ALISAS SICHT
Die private Zeremonie fand um Mitternacht im Garten-Penthouse statt, an einem Ort, den die meisten Alphas für geheime Liebhaber reservierten und noch weniger für echte Gelübde.
Lichterketten funkelten durch die Glasdecke wie Sterne, die beschlossen hatten, uns nach Hause zu folgen. Weiße Rosen ergossen sich über die Marmortische; mein Kleid – elfenbeinfarbene Seide, die sich an jede Kurve schmiegte, die ich jahrelang versteckt hatte – fing das Licht ein und fühlte sich an wie flüssiges Mondlicht.
Kael wartete auf mich in der Mitte des Gartens, barfuß auf dem warmen Stein. Den schwarzen Anzug hatte er abgelegt zugunsten eines eng anliegenden schwarzen Hemdes und einer Hose, die Ärmel bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, sodass die kräftigen Unterarme freilagen, die mich einst an einen Schreibtisch gepinnt hatten und jetzt meine ganze Welt hielten.
Die Narbe entlang seines Kiefers fing das Licht, als er lächelte – langsam, boshaft und vollständig mein.
„Du bist früh“, flüsterte ich und trat aus dem Umkleideraum, den er nur für mich gebaut hatte. Meine Stimme zitterte vor Nervosität und Freude.
„Du bist spät“, konterte er, die Stimme rau vor Hunger. „Ich zähle die Minuten, seit Viktor rausgegangen ist.“
Er überbrückte die Distanz in drei Schritten, nahm mein Gesicht in die Hände und küsste mich, als wären die letzten fünf Jahre ein Albtraum gewesen und dies der erste echte Atemzug, den ich je genommen hatte. Sein Mund schmeckte nach Whiskey und für immer. Meine Hände verkrampften sich in seinem Hemd und zogen ihn näher, bis die Bindung so stark zwischen uns vibrierte, dass ich sie in den Zähnen spürte.
„Zu viele Leute“, keuchte ich, als er mich endlich atmen ließ. „Zu viele Augen.“
Sein Grinsen wurde wild. „Gut. Denn ich will, dass jeder Wolf in dieser Stadt weiß, dass du mein bist. Offiziell. Rechtlich. In jeder Weise, die zählt.“ Er ging direkt dort auf dem Marmor auf ein Knie und zog eine kleine schwarze Schachtel aus der Tasche. Darin lag ein schlichter Platinring mit einem einzigen diamantenen Tropfen – nichts Auffälliges, einfach perfekt.
„Alisa Moretti“, sagte er mit tiefer, ruhiger Stimme, „du bist betrunken und zerbrochen in meine Bar gestolpert und wurdest zur stärksten Frau, die ich je getroffen habe. Du hast etwas Echtes aufgebaut, während ich noch Mauern errichtet habe. Du hast dich aus eigener Entscheidung für mich entschieden.
Heirate mich. Lass mich den Rest meines Lebens dafür sorgen, dass dich niemand mehr klein fühlen lässt.“
Tränen brannten in meinen Augen, aber ich lächelte durch sie hindurch. „Ja. Tausendmal ja.“
Er schob mir den Ring an den Finger. Er saß, als hätte er auf mich gewartet. In dem Moment, als das Metall meine Haut berührte, flammte die Bindung auf – goldene Fäden schnappten mit einem scharfen, ekstatischen Klick an ihren Platz. Ich spürte sie wie einen zweiten Herzschlag, tief in meinem Kern, der jede Nervenbahn für sich beanspruchte.
Kael erhob sich, hob mich vom Boden und trug mich direkt ins Schlafzimmer.
Diesmal keine langsame Verführung. Die Bindung verlangte es.
Er legte mich aufs Bett, zog das Kleid mit einem einzigen rauen Ruck bis zur Taille hoch und kniete sich zwischen meine Schenkel. Sein Mund fand mich sofort – heiß, nass, verzweifelt.
Ich schrie auf, die Finger in seinem dunklen Haar vergraben, während er mich verschlang wie ein verhungernder Mann. Zwei dicke Finger glitten in mich, krümmten sich und streichelten genau den Punkt, der meine Sicht weiß aufblitzen ließ. Der Knoten an der Basis seines Schwanzes spannte sich gegen die Hose, so nah, dass ich ihn schmecken konnte.
„Kael – bitte –“
Er knurrte gegen meine Nässe, die Vibration schoss geradewegs in meinen Kern. „Sag es noch einmal.“
„Ich brauche dich. Ich brauche alles von dir. Jetzt.“
Er zog sich schnell aus – Hemd weg, Hose gerade weit genug heruntergeschoben – und stieß mit einem tiefen Stoß in mich. Kein Kondom. Kein Zögern. Die Bindung machte es perfekt, Haut an Haut, jeder Nerv schrie vor Wiedererkennung. Ich schlang die Beine um seine Hüfte und nahm ihn bis zum Anschlag.
Er fickte mich hart und tief, das Kopfteil schlug im Takt seiner Stöße gegen die Wand.
Meine Brüste wippten bei jedem kraftvollen Hüftstoß; er beugte sich vor, saugte eine harte Brustwarze in den Mund, während sein Daumen um meine Klit kreiste. Die Bindung brannte heißer, zog uns zusammen, bis ich nicht mehr unterscheiden konnte, wo ich aufhörte und er anfing.
„Komm auf meinem Schwanz, kleine Wölfin“, raunte er mir ins Ohr. „Lass mich spüren, wie du zerbrichst, während ich dich verknote.“
Ich kam mit einem Schrei, der von den Glaswänden widerhallte, die Wände zogen sich in heftigen Wellen um ihn zusammen.
