Patricks Sicht
Ich wusste nicht, was in dieser Nacht noch Schlimmeres hätte passieren können. Es wäre eine Untertreibung, wenn ich behaupten würde, ich hätte Angst gehabt … nein … ich hatte Todesangst, als ich sie auf dem Badezimmerboden unter der Dusche liegen sah.
Meine Mutter stürzte wie eine Wahnsinnige auf sie zu und drehte sofort die Dusche ab.
Sara sah kreidebleich aus – als wäre sie bereits tot.
Auch ich rannte zu ihr hin und hob sie im Brautstil in meine Arme. Mein Herz setzte für ein paar Sekunden aus, als ihr Körper schlaff wie eine Stoffpuppe in meinen Armen hing.
„Lass sie los, Patrick!“, schrie meine Mutter mich voller Verzweiflung an; doch ich rannte zum Waschbecken, um ihr die nassen Kleider vom Leib zu reißen.
Ihr Körper war eiskalt, und ich spürte kein Heben und Senken ihres Brustkorbs.
„Dad, ruf sofort den Arzt!“, brüllte ich meinen Vater an, als er das Badezimmer betrat – während ich ihren Körper mit meiner breiten Statur abschirmte.
„Das ist alles deine Schuld!“, schrie meine Mutter mich voller Qualen an, brachte jedoch sofort ein trockenes Handtuch herbei.
Ich brachte kein Wort der Erwiderung heraus, sondern setzte sie stattdessen auf den Waschtischrand und presste ihren Oberkörper fest gegen meine Brust.
„Was machst du da?“, schrie meine Mutter mich wütend an, als ich versuchte, ihr das viel zu große T-Shirt auszuziehen.
„Das ist jetzt nicht die Zeit für Streitereien, Mom! Geh raus – sofort! Ich muss ihr die nassen Sachen ausziehen. Ihre Körpertemperatur ist lebensgefährlich niedrig!“, schrie ich meine Mutter an, während ich Sara das T-Shirt über den Kopf zog.
Eigentlich wollte ich meine Stimme nicht erheben, doch mein Kopf war in diesem Moment von so vielen düsteren Gedanken erfüllt.
„Komm, lass uns rausgehen, Naomi. Sie braucht dringend ärztliche Hilfe und trockene Kleidung“, drängte mein Vater meine Mutter aus dem Badezimmer und betonte dabei die Dringlichkeit der Situation.
Ihr Körper sackte gegen meine Brust, als ich sie kurz von mir löste, um ihr das T-Shirt ganz abzustreifen.
Mein Herz setzte einen Schlag aus, und ich presste sie sofort wieder fest gegen meinen Brustkorb.
Sie hätte stürzen können.
Ohne lange nachzudenken, riss ich ihr das T-Shirt vom Leib – und verfuhr ebenso mit dem weiten Schlafanzug, den sie trug. Ich verfuhr mit ihrem Slip auf dieselbe Weise, nahm ihr jedoch den BH ab. Mit äußerster Behutsamkeit wickelte ich ein trockenes Handtuch um ihren Körper – so vorsichtig, als bestünde sie aus Glas und könnte jeden Augenblick zerbrechen.
Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass sie ordnungsgemäß bedeckt war, nahm ich sie erneut im Brautstil auf den Arm.
Sara war ein stolzes Mädchen. Sie würde vor Scham sterben, wenn sie erführe, dass Dad und ich sie nackt gesehen hatten.
Ich bin ihr Ehemann. Es spielt keine Rolle, wenn ich sie in diesem Zustand sehe – aber Dad darf das nicht.
Ich trug sie fest umschlungen aus dem Zimmer.
„Bring sie her!“, befahl Mom voller Sorge.
Ich eilte zu ihrem Bett und legte sie behutsam darauf ab.
Mom deckte sie mit einer Decke zu. Die Heizung im Zimmer hatten sie bereits eingeschaltet.
„Sie ist immer noch so kalt, Dad. Dreh die Temperatur hoch!“, bat ich Dad voller Angst, während ich mich neben sie setzte und ihr Handgelenk ergriff.
„Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen!“, rief Mom verzweifelt.
„Nein, dafür bleibt keine Zeit mehr. Hast du den Arzt angerufen?“, fragte ich Dad, während ich vor lauter Angst hilflos vor mich hinmurmelte.
Sie atmete kaum noch, und ihr Puls war nicht mehr tastbar.
Ich schob meine Hand unter die Decke und prüfte ihre Körpertemperatur, indem ich ihren nackten Oberschenkel berührte.
Er war immer noch eiskalt – so, als hätten weder die Heizung noch die Decke irgendeine Wirkung auf ihren Körper.
„Der Arzt wird in wenigen Minuten hier sein“, teilte mir Dad mit.
„Dafür bleibt keine Zeit mehr“, wiederholte ich voller Angst denselben Satz und kletterte, ohne auch nur einen Augenblick nachzudenken, zu ihr ins Bett.
