand hat gerade damit gedroht, dich umzubringen!“
„Sie haben mich schon früher bedroht.“
Die Antwort erschütterte sie.
Früher.
Als wäre das normal.
Als würde Gefahr ihm überallhin folgen.
„Worin bist du eigentlich verwickelt?“, flüsterte sie.
Etwas Unlesbares huschte über sein Gesicht.
„Geschäfte.“
„Das ist längst mehr als nur Geschäft.“
Adrian widersprach nicht.
Und irgendwie…
machte ihr das noch mehr Angst.
Ethan kam eine Minute später mit düsterem Gesichtsausdruck zurück.
„Wegwerfnummer. Bereits deaktiviert.“
„Wie erwartet.“
Elara blickte langsam zwischen beiden Männern hin und her.
Die Art, wie sie darüber sprachen, wirkte eingeübt.
Routine.
Wie viele Drohungen hatte Adrian schon erhalten?
Wie gefährlich war seine Welt wirklich?
Adrian bemerkte die Angst, die sich in ihrem Gesicht ausbreitete.
Seine Stimme wurde etwas sanfter.
„Niemand wird dir etwas antun.“
„Aber sie könnten dir etwas antun.“
Eine seltsame Stille folgte auf diese Worte.
Denn irgendwie…
ohne es selbst zu merken…
hatte Elara zugegeben, dass sie sich um ihn sorgte.
Adrian bemerkte es ebenfalls.
Seine dunklen Augen hielten ihre intensiv fest.
Und für einen gefährlichen Moment—
veränderte sich die Luft im Wagen vollkommen.
Dann räusperte Ethan sich abrupt draußen am Fenster.
„Ich hasse es, emotional komplizierten Blickkontakt zu unterbrechen, aber wir haben ein weiteres Problem.“
Adrians Blick löste sich schließlich von Elara.
„Was jetzt?“
Ethan zögerte.
Dann hob er sein Handy hoch.
„Du trendest weltweit.“
Elara blinzelte. „Was?“
Ethan drehte den Bildschirm zu ihnen.
Ein Video füllte das Display.
Aufnahmen vom Flughafen.
Serena, die Anschuldigungen herausschrie.
Adrian, der Elara beschützte.
Die Drohungen.
Das Chaos.
Und am schlimmsten—
ein Nahaufnahme-Moment, in dem Adrian Elara schützend packte und hinter sich zog.
Das Internet hatte bereits dramatische Musik daruntergelegt.
Kommentare überschwemmten den Bildschirm endlos.
ER SIEHT AUS, ALS WÜRDE ER DIE WELT FÜR SIE NIEDERBRENNEN.
DIESER MANN IST BESESSEN.
SIE SIEHT VERÄNGSTIGT AUS, ABER AUCH VERLIEBT.
DAS IST ENTWEDER EIN LIEBESROMAN ODER EINE KRIMIDOKUMENTATION.
Elara schlug sofort die Hände vors Gesicht.
„Oh mein Gott.“
Ethan scrollte weiter.
„Es wird noch schlimmer.“
Eine weitere Schlagzeile erschien.
WER IST ADRIAN CONNICK WIRKLICH?
Darunter befanden sich Dutzende alte Artikel.
Geschäftsrivalen, die verschwanden.
Unternehmen, die nach Konflikten mit ihm zusammenbrachen.
Gerüchte.
Klagen.
Skandale.
Und eine Schlagzeile ließ Elaras Magen sich zusammenziehen.
DIE FRAU, DIE ADRIAN CONNICK WEGEN VERRATS ZERSTÖRTE
Langsam blickte Elara auf.
„Was ist das?“
Ethan bereute sichtbar, den Artikel geöffnet zu haben.
Adrians Ausdruck wurde sofort kalt.
„Nichts Wichtiges.“
Doch Elara bemerkte etwas Seltsames.
Zum ersten Mal seit ihrer Begegnung…
wirkte Ethan nervös in Adrians Gegenwart.
Wirklich nervös.
„Sie war deine Ex?“, fragte Elara vorsichtig.
Stille.
Falsche Frage.
Die Atmosphäre im Wagen verdunkelte sich augenblicklich.
Adrian wandte den Blick zur Stadt hinaus.
„Sie hat Informationen über meine Firma an Konkurrenten verkauft.“
„Und was hast du getan?“
Wieder lange Stille.
Dann antwortete Ethan leise, bevor Adrian etwas sagen konnte.
„Er hat sie ruiniert.“
Elara stockte der Atem.
Ethan sah sofort so aus, als wollte er verschwinden.
Adrians Kiefer spannte sich leicht an.
„Sie hat ihre Entscheidung getroffen.“
Die Ruhe in seiner Stimme jagte ihr Schauer über den Rücken.
Plötzlich begriff Elara etwas Erschreckendes.
Adrian liebte tief.
Gefährlich tief.
Aber wenn man ihn verriet…
wurde er gnadenlos.
Und irgendwie…
konnte sie nicht aufhören, sich zu fragen, was passieren würde, wenn jemand ihm jemals vollständig das Herz brechen würde.
Als hätte er ihre Gedanken gespürt, wandte Adrian sich wieder ihr zu.
Sein Blick war unlesbar.
„Du hast jetzt Angst vor mir.“
Es war keine Frage.
Elara öffnete den Mund
doch bevor sie antworten konnte—
erschütterte plötzlich eine ohrenbetäubende Explosion die Luft hinter ihnen.
Das gesamte Auto wurde heftig durchgeschüttelt.
Glas zersprang überall.
Und Elara schrie auf, als Adrian sie sofort schützend zu sich hinunterzog.