Aomi:
Es wie Glockenschläge als wir gemeinsam das Wasser berührten. der Mond war gerade aufgegangen und sein Licht leuchtete wie eine Straße der wir nur zu folgen brauchten, gerade aus aufs Meer. Ich ging immer weiter. Ich spürte wie das Wasser um mich herum sich veränderte. Ich ging nicht länger, ich schwamm. Irgendetwas zog in meiner Brust, als wenn ein Haken sich direkt in mein Herz gehackt hätte und ein Fischer zog daran. Als wäre ich Lachs oder so. Es besserte sich etwas als ich mit dem Kopf untertauchte und ich blickte nach unten. Meine Beine waren weg. An deren Stelle war ein langer Fischschwanz getreten. Wurde ich ein Fisch? Würde in ein paar Minuten ein Aomi-Fisch herumschwimmen? Aber meine Sorgen dauerten nur kurz. Als ich zum Luftholen wieder nach oben schwamm, übernahm wieder das Ziehen in meiner Brust. Etwas hatte das jedoch. Es beruhigte jeden Zweifel und gab mir das Gefühl das alles gut war. Ich schwamm weiter. Einige Köpfe beobachteten mich am Rande zwischen Schilf und Wasser hindurch. Sie blieben aber da und verfolgten mich nicht, als ich vorbeischwamm. Luzi war neben mir. Auch sie hatte jetzt diesen Schwimmschwanz. Wir schwammen weiter aufs offene Meer hinaus. Ich begann das Gefühl des Wassers um mich herum zu genießen. Es war wunderbar. Ich weiß nicht wie lange wir schwammen. Es hätten Stunden, aber auch nur Minuten sein können. Irgendwann bog Luzi mit einem letzten Blick nach hinten schwamm sie schweigend nach rechts und war Sekunden danach bereits verschwunden. Ich konnte mittlerweile kein Land mehr sehen, aber der Hacken zog mich immer weiter. Irgendwann merkte ich das er nicht mehr nach vorne, sondern nach unten zog. Also tauchte ich unter. Zu erst hielt ich den Atem an, lies ihn dann aber irgendwann los. Ich konnte problemlos Unterwasser atmen. Sehen war auch kein Problem. Es war alles irgendwie blau, so als ob ich in halb durchsichtiger blauer Farbe schwimmen würde und nicht mitten in der Nacht im Meer.
Endlich sah ich was mich so gezogen hatte. Zwei Steine waren vor mir auf dem Meeresgrund. Es waren aber nicht einfach nur so Steine. Nein, sie leuchteten blau weiß und grün, so als wären sie aus einem Märchenpalast im Buch herausgefallen.
Einen Moment blieb ich stehen und sah sie mir nur an. Dann griff ich nach ihnen und schwamm weiter. Instinktiv wusste ich wo ich hin mußte. Ich schwamm an Land. In Sicherheit. Aber es war nicht einfach ohne Arme zu schwimmen. Das merkte ich auch als weiter schwamm. Flosse tat bald weh und meine Arme wurden immer müder und müder. Ich schlug schneller mit dem Schwanz. Es half nicht.
Luzi:
Ein unglaublicher Schmerz explodierte in meiner Flosse als ich versuchte mit den Teilen weg zu schwimmen. Ich wand mich im Wasser und entdeckte die Umrisse eines fetten Steins. Na super. Ich hatte wohl meine Flosse mit voller Kraft dagegen geschleudert. Seufzend drehte ich mich um und schwamm los. Langsamer als zuvor, weil mein Schwanz immer noch Wellen von Schmerzen durch die Gegend schickte.
Aomi:
Die Luft wurde jetzt langsam knapp. Ich keuchte