ALISA SICHT
„Alisa Moretti braucht die vollen Ressourcen der Kanzlei“, sagte Kael, Stimme knapp. „Scheidung von Jeff Moretti. Hochkonflikt. Finanzen, Restaurantbesitz, Rudelpolitik. Ich will es wasserdicht. Du wirst Lead Counsel. Ich konsultiere dich.“
Blackwoods Augenbrauen hoben sich einen Bruchteil, aber er nickte. „Verstanden. Mrs. Moretti, wenn Sie mitkommen, können wir mit dem Intake beginnen—“
„Nein.“ Das Wort verließ mich, bevor ich es stoppen konnte. Beide Männer drehten sich um. Ich hob das Kinn, traf Kaels Blick frontal, obwohl meine Knie zitterten. „Wenn du es nicht persönlich handhabst, gehe ich. Ich wurde mein ganzes Leben lang herumgereicht und abgetan. Ich werde diesen Kampf nicht mit jemandes Zweitem Kommandeur beginnen.“
Ein langsames, vernichtendes Lächeln breitete sich über Kaels Gesicht aus. Stolz. Hunger. Herausforderung. „Freche kleine Wölfin. Du lernst schon.“
Blackwood räusperte sich. „Das ist höchst unregelmäßig—“
„Verlasst uns“, befahl Kael. Der Alpha-Befehl rollte durch den Raum wie Donner. Blackwood zögerte nur eine Sekunde, bevor er austrat und die Tür leise schloss.
In der Sekunde, in der wir allein waren, bewegte sich Kael. Er drängte mich gegen den Schreibtisch, Hände auf beiden Seiten meiner Hüften abgestützt, mich einengend ohne zu berühren. Sein Duft intensivierte sich, dunkel und besitzergreifend, ließ meinen Kopf schwirren. „Du willst, dass ich meine Lizenz für dich riskiere?“
„Ich will das Beste“, atmete ich. Meine Hände ballten sich in seiner Anzugsjacke, bevor ich sie stoppen konnte. „Und gerade jetzt bist das du. In jeder Hinsicht.“
Seine Kontrolle riss. Eine Sekunde gab es Raum, die nächste krachte sein Mund auf meinen – nichts wie die zurückgehaltene Hitze von der Bar. Das war Verhungern. Seine Zunge fegte hinein, beanspruchte, kostete, und ich stöhnte hinein wie die verzweifelte Omega, die ich war. Er hob mich auf den Schreibtisch, trat zwischen meine Schenkel, rieb sich an mir durch unsere Kleidung. Ich spürte, wie hart er war, d**k und insistierend, und mein Körper erinnerte sich an jeden Zentimeter.
„Fuck, Alisa“, knurrte er gegen meine Lippen. „Du riechst wie Himmel und meins. Ich bin hart, seit du heute Morgen mein Bett verlassen hast.“ Seine Hand glitt unter meinen Rock, Finger strichen den Rand meiner Unterwäsche nach, fanden sie durchtränkt. Ein tiefes, anerkennendes Grollen vibrierte in seiner Brust. „Schon tropfend für mich. Gutes Mädchen.“
Ich winselte, Hüften rollten schamlos gegen seine Berührung. „Kael… wir können nicht… hier…“
„Wir können.“ Zwei dicke Finger schoben meine Unterwäsche beiseite und sanken ohne Vorwarnung in mich. Ich schrie auf, Kopf fiel zurück. Er krümmte sie perfekt, strich über die Stelle in mir, die Sterne hinter meinen Augen explodieren ließ. „So eng. Immer noch geschwollen von letzter Nacht. Du hast mich so gut genommen, Mate. Jeden Zentimeter genommen und um mehr gebettelt.“
Meine Wände preßten sich um seine Finger. Das Büro, die Scheidung, Jeff – alles verblasste unter dem Ansturm. Er pumpte schneller, Daumen kreiste mit rücksichtsloser Präzision um meinen Kitzler. Ich würde peinlich schnell kommen.
„Schau mich an, wenn du zerfällst“, befahl er.
Ich tat es. Diese bernsteinfleckigen Augen fixierten die meinen, als der Orgasmus durch mich riss. Ich zerbrach mit einem erstickten Schrei, biss mir die Lippe hart genug, um Blut zu ziehen. Er strich weiter durch mich hindurch, milderte nur, als ich gegen seine Brust sackte, keuchend.
