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Die geheime Braut des Milliardärs

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Blurb

Sie unterschrieb einen Vertrag.

Er unterschrieb ihr Todesurteil.

Keiner von beiden ahnte es.

Aria Bennett hatte drei Überlebensregeln: hart arbeiten, niemandem vertrauen und niemals einem reichen Mann etwas schulden.

Sie brach alle drei in einer Nacht. Als der skrupellose Milliardär und CEO Damien Cross ihr einen Ehevertrag über seinen Glastisch schiebt, hat Aria genau eine Stunde Zeit, sich zu entscheiden. Unterschreiben – und ihre sterbende Mutter lebt. Gehen – und alles, was sie liebt, zerbricht.

Sie unterschreibt. Sechs Monate. Rein geschäftlich. Keine Gefühle. Keine Fragen. Kein Betreten des Zimmers am Ende des östlichen Flurs.

Einfach genug.

Doch noch bevor die Tinte trocken ist, erhält sie Morddrohungen. Die Haushälterin flüstert, die letzte Frau, die unter diesem Dach schlief, sei nie lebend herausgekommen. Und der kalte, unnahbare Mann, den sie geheiratet hat, sieht sie an, als wäre sie ein Geheimnis, das er längst kennt. Aria ging in diese Ehe, ohne etwas zu verlieren.

Sie ahnte nicht, wie sehr sie sich irrte. Manche Verträge werden mit Tinte unterschrieben. Manche sind mit Blut besiegelt.

Und manche – können niemals gebrochen werden.

