Melissa Sicht Am nächsten Morgen ergoss sich Sonnenlicht über die Mensa, als wäre die Nacht davor nicht fast mein Ende gewesen. Die Welt drehte sich weiter, gleichgültig wie immer, doch ich saß am Rand davon, starrte auf den Dampf, der aus meinem unberührten Kaffee stieg, und fühlte mich, als gehörte ich nicht mehr hierher. Kennedy hatte seit dieser Nacht nicht mehr mit mir gesprochen. Er hatte Gute Nacht, Melissa gesagt und war gegangen — und ich wusste nicht, ob das ein Abschied war oder ein zerbrechender Neuanfang. Joem, wie immer, blieb in meiner Nähe, still, wachsam, fast schützend. Das Gerücht war noch nicht verstummt, doch ich war nicht mehr so aufgewühlt wie zu Beginn. Als Joem sich mir gegenübersetzte, sagte er zuerst nichts. Sein Tablett krachte leise gegen den Tisch, und s