Er zog seine Finger zurück und brachte sie zu seinem Mund, leckte sie sauber mit einem Stöhnen, das frische Hitze in meinem Bauch sammeln ließ. „Köstlich. Aber das ist nicht die Zeit.“
Ich blinzelte, benommen. „Was?“
Er richtete meinen Rock mit überraschender Zärtlichkeit, küsste dann meine Stirn. „Du bist immer noch legal verheiratet. Jeff könnte das gegen dich verwenden. Ich werde ihm keine Munition geben.“ Seine Stimme sank. „Aber in der Sekunde, in der du frei bist, begrabe ich mich so tief in dir, dass du mich tagelang spüren wirst. Ich werde dich richtig beanspruchen – Zähne, Knoten, das ganze wilde Paket. Bis jeder Wolf in dieser Stadt weiß, dass du mir gehörst und ich dir.“
Mein Atem stockte. Das Bild war dreckig, überwältigend, perfekt. Aber Angst ringelte sich immer noch darunter. „Ich kenne dich kaum. Letzte Nacht war… rücksichtslos. Was, wenn diese Bindung nur Biologie ist? Was, wenn du nur ein weiterer Alpha bist, der mich besitzen will?“
Kael nahm mein Gesicht in die Hände, Daumen strichen über meine tränenüberströmten Wangen. „Ich habe vierunddreißig Jahre auf dich gewartet. Ein Imperium aufgebaut, damit niemand dich je von mir nehmen kann. Ich habe dich heute Morgen gehen lassen, weil du zuerst Stärke wählen musstest. Aber mach keinen Fehler, Alisa – ich werde für dich kämpfen mit jeder Waffe, die ich habe. Legal. Finanziell. Zähne und Klauen, wenn es darauf ankommt. Du bist kein Besitz. Du bist mein Gleichgestellter. Mein Heimkommen.“
Die Aufrichtigkeit in seiner Stimme brach etwas Tiefes in mir. Ich wollte ihm glauben. Gott, ich tat es.
Er trat zurück, richtete seine Krawatte, als hätte er mich nicht gerade auf seinem Schreibtisch fingergefickt. „Wir werden es sorgfältig strukturieren. Blackwood wird das Gesicht für die Einreichungen sein, aber ich leite die Strategie. Heute Nacht bleibst du in meinem Penthouse. Sicher. Getrennte Betten, wenn du brauchst. Morgen beginnen wir, deinen Ehemann zu demontieren.“
„Ich habe das Restaurant.“
„Habe schon ein Team, das es beobachtet. Jeff wird nicht anfassen, was deins ist.“ Er zog eine schlanke schwarze Karte aus seiner Schublade und drückte sie in meine Handfläche. „Meine private Nummer. Benutze sie. Für alles.“
Ich nahm sie, Finger strichen an seinen. Der Funke war immer noch da. „Das ist verrückt. Du bist verrückt.“
„Zertifiziert“, stimmte er zu, dieses böse Grinsen kehrte zurück. „Für dich.“
Als ich sein Büro auf wackligen Beinen verließ, das Gewicht seines Dufts an meiner Haut haftend wie ein Versprechen, fühlte ich etwas, das ich seit Jahren nicht gefühlt hatte: Hoffnung. Scharf, erschreckend, berauschend Hoffnung.
Aber als der Aufzug hinabfuhr, vibrierte mein Telefon. Jeff.
„Du denkst, du kannst zu Draven rennen? Schlechter Zug, Ehefrau. Ich weiß Dinge über deinen neuen ‚Anwalt‘, die euch beide verbrennen werden. Komm nach Hause. Jetzt.“
Mein Blut wurde kalt. Ich griff das Telefon fester, starrte auf die Nachricht, bis der Bildschirm verwischte.
Kaels Stimme hallte in meinem Kopf: „Ich werde ihn begraben.“
Ich tippte zurück mit ruhigen Fingern.
„Geh zur Hölle. Ich bin schon frei.“
Die Aufzugstüren öffneten sich in die belebte Lobby. Ich trat hinaus, Kinn hoch, der Geist von Kaels Berührung immer noch brennend zwischen meinen Schenkeln und der Geschmack von Möglichkeit auf meiner Zunge.
Das war nicht vorbei. Es begann erst.
Und zum ersten Mal rannte ich nicht weg.
Ich rannte auf etwas zu, das es wert war, dafür zu kämpfen.