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Der schlimmste Tag-a
Um Viertel vor sechs Uhr morgens ging die Kaffeemaschine in Bellas Diner kaputt. Das bedeutete, dass Aria die ersten drei Stunden ihrer Schicht damit verbrachte, sich bei Gästen zu entschuldigen, die ihren Koffeinkonsum sehr, sehr persönlich nahmen. Bis neun Uhr war sie zweimal beschimpft worden, hatte sich von einem Kunden, der sie persönlich für den Ausfall der Maschine verantwortlich machte, heißes Wasser auf das Handgelenk gespritzt bekommen und ein ganzes Tablett mit Gebäck fallen lassen, weil Diana sie von hinten angerempelt und sich nicht entschuldigt hatte. Diana entschuldigte sich nie. Diana war die Art von Mensch, die einem ins Gesicht lächelte und hinter dem Rücken ein Messer schärfte. Aria wusste das seit zwei Jahren und blieb trotzdem, weil das Trinkgeld in Bellas ganz ordentlich war und sie jeden Cent brauchte. Sie packte gerade die Gebäckstücke ein, die den Sturz überstanden hatten, als ihr Chef, Glenn, mit verschränkten Armen und diesem typischen Gesichtsausdruck in der Küchentür erschien. Er verriet, dass etwas Schlimmes bevorstand und er sich schon vorgenommen hatte, es nicht auszusprechen. „Aria.“ Er deutete mit dem Kopf in Richtung seines Büros. Sie folgte ihm hinein. Es roch nach abgestandenem Kaffee und billigem Parfüm. Glenn setzte sich hinter seinen Schreibtisch und bot ihr keinen Stuhl an, was ihr alles sagte, noch bevor er den Mund aufmachte. „Wir haben eine Beschwerde erhalten“, sagte er. „Wegen der Kaffeemaschine?“ „Wegen fehlendem Geld aus der Kasse.“ Ihr wurde schwindelig. „Das kann nicht sein.“ „Diana kam heute Morgen zu mir. Sie sagte, sie hätte gesehen, wie Sie gestern während des Mittagstrubels Geldscheine aus der Kasse genommen haben.“ Aria stand wie angewurzelt da. Eine Art Starre, die nicht von Ruhe herrührte, sondern von dem plötzlichen Bedürfnis, klar zu denken, bevor sie sprach. „Diana lügt.“ Glenns Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. „Sie arbeitet schon länger hier.“ „Das macht sie nicht ehrlich.“ „Aria …“ „Glenn, ich habe noch nie einen einzigen Dollar genommen, der mir nicht gehörte. Schau dir die Überwachungsaufnahmen an. Schau dir die Kassenbücher an. Schau dir alles an, was du überprüfen musst.“ Er sah auf den Schreibtisch. Nicht sie an. Auf den Schreibtisch. „Die Aufnahmen von der gestrigen Mittagsschicht sind beschädigt. Systemfehler.“ Natürlich. Sie sah ihn lange an. Sein Blick, den er ihr nicht ganz erwiderte, seine entschlossene Haltung und wie er den Stuhl leicht von ihr weggedreht hatte, als wäre das Gespräch bereits beendet. „Du hast dich entschieden“, sagte sie. Er widersprach nicht. Sie löste ihre Schürze, faltete sie zusammen und legte sie auf seinen Schreibtisch, denn sie war nicht der Typ Mensch, der Dinge warf, selbst wenn jede Faser ihres Körpers schrie. Sie nahm ihre Tasche hinter der Tür hervor. Sie ging durch die Küche hinaus, vorbei an Diana, die gerade die Gebäckvitrine auffüllte und nicht aufblickte, und an zwei Kolleginnen, die den Boden plötzlich sehr interessant fanden. Draußen traf sie die Morgenluft wie kaltes Wasser. Sie blieb auf dem Bürgersteig vor Bellas Diner stehen und atmete tief durch. Auf ihrem Handy war eine Benachrichtigung vom Silverstone General Hospital – der Abrechnungsabteilung ihrer Mutter –, eine automatische Zahlungserinnerung für Ende der Woche. 43.000 Dollar für den Monat. Sie hatte 1.100 Dollar auf dem Konto. Sie hatte zwei weitere Jobs, aber die Nachtschichten im Fahrdienst liefen diese Woche schleppend, und der Online-Nachhilfejob wurde erst am Monatsende bezahlt. Sie ging los. Sie hatte kein Ziel. Sie musste sich einfach bewegen, denn stehen bleiben hieße, dass die Realität des Geschehenen sich ihr erst richtig erschließen würde, und dafür war sie noch nicht bereit. Die Stadt strömte an ihr vorbei, ohne sie zu beachten – der morgendliche Verkehr, Anzugträger mit Terminen, ein Essenswagen, der den Duft gerösteter Nüsse in die kalte Luft verströmte. So war Lower Silverstone. Laut und gleichgültig. Ein Ort, an dem man achtlos über einen hinwegging, einfach weil man es eilig hatte. Sie nahm den Weg durch die Merchant Lane, um die Hauptstraße zu umgehen, und da sah sie ihn. Er lehnte an der Mauer der Gasse zwischen einer Reinigung und einer geschlossenen Apotheke, eine Hand auf dem Backstein abgestützt, die andere an die Seite gepresst. Seine Jacke war teuer – das erkannte sie schon von Weitem, ein Schnitt, der nicht von der Stange stammte. Sein Hemd war dunkel, weshalb man den Fleck zunächst nicht sehen konnte, doch als sie näher kam, sah sie, wie er sich langsam unterhalb seiner Rippen ausbreitete. Sie blieb stehen. Er blickte auf. Sein Gesicht war scharfkantig, kantig, ein Gesicht, das selbst halb an die Wand gelehnt Autorität ausstrahlte. Sein Kiefer war angespannt, als wollte er nicht wahrhaben, wie schlimm es wirklich war. Seine dunklen, direkten Augen trafen sofort ihren Blick und ließen ihn nicht los. „Mir geht’s gut“, sagte er. Es ging ihm offensichtlich nicht gut. Sie betrachtete ihn genau eine Sekunde lang – das Blut, die angespannten Schultern, seine übertrieben kontrollierte Atmung, die so anstrengend war –, dann ließ sie ihre Tasche fallen, hockte sich neben ihn und drückte ihre Handfläche fest auf seine, die seine Seite bedeckte. Er erstarrte. „Ich tue dir nicht weh“, sagte sie. „Nimm deine Hand weg.“ „Das brauchst du nicht …“ „Nimm deine Hand weg.“ Er bewegte sie. Der Schnitt war tief, aber nicht arteriell – sie hatte genug Stunden auf Krankenhausfluren verbracht, um den Unterschied zwischen schlimm und katastrophal zu kennen. Schlimm war erträglich. Sie nahm den Schal von ihrem Hals und drückte ihn fest auf die Wunde, den Druck gleichmäßig und konstant. „Was ist passiert?“, fragte sie. „Das ist egal.“ „Schon gut.“ Sie hielt den Druck aufrecht, griff einhändig in ihre Tasche, fand ihr Handy und rief den Notruf. Sie nannte ihnen die Kreuzung, beschrieb ruhig die Verletzung, vergewisserte sich, dass er bei Bewusstsein war und atmete, und legte auf. Er sah sie mit einem Ausdruck an, den sie nicht deuten konnte. Nicht direkt Dankbarkeit. Eher so, als ob er sich neu orientierte. „Sie sind in vier Minuten da“, sagte sie. „Drücken Sie hier weiter.“ Sie führte seine Hand zurück. „Fest. Lassen Sie nicht nach, auch wenn es sich besser anfühlt.“ „Sie müssen nicht bleiben.“ „Ich weiß.“ Sie blieb, bis sie zwei Blocks weiter die Sirene hörte. Dann nahm sie ihre Tasche, stand auf und sah ihn ein letztes Mal an. Seine Augen ruhten immer noch auf ihr – derselbe direkte, undurchdringliche Blick. „Sie sollten ihnen erzählen, was wirklich passiert ist“, sagte sie. „Was auch immer es war.“ Sie ging weg, bevor der Krankenwagen um die Ecke bog.

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