Kapitel 3

1237 Words
Cassandras POV Der Regen strömte hart, kalt und scharf herab und traf meine Haut wie winzige Nadeln. Ich rannte so schnell ich konnte, meine Füße spritzten durch Pfützen auf dem rissigen Bürgersteig. Meine nasse Bluse klebte an meinen Armen und meiner Brust und zeigte die blauen Flecken, die von Evans Verrat brannten. Mein Atem kam in kurzen, schnellen Atemzügen. Mein Herz fühlte sich schwer, voller Schmerz und Wut. Ich habe nicht zurückgeschaut. Nicht ein einziges Mal. Die Stadt um mich herum bestand aus verschwommenen grauen Straßen, blinkenden Lichtern, die alle miteinander verschmolzen, als ich vor allem weglief, was ich einmal kannte. Plötzlich explodierte ein heller Blitz vor meinen Augen, der weißes Licht blendete und wie ein Messer durch den Regen schnitt. Scheinwerfer. Ein Auto kam direkt auf mich zu. Angst drückte meine Kehle fest. Mein Herz pochte laut in meiner Brust. Ich versuchte, meine Augen mit Händeschütteln zu bedecken, aber es war zu spät. Der Boden schien sich unter mir zu drehen, und ich verlor mein Gleichgewicht und fiel zu Boden. Aber bevor ich bewusstlos wurde, sah ich ihn. Ein Mann steigt aus dem Auto. Groß, mit breiten Schultern, hält einen großen schwarzen Regenschirm gegen den Regen. Seine Bewegungen waren ruhig und sicher, als ob er in den Sturm gehörte, aber nie von ihm berührt wurde. Die Straßenlaterne flackerte und beleuchtete für einen Moment sein Gesicht. Sein Haar war dunkel und d**k, ein wenig unordentlich vom Regen. Sein Kiefer war stark und scharf, mit ein wenig Stoppeln, die ihn sowohl rau als auch gut aussehen ließen. Aber das, was mir am meisten aufgefallen ist, waren seine Augen. Sie waren dunkel und tief, wie stille Stürme, die im Inneren verborgen waren. Sein Blick war ruhig, aber stark und zog mich ohne ein Wort hinein. Es gab etwas an ihm, eine stille Kraft, die nicht schreien musste, um bemerkt zu werden. Mein Herz sprang einen Schlag aus, nicht aus Angst, sondern aus dem seltsamen Gefühl, das seine Augen mir gaben. Ich wollte mich an alles an ihn erinnern, an die Art und Weise, wie der Regen von seinem Regenschirm rutschte, an die langsame, ruhige Art und Weise, wie er auf mich zuging, aber alles verblasste. Meine Augenlider fühlten sich schwer an. Dann wurde alles schwarz. _ _ _ Cassandras POV Ich öffnete langsam meine Augen, das weiche Morgenlicht filterte durch schwere Vorhänge. Ein dumpfer Schmerz pulsierte in meinem Kopf, und mein Körper fühlte sich steif und ungewohnt unter den knackigen weißen Laken an. Ich blinzelte und versuchte, meine Umgebung zu verstehen. Wo war ich? Mein Herz beschleunigte, als ich den Raum scannte, geräumig, aber kalt und seltsam. Die Wände wurden in gedämpftem Creme gestrichen, verziert mit ein paar verzierten Rahmen. Einer erregte sofort meine Aufmerksamkeit. Ich setzte mich scharf auf und starrte. Es war ein Foto. Darin standen drei Personen: ein Mann, den ich nicht erkannte, älter und würdevoll, mit silbergestreiftem Haar und scharfen Gesichtszügen; neben ihm ein junges Mädchen, das schüchtern lächelte; und leicht auseinander stand Evan, der jünger, aber unverkennbar aussah. Mein Atem war da. Wo zum Teufel war ich? Meine Gedanken rasten, die Panik stieg. Ich schwingte meine Beine über die Seite des Bettes und stand abrupt, der Schwindel machte mich ins Stocken. Der Bettpfosten klapperte, als ich mich stabilisierte. Das war nicht mein Zuhause. Nicht mein Zimmer. Plötzlich knarrte die Tür auf. Ich wirbelte herum, um einen großen Mann zu sehen, der hineintrat, seine Anwesenheit befehligt sogar im ruhigen Raum. Hinter ihm trug eine Frau in Dienstmädchenuniform ein mit Essen beladenes Tablett und stellte es vorsichtig auf einen kleinen Tisch, bevor sie ihren Kopf respektvoll senkte und sich ohne ein Wort zurückzog. Die dunklen Augen des Mannes waren auf meine