MELISSAS SICHT Am nächsten Morgen Ich hätte schlafen sollen, aber ich tat es nicht. In meinem Kopf liefen seine Worte immer und immer wieder ab, das selbstgefällige Zucken seiner Lippen, die Hitze in seinen Augen, als er Braves Mädchen sagte. Als das erste Morgenlicht durch das Fenster des Schlafsaals drang, war ich bereits angezogen, hatte mein Haar fest gebunden und meine Rippen bandagiert. Ich hasste, dass es mir so wichtig war, pünktlich zu sein. Joem wartete schon, als ich auf dem Trainingsfeld ankam. Er trug diesmal keine Uniform, nur ein schlichtes Hemd; die hochgekrempelten Ärmel legten die Narben an seinen Unterarmen frei. Er wirkte unverschämt ruhig, wie ein Sturm, der seine eigene Stärke kennt. „Pünktlich“, sagte er. „Vielleicht besteht doch Hoffnung für dich.“ Ich verzog