Er brüllte, die Fangzähne streiften meine Schulter – bissen nicht, nie bissen, bis ich bereit war – und stieß ein letztes Mal zu. Der Knoten schwoll an und schloss uns zusammen. Heiße Pulse fluteten mich, während er meinen Namen wie ein Gebet brüllte.
Wir blieben so, verknotet und zitternd, seine Arme so fest um mich gelegt, dass ich seinen Herzschlag in jedem Teil meines Körpers spürte. Die Bindung pulsierte zwischen uns – golden, unzerbrechlich, und sang mit jedem Atemzug.
Nach langen Minuten wurde er endlich weich genug, um behutsam herauszugleiten, aber er verließ das Bett nicht. Er zog mich an seine Brust, rollte uns, sodass ich über ihm lag, den Kopf auf seiner Schulter, mein Ring kalt und perfekt gegen seine Haut.
„Frau“, murmelte er und küsste meine Schläfe. „Meine Frau.“
Ich lächelte gegen seinen Hals und spürte schon, wie frische Nässe sich sammelte, weil sein Duft mich wieder wahnsinnig machte. „Mann.“
Er lachte, tief und erschöpft, und rollte uns erneut, sodass er wieder oben lag. Sein Mund fand meinen Hals und leckte über die schwache Anspruchs-Marke, die er vor Wochen hinterlassen hatte. „Heute Nacht machen wir es richtig. Jetzt sofort. Die Bindung, den Knoten, alles. Kein Warten mehr.“
Meine Wölfin heulte zustimmend. „Kael… ich bin bereit. Ich will deine Zähne. Ich will deinen Knoten. Ich will in jeder Hinsicht dein sein.“
Seine Augen blitzten bernsteinfarben auf – reiner, wilder Alpha. „Das bist du bereits. Aber ich werde es offiziell machen.“ Er küsste mich langsam und tief, während seine Hand nach unten glitt und mich wieder zum Leben erweckte. „Sag mir, dass du sicher bist.“
„Ich bin sicher.“ Ich wölbte mich in seine Berührung, die Stimme zitterte vor Verlangen. „Ich war noch nie so sicher bei irgendetwas in meinem Leben. Beanspruche mich, Kael. Mach mich vollständig zu deiner.“
Er stöhnte, als hätte ich ihm die Welt geschenkt. „Dann leg dich zurück, kleine Wölfin. Lass mich dich so lieben, wie ich es jahrelang geträumt habe.“
Er schob mich sanft auf den Rücken, setzte sich zwischen meine Schenkel und sah mir in die Augen, als er sich ausrichtete. Der erste Stoß war langsam, dehnte mich auf und ließ mich jeden Zentimeter spüren. Ich stöhnte, die Beine wieder um ihn geschlungen. Er stieß bis zum Anschlag und blieb dort, die Stirn an meiner, schwer atmend.
„Mein“, flüsterte er.
„Dein“, hauchte ich zurück.
Dann bewegte er sich – tiefe, unerbittliche Stöße, die mich wieder an den Rand zerrten, den ich kaum verlassen hatte. Der Knoten begann erneut zu schwellen und drückte bei jedem Zurückziehen gegen meinen Eingang. Ich war so nah, so empfindlich, mein Körper baute bereits auf einen weiteren Höhepunkt hin.
Er beugte sich vor, die Fangzähne streiften meine Schulter erneut – diesmal als Warnung. „Sag mir, dass du bereit bist.“
„Ich bin bereit“, keuchte ich. „Verknote mich. Beanspruche mich. Ich bin dein.“
Die Bindung explodierte.
Seine Zähne bohrten sich mit dem perfekten Druck in meine Schulter. Schmerz blühte hell und scharf auf, schmolz aber sofort in überwältigende Lust. Die Bindung sang so laut, dass ich sie in den Knochen spürte. Im selben Moment schloss sein Knoten uns erneut zusammen, d**k und perfekt, schwoll an, bis wir als eins versiegelt waren. Heiße Pulse füllten mich, während er weiter durch den Verschluss stieß und die letzten Tropfen seiner Freisetzung herausmelkte.
Ich kam erneut, seinen Namen aus der Kehle gerissen, die Wände flatterten und pressten um ihn, während die Anspruchs-Marke heiß und permanent brannte.
Wir blieben lange, zitternde Minuten so verknotet, sein Mund an meiner Schulter, leckte und besänftigte den frischen Biss, während seine Hüften winzige, unbewusste Bewegungen machten.
Als der Knoten endlich nachließ, zog er nicht heraus. Er rollte uns, sodass ich oben war, immer noch aufgespießt, und küsste mich langsam und tief.
„Frau“, flüsterte er gegen meine Lippen. „Meine perfekte, wilde, wunderschöne Frau.“
„Gefährtin“, korrigierte ich und lächelte durch Tränen reiner Freude. „Mein schicksalsbestimmter, rücksichtsloser, Liebe-meines-Lebens-Gefährte.“
Er lachte, das Geräusch vibrierte durch uns beide, wo wir noch verbunden waren. „Zuerst Frau. Immer Gefährtin.“
Ich küsste ihn erneut, langsam und süß, und ließ die Bindung sich in etwas Ruhiges und Ewiges setzen.
Draußen leuchteten weiter die Lichter der Stadt.
Drinnen waren wir endlich, wirklich, zu Hause.
Und was auch immer die Welt uns morgen entgegenwerfen würde – alte Rudel, neue Bedrohungen oder eine weitere Runde Rechtskrieg – wir würden es gemeinsam angehen.
Denn ich lief nicht mehr weg.
Ich lief geradewegs in seine Arme.
Für immer.