Warum es so stark brannte

1383 Words
Patricks Sicht (Fortsetzung) „Hey … du wusstest das?“, fragte ich sie ungläubig. Hatte Sara Mama erzählt, wo sie war? Mama knurrte mich fast wütend an und warf mir einen vernichtenden Blick zu. „Ich wusste gar nicht, dass du so schmutzige Gedanken hast, Patrick … Wenn du mit einem Mädchen rummachst, bist du ein Gentleman, und wenn Sara auch nur mit einem Mann redet, von dem ich weiß, ist sie eine Schlampe, ja? Warum diese Doppelmoral?“, schrie Mama aus vollem Hals. Ihre Anschuldigung machte alles nur noch schlimmer. Ich klang bestimmt wie so ein heuchlerischer Mistkerl. Aber sie ist meine Frau. War es falsch von mir, mich ungerecht behandelt zu fühlen, als sie mich wie ein Fangirl anstrahlte? „Und zu allem Überfluss … du hast ihr Handy kaputt gemacht??? Was soll das denn für ein Verhalten? In meinen 28 Ehejahren hat dein Vater nie die Stimme gegen mich erhoben, geschweige denn Gewalt angewendet. Sieh doch selbst, was du da tust!“ Mama schrie weiter und beschuldigte mich dabei. Ich schämte mich, aber ich würde meinen Fehler niemals zugeben. „Du hättest sie sehen sollen, Mama. Sie hat den Mann ja regelrecht angehimmelt. Findest du das etwa in Ordnung?“, fragte ich meine Mutter. Sie verdrehte die Augen und warf mir immer noch einen vernichtenden Blick zu. „Du hast jede Nacht mit anderen Frauen verbracht, sogar nach eurer Hochzeit, Patrick. Findest du das etwa gerechtfertigt? Warum stellst du ihren Charakter infrage, wenn du selbst schon tief im Dreck steckst?“ Mamas Körper zitterte heftig vor Wut, aber diesmal traf sie mich mit ihren Anschuldigungen. „Wir versuchen seit über fünf Monaten, Nick wegen einer wichtigen Anzeige für unser neues Projekt zu erreichen, aber wir schaffen es einfach nicht. Zum Glück hat deine Mutter ein paar Kontakte spielen lassen und ihn überzeugt, sich mit Sara dort zu treffen, da er heute Abend die Stadt verlässt und sich in der Nähe von Sara aufhielt. Wenn ich mich nicht irre, sprachen sie gerade über den Austausch ihrer Nummern, als du (mein Vater musterte mich von Kopf bis Fuß, sodass ich mich vor ihm minderwertig fühlte) … dein Ego zur Schau gestellt hast, obwohl du schon mit einem Mädchen da warst, und wir alle wissen, worüber ihr gesprochen habt. (Sein Tonfall war eiskalt, man merkte, dass er nur versuchte, seinen Ärger zu unterdrücken) … Jetzt weigert sich Nick, mit uns zusammenzuarbeiten … weder jetzt noch in Zukunft.“ Die Worte meines Vaters trafen mich wie ein Schlag. Meine Mutter wandte sich von meinem Vater ab, und ich sah ihr nach, wie sie hinter mir zu Sara ging. „Es tut mir wirklich leid, Liebes… Wenn ich gewusst hätte, dass mein Sohn sich dort so daneben benehmen würde, hätte ich Nick niemals gebeten, dich dort zu treffen“, entschuldigte sich Mama bei Sara, die immer noch leise weinte und auf ihr kaputtes Handy starrte. „Schon gut, Mama… du musst dich nicht für die Fehler anderer entschuldigen… du wolltest nichts Böses… es ist nur… ich hänge irgendwie an diesem Handy“, sagte sie mit einem schwachen Lächeln. Ich schnaubte verächtlich. „Es ist doch nur ein Handy… du kannst dir jederzeit ein neues kaufen.“ Sie fuhr herum und musterte mich misstrauisch, als ich das beiläufig mit einem Anflug von Sarkasmus bemerkte. Ihr Blick war kalt und leer. „Weißt du eigentlich, wie ich an dieses Handy gekommen bin?“ Sie kam näher, und ich wandte den Blick abwesend ab. Ich meinte… es ist doch nur ein Handy… was soll denn so Besonderes daran sein, sich ein Handy zu kaufen? „Hören Sie mal zu, Mr. Patrick Warner (ich sah sie wütend an, weil sie mich mit meinem vollen Namen verhöhnte)… Ich habe über drei Jahre lang jeden Cent gespart, um mir dieses Handy zu kaufen… Ich habe in einem Café gearbeitet, um mir dieses Mal endlich leisten zu können (sie machte einen weiteren Schritt auf mich zu und wurde dabei immer lauter, was mich immer mehr verwirrte)… Ich habe mir nicht einmal neue Schuhe gekauft, nur um für dieses Handy zu sparen… Also… für mich war es nicht