„Was machst du da, Patrick?“, schrie Mom mich panisch an; doch was mich am meisten verletzte, war das völlige Unverständnis in ihrer Stimme.
„Vertrau mir doch wenigstens so weit, dass ich nichts Unangemessenes mit einer bewusstlosen Frau anstellen würde, Mom“, entgegnete ich ihr mit verletzter Stimme.
„Du … du musst dich auch umziehen, Patrick. Deine Kleidung ist nass“, erinnerte mich Dad, woraufhin ich sofort aufstand.
Ich wollte mir gerade das T-Shirt ausziehen, als mir auffiel, dass die beiden immer noch regungslos an derselben Stelle standen.
Ich blickte sie an und spürte einen scharfen Stich in der Brust.
Meine Mutter musterte mich immer noch voller Misstrauen. „Komm, Naomi. Der Arzt wird gleich hier sein, und … Und ich nehme an, Patrick kann sie so weit aufwärmen, dass ihr Leben gerettet ist. Ve… vertrau ihm einfach erst einmal.“ Dad sprach in einem ernsten, düsteren Ton zu ihr.
Ich konnte nicht fassen, dass meine Eltern so geringschätzig von mir dachten.
Ich schätze, das habe ich mir selbst zuzuschreiben.
„Nur ein paar Minuten, um ihren Körper aufzuwärmen, Mom. Der Arzt ist bereits unterwegs“, flehte ich sie weiterhin an.
„Okay. Wir sind draußen“, erwiderte Dad mir gegenüber vorsichtig und warf noch einen letzten Blick auf Sara. Mom protestierte, als er versuchte, sie nach draußen zu zerren, doch er schenkte ihr einen vielsagenden Blick.
Sie brummte missmutig und warf mir einen drohenden Blick zu, bevor sie gemeinsam mit Dad das Zimmer verließ.
Ich schätze, es ist an der Zeit, dass ich mein Verhalten ändere.
Mir ist egal, was andere über mich denken – aber meine Mom …
Sie bedeutete mir alles.
Dad schloss die Tür hinter sich, doch der Blick, den er mir zuvor zugeworfen hatte, schien eine Botschaft zu übermitteln: Er vertraute mir seine Tochter an – und nicht etwa seine Schwiegertochter.
Ich streifte mir sofort die Kleidung vom Leib und schlüpfte unter die Decke.
Ich hatte in meinen Erste-Hilfe-Kursen von dieser Methode gelernt, um Menschen vor Unterkühlung zu bewahren.
Saras Körpertemperatur war extrem niedrig, und ich wusste nicht, ob diese Methode ihr helfen würde oder nicht; doch ich musste irgendetwas unternehmen, um sie zu retten.
Ich zog ihr das Handtuch weg, drehte sie mit dem Gesicht zu mir und presste sie fest gegen meine Brust.
Ich klemmte ihre Beine zwischen meine eigenen und begann, meine Waden an ihren Beinen auf und ab zu reiben, um sie zu wärmen.
Sie war nicht das erste Mädchen und nicht die erste Frau, deren nackter Körper in meinen Armen lag – doch angesichts der Weichheit ihres Körpers spürte ich, wie mein Herz wild zu pochen begann.
„Komm schon. Du darfst mir jetzt nicht einfach so wegsterben, verstanden?“, flehte ich sie verzweifelt an, während ich ihr mit der Hand über den Rücken strich.
Ihr Gesicht war fest unter mein Kinn gepresst.
Lediglich mein Gesicht ragte unter der Decke hervor.
„Ich verspreche dir, dass ich mich endgültig ändern werde – ein für alle Mal. Ich werde mein Verhalten ändern. Ich werde mich nie wieder mit dir streiten. Verdammt, ich werde nie wieder an dir zweifeln. Es tut mir leid – leid wegen allem, was im Restaurant und zu Hause vorgefallen ist, meine Liebe. Bitte gib nicht auf“, redete ich verzweifelt auf sie ein, machte unzählige Versprechungen und entschuldigte mich immer und immer wieder.
Tränen stiegen mir in die Augen, als ich keinerlei Veränderung an ihrem Körper wahrnehmen konnte.
„Komm schon, meine Liebe. Ich bin ein Idiot – aber ich hatte niemals die Absicht … niemals die Absicht, all diese Dinge zu tun. Ich … ich war einfach nur eifersüchtig, verstehst du?“ „Ich … ich habe zugegeben, dass … dass ich eifersüchtig wurde, als ich sah, wie du mit diesem Mädchen sprachst und lachtest. Du … du hast mir nicht einmal ein halbes Lächeln geschenkt – geschweige denn ein herzhaftes Lachen –, und … und doch hast du mit ihr gelacht.“ Ich gestand ihr meine wahren Gefühle, als ich sie mit jenem anderen Mädchen im Restaurant sah.
Mir stockte der Atem, als ich spürte, wie sich etwas gegen meine Brust bewegte.