Kapitel 11

1453 Words
ALISAS SICHT Das Nachmittagslicht vor dem Gerichtsgebäude fühlte sich zu grell an, als wolle es die Chaos der letzten drei Tage wegwaschen. Meine Beine zitterten immer noch ein wenig von allem – den Schlägen, dem Blut an Kaels Knöcheln, der Art, wie sein Knoten uns in diesem dunklen Flur zusammengeschlossen hatte, als könne die Welt noch ein wenig warten. Aber ich zitterte nicht mehr vor Angst. Das war anders. Das war Feuer unter meiner Haut. Kaels Hand blieb die ganze Zeit in meiner, während wir zum SUV gingen, sein Daumen kreiste langsam über mein Handgelenk, wo die neue Markierungsaugenmarke genau über seiner schwachen saß. Wir redeten kaum. Es gab nichts zu sagen, das nicht zu groß, zu roh wirkte. Das alte Rudel lag in Handschellen. Mein Restaurant gehörte mir rechtlich. Jeffs Gesicht war weiß geworden, als der Richter urteilte, und der Anruf meiner Mutter war direkt danach gekommen, ihre Stimme brach vor etwas, das fast wie Reue klang. Sie hatte aufgelegt, bevor ich antworten konnte. Im SUV umhüllte mich Kaels Duft wie eine Decke – Zeder und Regen und etwas Dunkleres, etwas, das nach Zuhause roch. Meine Wölfin hatte sich endlich beruhigt. Nein, nicht beruhigt. Beansprucht. Markiert. Erwählt. Er warf mir einen Blick zu, Kiefer angespannt, die Augen noch ein wenig wild. „Alles gut, kleine Wölfin?“ Ich lachte leise. Es kam zittrig heraus, aber ehrlich. „Mir geht’s besser als gut. Ich habe gekämpft. Ich habe ihn bluten lassen. Ich—“ Ich schluckte, die Worte blieben mir im Hals stecken. „Ich habe mich wieder wie ich selbst gefühlt. Nicht die perfekte Ehefrau. Nicht das ängstliche Mädchen, das für einen Mann kochte, der sie nicht wollte. Einfach … ich.“ Kaels freie Hand griff über und packte meinen Oberschenkel, drückte einmal zu. „Das habe ich heute gesehen. Das habe ich schon immer gesehen. Du warst stärker, als du wusstest.“ Wir hielten vor dem Penthouse. Der Portier stellte keine Fragen. Drinnen fingen die Stadtlichter gerade an zu flackern. Kael schloss die Tür ab, ließ unsere Taschen im Eingangsbereich fallen und drehte sich zu mir um. Die Luft veränderte sich sofort – d**k, geladen, elektrisch. Er sagte nichts. Er zog mich einfach an sich, sein Mund krachte auf meinen. Dieser Kuss war anders als die im Flur. Hungriger. Tiefer. Als wolle er jede Sekunde speichern, bevor die Welt uns wieder einholte. Seine Hände waren überall – glitten unter mein Kleid, schoben es bis zu meinen Hüften hoch, Finger hakten sich in meine Unterwäsche und rissen sie herunter. Ich trat sie ab, keuchte, als seine Handfläche mich umschloss, zwei dicke Finger ohne Vorwarnung durch meine Nässe glitten. Ich stöhnte in seinen Mund, meine Hüften rollten instinktiv gegen seine Hand. „Fuck, Alisa“, knurrte er gegen meine Lippen. „Schon so nass. Immer noch nach mir versessen?“ „Ja“, hauchte ich, Nägel in seinen Schultern vergraben. „Versessen seit dem Flur.“ Er drehte uns, schob mich rückwärts, bis mein Rücken gegen das kühle Glas des Wohnzimmerfensters stieß. Die Stadt funkelte unter uns, gleichgültig gegenüber dem, was wir taten. Kael ging auf die Knie, schob mein Kleid ganz hoch und vergrub sein Gesicht zwischen meinen Schenkeln. Seine Zunge war unerbittlich – leckte, saugte, fickte in mich hinein, während zwei Finger sich in mir krümmten und genau die Stelle streichelten, die Sterne hinter meinen Augen explodieren ließ. Ich kam heftig, eine Hand in seinem Haar verkrampft, die andere gegen das Fenster gestützt. „Kael—oh Gott—“ Er hörte nicht auf, bis ich zitterte, überempfindlich, seinen Namen wie ein Gebet wimmerte. Erst dann stand er auf, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und grinste dieses gefährliche, zufriedene Grinsen. Mein Zug. Ich schob seine Anzugsjacke von den Schultern, dann das Hemd, beobachtete, wie die Narben auf seiner Brust und seinem Rücken unter den Stadtlichtern schimmerten. Sein Schwanz war bereits hart, drängte gegen seine Hose, der Knoten an der Basis sogar durch den Stoff geschwollen. Ich ging genau dort auf dem Teppich auf die Knie, öffnete seinen Gürtel und befreite ihn. Er zischte, als mein Mund ihn umschloss – heiß, salzig, perfekt. Ich saugte ihn tief, hohlte die Wangen ein, eine Hand strich über das, was ich nicht ganz nehmen konnte. „Alisa“, stöhnte er, Hüften zuckten. „Kleine Wölfin … f**k, du bringst mich zu schnell zum Kommen.“ Ich nahm ihn gerade so weit heraus, um zu ihm hochzulächeln. „Lass mich.“ Ich nahm ihn wieder in den Mund, diesmal tiefer, würgte leise, als er den Rachen erreichte. Seine Hände vergruben sich in meinem Haar, führten mich, zwangen mich aber nicht. Ich liebte das – liebte, wie er mich das Tempo bestimmen ließ, obwohl er hätte übernehmen können. Ich arbeitete mit ungeteilter Konzentration an ihm, Zunge kreiste um die Spitze, eine Hand massierte seine Eier, die andere strich den Ansatz. Er hielt länger durch, als ich erwartet hatte. Als er schließlich kam, war es mit einem tiefen, kehligen Brüllen, überflutete meinen Mund mit heißen Schüben. Ich schluckte jeden Tropfen, die Augen die ganze Zeit auf ihn gerichtet, bis er erschöpft und zitternd war. Er zog mich hoch, küsste mich, sodass ich mich selbst auf seiner Zunge schmecken konnte. „Jetzt will ich dich schmecken“, murmelte er, hob mich mühelos hoch und trug mich ins Schlafzimmer. Wir schafften es nicht ganz. Er ließ mich auf dem Bett fallen, zog mich komplett aus und kroch zwischen meine Schenkel wie ein verhungernder Mann. Sein Mund an meiner Muschi war noch unerbittlicher als zuvor – zwei Finger stießen in mich hinein, Zunge knipste an meinem Kitzler, saugte, bis ich ein zitterndes Durcheinander war. Die Bindung zwischen uns flammte hell auf, goldene Fäden verdrehten sich mit jedem Stöhnen, das ich ihm gab, fester. Ich kam erneut, härter, Nägel rissen seinen Rücken hinunter. Er machte weiter, wurde nur sanfter, als ich ihn anflehte aufzuhören, glitt dann meinen Körper hinauf und küsste mich wieder. Wir waren beide nackt. Sein Schwanz drückte gegen meinen Eingang, d**k und heiß. Keine Eile. Er sah mich nur an, während er langsam eindrang, Zentimeter für Zentimeter, bis wir zusammengeschlossen waren und die Bindung sang. „Mein“, flüsterte er, Stirn an meiner. „Sag es nochmal.“ „Ich gehöre dir“, keuchte ich, Beine um seine Taille geschlungen. „Alles an dir. Das Gute und das Schlechte.“ Dann bewegte er sich – tiefe, rollende Stöße, die an jeder empfindlichen Stelle entlangzogen. Die Bindung ließ es sich anfühlen, als wären wir eine Person. Jedes Mal, wenn er den perfekten Winkel traf, explodierte die Lust in Wellen durch mich. Ich begegnete ihm Stoß für Stoß, Nägel gruben sich in seine Schultern, hinterließen kleine rote Marken, die er tagelang tragen würde. Als der dritte Orgasmus aufbaute, griff er zwischen uns und rieb meinen Kitzler in engen Kreisen. „Komm mit mir“, befahl er, Stimme rau. Ich zerbrach um ihn herum, klemmte so fest, dass er fluchte und mir über den Rand folgte. Sein Knoten schwoll an, schloss uns erneut zusammen. Diesmal, während wir zusammen pulsierten, flammte die Bindung ein letztes Mal auf – hell, blendend – bevor sie sich in etwas Permanentes legte. Ein sanftes goldenes Leuchten legte sich über uns beide, nur für unsere Wölfe sichtbar. Die Markierungsaugenmarke an meinem Hals brannte eine Sekunde heiß, dann kühlte sie zu etwas Schönem und Dauerhaftem ab. Wir blieben lange Minuten so verbunden, atmeten einander ein. Sein Gewicht war perfekt, schwer und sicher. Sein Duft war überall. Mein Körper summte vor Zufriedenheit. Irgendwann zog er behutsam heraus, küsste die Markierungsaugenmarke und zog die Decken um uns. Er zog mich auf sich, meinen Kopf unter sein Kinn. „Morgen ist der große Tag“, sagte er leise. „Die Scheidung ist endgültig. Du bist frei.“ Ich strich mit einem Finger über die Narbe an seinem Kiefer. „Und du gehörst jetzt mir. Wirklich.“ Er lächelte gegen mein Haar. „Immer schon.“ Draußen bewegte sich die Stadt weiter. Jeffs Imperium bröckelte. Meine Mutter hatte wieder angerufen – Stimme zitternd – mit einer Entschuldigung, die sie wahrscheinlich nicht meinte. Das alte Rudel war jetzt im System, ihre Drohungen nichts als Worte auf Papier. Aber innerhalb dieser Wände, mit Kaels Armen um mich und seinem Herzschlag gleichmäßig unter meinem Ohr, fühlte ich, wie die letzten Teile an ihren Platz klickten. Ich war nicht mehr Alisa Moretti, die perfekte Ehefrau, die wartete. Ich war Alisa Draven – bald. Die Omega, die aus dem Käfig gegangen war, für ihre Freiheit gekämpft und den Mann beansprucht hatte, der sie nie loslassen würde. Und zum ersten Mal hatte ich keine Angst vor dem, was als Nächstes kam. Denn ich war nicht mehr allein darin.
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