gerichtet, scharf und unleserlich. Sein dunkles Haar war ordentlich zurückgekämmt, was eine starke Kieferlinie und einen Ausdruck zeigte, der sowohl kalt als auch ernst war. "Ich sehe, dass du wach bist", sagte er deutlich, seine Stimme war ruhig, aber mit einer Kante. Ich öffnete meinen Mund, um zu sprechen, aber er fuhr fort, ohne zu warten. "Ich weiß nicht, warum du ohnmabt bist, aber du siehst jetzt für mich gut aus." Er griff in seine Tasche und zog ein dickes Bündel Bargeld heraus, wobei er die Geldscheine auf das Bett neben mir fallen ließ. „Hier. Mach dich sauber. Essen. Dann geh.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte er sich um und ging aus dem Raum, wobei seine Schritte den Flur hinunter verblassen. Mein Mund öffnete sich ungläubig, meine Finger umklammerten die Seite meiner Kleidung, als Wut in mir sprudelte. Die Art und Weise, wie dieser Mann mit mir gesprochen hatte, so kalt, so unhöflich, es war, als wäre ich nichts anderes als ein störender Fremder, nicht jemand, der gerade durch die Hölle gegangen war. Doch so sehr seine Worte stachen, zerrte etwas an seinem Gesicht an den Rändern meiner Erinnerung. Ich runzelte die Stirn und versuchte, ihn dort zu platzieren, wo ich ihn zuvor gesehen hatte. Die scharfen Gesichtslinien, die tiefen dunklen Augen, die Art und Weise, wie sein Haar perfekt zurückgeglättet wurde. Es kam mir alles bekannt vor. Dann traf es mich wie ein plötzlicher Ruck. Das war Evans, mein Freund... nein, Ex-Freund... der Onkel dieses Bastards. Meine Gedanken rasten zurück zu der Zeit, als Evan mir ein Foto von einem Mann gezeigt hatte, groß, gutaussehend auf eine kalte, distanzierte Art und Weise, sein Haar mit Silber gestreift, das neben einem jungen Mädchen stand. Evan hatte über seinen Onkel gesprochen, als wäre er eine unantastbare Figur, mächtig, reich und immer weit weg, im Ausland lebend. Meine Wut verwandelte sich in etwas Schärferes, eine Mischung aus Neugier und Misstrauen. So wie der Mann gesprochen hatte, war klar, dass er nicht wusste, wer ich war. Das ließ meine Lippen nur zu einem langsamen, berechnenden Lächeln zusammenrollen. Ein Plan bildete sich. Ohne zu zögern eilte ich aus dem Zimmer. Der Flur war lang und schwach beleuchtet, der polierte Boden glitzte schwach unter dem sanften Leuchten des Kronleuchters. Am anderen Ende entdeckte ich ihn, den Mann aus dem Raum, der stetig ging, seine Schritte gemessen, sein Rücken gerade und befehlig. "Hey!" Ich rief, meine Stimme klingelte scharf und klar durch den ruhigen Flur. Er hielt inne und drehte sich dann langsam um, um mir gegenüber zu stehen. Sein Gesichtsausdruck war unlesbar, ruhig, fast stoisch. "Du hattest kein Recht, dort hinten so mit mir zu reden", sagte ich, meine Stimme stand trotz der anhaltenden Schmerzen in meinem Hals fest. Seine dunklen Augen verengten sich leicht, aber er sagte einen Moment lang nichts. "Und wie sollte ich mit dir sprechen?" Fragte er schließlich, sein Ton sogar, aber mit einer Kante, die auf Ungeduld hindeutete. "Für den Anfang", antwortete ich und näherte mich, "hast du dich vorstellen können. Erklärt, wer du bist und warum ich hier bin. Du weißt nicht einmal, ob ich mich daran erinnere, was letzte Nacht passiert ist.“ Das Gesicht des Mannes blieb unverändert, ruhig, unlesbar, wie eine Maske. "Mein Name ist Darius", sagte er einfach, als ob das alles erklären würde. Mein Herz sprang. Der Name hallte in meinem Kopf wider; genau der Name, den Evan in gedämpften Tönen erwähnt hatte. Darius Thorn, der Onkel, von dem er sprach, der Mann, dessen Name immer ein Gewicht von Geheimnis und Distanz getragen hatte. "Und von der Art und Weise, wie du plapperst", fügte Darius mit einer trockenen Kante hinzu, "ich kann dir sagen, dass du dich an alles erinnerst, was letzte Nacht passiert ist."
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD