ALISAS SICHT
Die Lichter der Penthouse-Wohnung verdunkelten sich in dem Moment, als sich die Aufzugstüren hinter uns schlossen. Ich hatte kaum Zeit, meine High Heels auszuziehen, da hatte Kael mich schon gegen die verspiegelte Wand gedrückt, den Rücken an das kühle Glas, sein Körper schloss mich vollständig ein. Die Stadtskyline glitzerte hinter mir wie ein Versprechen, das ich nicht länger fürchten musste.
„Du warst heute perfekt“, knurrte er, die Stimme rau und kiesig an meinem Ohr. Seine Hände – noch immer mit dem Blut eines anderen befleckt – glitten unter mein Kleid, packten meinen Arsch und hoben mich an, bis meine Beine sich um seine Hüfte schlangen. „Meine Gefährtin. Die an meiner Seite kämpfte, als wäre sie dafür geboren.“
Hitze durchflutete mich sofort. Das Band sang, d**k und golden, spannte jeden Nerv.
Ich spürte die harte Länge von ihm an meinem Kern, die bereits durch seine Hose drängte. „Du warst derjenige, der vier Männer niedergestreckt hat, ohne auch nur ins Schwitzen zu kommen. Ich habe nur… einen oder zwei Schläge ausgeteilt.“
Er lachte, dunkel und erfreut, und biss in meinen Nacken, genau über der Anspruchsmarkierung. Nicht fest genug, um mich erneut zu markieren – noch nicht –, aber genug, um mich stöhnen zu lassen. „Du hast sie geworfen. Als hättest du dein ganzes Leben darauf gewartet.“ Seine Finger schoben mein Höschen beiseite und fanden mich triefend nass, die Feuchtigkeit bereits an seiner Haut. „So verdammt bereit für mich.“
Ich wimmerte und rollte meine Hüften gegen seine Hand. „Neck mich nicht. Bitte, Kael.“
Das letzte Wort löste sich in ein Stöhnen auf, als er sich befreite und mit einem einzigen, glatten Stoß tief in mich eindrang. Mein Kopf fiel gegen den Spiegel zurück. Er hielt mich dort, schwebend, und begann sich zu bewegen – harte, gleichmäßige Stöße, die mich gegen das Glas rüttelten. Jedes Gleiten von ihm riss einen gebrochenen Laut aus meiner Kehle.
„Schau uns an“, befahl er, die Stimme sank in dieses gefährliche Alpha-Register. „Sieh, wem du jetzt gehörst.“
Ich tat es. Unsere Spiegelbilder starrten zurück – seine breiten Schultern glänzten vor Schweiß, meine kleine Gestalt wurde von ihm verschlungen, meine Brüste hüpften bei jedem kraftvollen Stoß seiner Hüften. Das Band flammte heller auf, Fäden aus Licht spannten sich zwischen uns wie unter Strom stehende Drähte. Ich streckte die Hand aus, legte die Handfläche an den Spiegel und traf seinen Blick im Spiegelbild.
„Dein“, keuchte ich. „Immer dein.“
Er knurrte, die Reißzähne streiften meine Schulter, ohne zu durchdringen. „Sag es, während du kommst.“
Ich zerbrach um ihn herum mit einem Schrei, der vom Glas widerhallte. Meine Wände spannten sich an, melkten ihn, während die Lust in weißen, heißen Wellen durch mich krachte. Er folgte sofort, bohrte sich bis zum Anschlag in mich und verknotete sich mit einem tiefen, gutturalen Brüllen.
Das Band schloss uns zusammen – jetzt endgültig, die goldenen Fäden pulsierten im Takt unserer Herzen. Ich spürte jeden Puls seiner Entladung, heiß und endlos, die mich überflutete, bis ich nicht mehr unterscheiden konnte, wo er endete und ich begann.
Wir blieben so verkettet, keuchend, Stirnen aneinander im Spiegel. Seine Hände strichen langsam und beruhigend über meinen Rücken. „Du zitterst.“
„Ich glühe“, korrigierte ich und lächelte gegen seinen Nacken. „Und ich fühle mich… verändert. Als könnte ich zum ersten Mal richtig atmen.“
Er küsste die Anspruchsmarkierung an meinem Nacken, jetzt sanft. „Das bist du. Frei. Mein in jeder Hinsicht, die zählt.“
Schließlich setzte er mich auf die Füße, behielt aber einen Arm um meine Taille, damit ich nicht zusammenbrach. „Aber der Krieg ist noch nicht vorbei. Mein altes Rudel hat noch Freunde im Rat. Sie werden versuchen, Fäden zu ziehen. Blackwood bereitet bereits einen vollständigen Bericht für die Anhörung morgen vor.“
Ich lehnte mich zurück, um ihn anzusehen, und strich mit einer Fingerspitze über die frischen Kratzer an seinen Knöcheln. „Dann seien wir bereit. Ich werde mich nicht länger hinter dir verstecken.“
Seine Augen verdunkelten sich vor neuer Hitze. „Gut. Denn ich habe vor, dich genau hier zu behalten – unter mir, um mich herum, in mir –, bis die letzte Schuld beglichen ist und du meinen Ring trägst.“
Ein leises Klopfen ertönte an der Tür. Blackwoods Stimme, gedämpft. „Sir. Mrs. Moretti. Wir haben ein Update.“
Kael bewegte sich nicht, knurrte nur leise an meinem Ohr. „Ignorier ihn. Oder… vielleicht doch nicht. Komm, kleiner Wolf. Lass sie warten.“
Wir zogen uns langsam an und lachten wie Teenager, die beim Heimlich-Rausschleichen erwischt worden waren. Als wir schließlich die Tür öffneten, warf Blackwood einen einzigen Blick auf uns – geschwollene Lippen, zerzaustes Haar, mein Nacken noch schwach von Kaels Mund gezeichnet – und hob eine Augenbraue. „Ich bin im Arbeitszimmer. Der Kaffee ist fertig.“
Er ging, ohne auf eine Antwort zu warten.
