MELISSAS SICHT Ich presste meine Hand gegen meine Brust und spürte noch den schwachen Nachhall seines Herzschlags unter meiner Haut pochen. Sein Duft – Erde, Kiefer und Stahl – lag noch immer in der Luft. So sollte es nicht sein. Und doch, aus Gründen, die ich nicht benennen konnte, war ich mir nicht sicher, ob ich wollte, dass es aufhörte. Ich redete mir ein, dass ich all das am Morgen vergessen würde. So tun, als wäre nichts geschehen. So tun, als hätte Joem nicht meinen Atem mit seinem beruhigt. So tun, als hätte ich mich nicht zum ersten Mal seit Jahren sicher gefühlt. Aber in jener Nacht fand ich keinen Schlaf. Meine Wölfin lief rastlos unter meiner Haut auf und ab, verwirrt und nervös. Immer wenn ich die Augen schloss, sah ich sein Gesicht vor mir – die scharfe Linie seines K