nur ein Handy, sondern mein hart verdientes Geld der letzten zwei Jahre, das Sie einfach so weggeworfen haben, nur um Ihren Ärger zu zeigen“, schrie sie zitternd vor Wut. Stille herrschte im Raum. Ich war völlig verwirrt von ihren Worten. Sie war die Tochter von Whites und jetzt meine Frau. Warum musste sie in einem Café arbeiten, wenn sie sich ein neues Handy kaufen wollte? „Ich … habe noch nie das Geld meiner Eltern für Dinge ausgegeben, die ich mir selbst kaufen wollte, und selbst heute … (diesmal zeigte sie mit dem Finger auf mich) … selbst heute … gebe ich nur mein eigenes Geld aus … also hör auf, mir den Grund zu nennen, was soll der ganze Aufruhr?“ Sie schrie erneut, Tränen strömten ihr wie ein Wasserfall über die Wangen. Ich starrte sie fassungslos und verwirrt an. Ihr Gefühlsausbruch ging völlig an mir vorbei. „Noch etwas, Mr. Patrick Warner … Wage es ja nicht, meinen Charakter infrage zu stellen, wenn du selbst so dreckig bist! Ich saß nicht auf seinem Schoß. Du warst es, der dieses Mädchen auf dem Schoß hatte, und ich bin mir sicher, dass du ihr gezeigt hast, was für ein widerlicher Kerl du bist … Also … frag mich nicht nach Loyalität, wenn du die Bedeutung dieses Wortes offensichtlich nicht kennst. Es ist mir scheißegal, mit wem du zusammen bist oder was du mit ihnen treibst, aber ich bin nicht wie du. Wenigstens mache ich dich nicht vor anderen Männern schlecht, um mit ihnen ins Bett zu gehen“, sagte sie mit kalter, bitterer Stimme, voller Verachtung und Gift. Ohne mir Zeit zum Reagieren zu lassen, stürmte sie in ihr Zimmer. Ich war fassungslos über das, was sie am Ende sagte. Es bedeutete, dass sie jedes Wort gehört hatte, das ich zu diesem Mädchen gesagt hatte, als sie das Thema meiner Frau ansprach. Verdammt. Das war gemein. Das wusste ich. Und doch tat ich es, weil ich dachte, Sara würde es nie erfahren. Ich wusste nicht warum, aber ihre Worte trafen mich härter als ihre Ohrfeige. Verdammt… ich verstand selbst nicht, warum ich überhaupt so reagiert hatte, wo ich doch nichts von ihr wollte. „Wir wissen von deinen One-Night-Stands und Affären, Patrick… aber…“ (Mein Vater seufzte und umarmte meine Mutter langsam von der Seite, und ich senkte den Blick.) „Ich hätte nicht erwartet, dass du heute den Charakter einer Frau infrage stellst, die keine Schuld trifft. Sie wusste, dass du hinter ihr saßest und schlecht über sie redetest. Trotzdem hat sie kein Wort gesagt… Sieh nur, was du angerichtet hast.“ Ich brachte nicht den Mut auf, ihn anzusehen. Meine Eltern gingen in ihr Zimmer. Ich seufzte und ging zum Sofa. Ich ließ mich auf das Sofa fallen und schloss die Augen. Sara hatte Unrecht, als sie behauptete, ich hätte mit dem Mädchen geschlafen, bevor ich zurückkam. Ich war so wütend, dass ich sie nur kurz bei ihr abgesetzt und dann wie ein Berserker zurückgefahren bin. Jetzt hatte ich mich beruhigt und mir wurde klar, was ich heute falsch gemacht hatte. Warum hatte ich so reagiert? Es war ja nicht so, als ob da etwas passiert wäre. Sie hatte ihn nur nach seiner Nummer gefragt, um Nick später für ein Treffen kontaktieren zu können. Warum hat mich das so wütend gemacht, dass ich sie nicht nur angeschrien, sondern sie auch noch vor allen anderen mit solchen Schimpfwörtern belegt habe? Ich hatte sie in den zwei Monaten unserer Ehe kaum beachtet, warum hat es mich also so verletzt? Ihre Worte hallten mir immer noch im Kopf nach. Warum musste sie in einem Café arbeiten, wenn sie doch Milliardärin war? Selbst wenn ihre Familie sie nicht finanziell unterstützt, sollte ihr Gehalt mehr als genug sein, um sich jederzeit ein Handy zu kaufen. Warum… warum war die Sache mit ihr so ​​kompliziert? Ich nahm mein Handy und rief meinen Assistenten Chris Hill an. Ich bat ihn, Informationen über sie und ihre Familie zu beschaffen. Ich musste herausfinden, was das Geheimnis hinter ihren Handlungen und Reaktionen war. Was hatte sie getan, wofür ihre Familie sie nie anerkannte?
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