Wir kamen gerade dann an, als die Sonne unterging. Keine Ahnung, wann am Tag das ist. Anscheinend ist das ja immer verschieden.
Als ich ausstieg war da direkt das Meer. Es war wie ein Magnet. Wunderschön. Und gefährlich. Die Sonne ging gerade unter und tauchte das ganze in ein goldenes orangenes Licht. Es war perfekt. Meine Beine trugen mich langsam in Richtung Wasser. Es war wie im Traum. Als ich jedoch auf den nassen Steinen stand, achtete ich darauf das nichts von dem nass mich berührte. Etwas in meinem Bauch sagte, ich solle das nicht tun. Noch nicht. Ich hockte mich hin und starrte auf das bisschen Wasser unter mir. Es war blau und schien in der untergehenden Sonne grünlich zu leuchten. Leuchtete Meerwasser grün? Und wieso glitzerte es so faszinierend. Ich wagte mich nicht mich zu bewegen. Nein, ich konnte mich nicht bewegen. Nicht denken. Nur schauen, wie sich das Wasser mit leichten Wellenbewegungen hin und her bewegte. Hin und her. Irgendwo platschte es auch regelmäßig.
„Erst um Mitternacht", Ms. Mauricius Stimmer riss mich aus meiner Trance.
Als ich aufsah, sah ich das sie bereits alles aufgebaut hatten. Luzi war in einer ähnlichen Haltung wie ich und sah leicht verwirrt aus. Aber das konnte auch nur der leichte Schleier sein, der über allem lag.
Ich glaube wir aßen irgendein Sandwich. Dann spielten wir Karten. Ich verlor haushoch. Es half nichts. Ich starrte weiter auf die Sonne, die bald untergehen sollte. Es war gerade 22: 44 Uhr.
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Luzi:
Es war seltsam. Ich wollte im Meer sein, aber gleichzeitig durfte ich es nicht. Meine Instinkte waren gleichzeitig dafür und dagegen. Vorhin hatte ich fast einen Fehler gemacht. Ich starrte auf das Meer. Wie die Sonne auf dem Meer glitzerte. Wie sich alles immer mehr verdunkelte. Es war irgendwie faszinierend. Dann war die Sonne weg. Es war als ob die Temperatur um mehrere Grad sinken würde. Endlich konnte ich meinen Blick lösen. Ein Schauer lief mir den Rücken hinunter. Ich blickte zu Aomi herüber. Sie lächelte, während das Meer creepy wurde. Mom und Dad standen leicht hinter uns und starrten besorgt auf das Meer. Aber ich wusste es besser. Wir waren sicher.
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Aomi:
Es wurde Nacht. Die Sonne war weg. Langsam wurde es unheimlich. Nicht gut. Aber ich hatte keine Angst. Ich fühlte mich sicher. Auch nicht gut. Es hieß, ein Alarmsystem funktionierte einfach nicht. Absolut beschissen.