Kael zog mich ins Arbeitszimmer, setzte mich auf seinen Schoß auf dem breiten Ledersofa und öffnete seinen Laptop. Der Bildschirm leuchtete mit forensischen Berichten, Banküberweisungen und Sicherheitsaufnahmen aus dem Gerichtsflur.
„Siehst du das?“ Er zeigte auf eine geschwärzte Zeile. „Der Anführer des alten Rudels – Viktor – hat einen Deal mit Jeffs Familie gemacht. Die füttern sie mit Informationen über mich. Wenn wir nicht handeln, leaken sie die ‚Draven-Verbrechen‘ bis morgen früh an jeden hochrangigen Alpha.“
Ich lehnte mich näher, die Schulter an seine Brust. „Dann handeln wir zuerst. Was brauchst du von mir?“
„Deine Aussage. Alle Details. Wie er die Ehe als Deckmantel benutzt hat. Wie er dich behandelt hat. Ich will sie aufgezeichnet haben, nicht nur berichtet. Der Rat muss dich das sagen hören.“
Ich schluckte schwer, nickte aber. „Das kann ich. Für dich.“
Er küsste meine Schläfe. „Für uns.“
Die Aufnahme dauerte zwei Stunden. Ich saß im Ledersessel, die Stimme ruhig, während ich das Jahrestagsessen, die VIP-Suite und die Art beschrieb, wie Jeff mich angesehen hatte, als wäre ich Hintergrundgeräusch. Jedes Mal, wenn Kaels Hand unter dem Tisch die meine fand, drückte er zu – Trost und Hitze und Liebe zugleich.
Als es endete, fühlte sich die Stille im Raum anders an. Leichter.
Kael stand auf, zog mich hoch und küsste mich, als hungerte er. „Das haben wir uns verdient“, murmelte er. „Heute Nacht kein Planen mehr. Keine Drohungen mehr. Nur du. Nur ich. Nur für immer.“
Wir gingen ins Schlafzimmer. Die Kleidung lag in einer Spur auf dem Boden. Diesmal nahm er sich Zeit – er kartierte jeden Zentimeter von mir mit seinem Mund, lernte die neuen Laute, die ich machte, wenn er an meiner Klitoris saugte oder die Finger genau richtig krümmte.
Ich ritt sein Gesicht, bis ich seinen Namen schluchzte, dann schwang ich mich über ihn und sank langsam und tief auf seinen Schwanz, ließ das Band jede Bewegung führen.
Er packte meine Hüften, die Augen fest auf meine gerichtet. „Ich liebe dich, Alisa Moretti. Nicht das Band. Nicht die Markierung. Dich. Die Frau, die aus dem Nichts ein Restaurant aufgebaut hat und sich dann einem Rudel entgegengestellt hat, das versucht hat, sie zu begraben.“
Tränen brannten in meinen Augen. „Ich liebe dich auch. Mein rücksichtsloser, wunderschöner Alpha. Mein Gefährte.“
Wir kamen erneut zusammen, der Knoten schloss uns fest, während das Band seine letzte, perfekte Note sang. Danach lagen wir in Seidenlaken verschlungen, seine Finger zeichneten träge Kreise über die Anspruchsmarkierung an meinem Nacken.
„Morgen“, sagte er schläfrig, „stellen wir uns dem Rat. Und danach… heiraten wir. Ruhig. Nur wir. Dann kann ich dich endlich so verknoten, wie ich es jahrelang geträumt habe.“
Ich lächelte gegen seine Brust. „Versprochen?“
„Versprochen.“ Seine Stimme driftete bereits in den Schlaf. „Für immer, kleiner Wolf.“
Ich lauschte seinem Herzschlag, der langsam und gleichmäßig wurde, der Duft von ihm umhüllte mich wie der sicherste Käfig der Welt. Draußen summte die Stadt vor Drohungen und Geheimnissen. Drinnen waren wir sicher.
Das alte Rudel konnte kommen und der Rat konnte urteilen.
Aber ich war nicht mehr allein.
Ich hatte meinen Gefährten, und er hatte mich.