Als ich wieder festen Boden unter den Füßen spürte hörte sich mein Kopf auf zu drehen und ich konnte wieder etwas erkennen. Doch ich konnte mich nicht umschauen da die Übelkeit übernahm und ich mich übergeben musste. Ich entleerte meinen kompletten Mageninhalt auf dem Rasen als ich spürte wie jemand nach meinen Haaren griff und sie an meinem Hinterkopf zu einem Zopf festhielt. "Alles ist gut, das ist ganz normal das sich die meisten beim ersten mal übergeben müssen" sagte James während er meine Haare hielt. Als ich mich wörtlich gemeint ausgekotzt hatte reichte mir ein weiches Stofftaschentuch und trotz des Ekels den ich empfand musste ich grinsen. Ich tupfte mir den Mund ab und spuckte noch einmal in das feuchte Gras, dann richtete ich mich auf und stellte mich gerade hin. Nun konnte ich mich erst mal richtig umsehen und erblickte ein wunderschönes großes Haus mit einem Garten hinten dran. Überall waren Blumen gepflanzt und es sah sehr wohnlich aus. Wo wir wohl waren? Und wer hier wohnte?
James schaute mich noch einmal an um sicher zu gehen das ich nicht gleich zusammenbrechen würde und er erstarrte als er in mein Gesicht sah. "Bei Merlin, Frida geht es dir gut? Du bist todesblass!" er sah mich immer noch mit aufgerissenen Augen und hochgezogenen Augenbrauen an. Er nahm meinen Arm weil er sicher gehen wollte das ich nicht auf der Stelle umkippen würde. Dann führte er mich zu der Tür des Hauses und öffnete sie. Sirius stand schon drin und zog seine Schuhe und die schwarze Lederjacke aus. Wohnst du hier? fragte ich ihn während ich mich langsam umsehend weiter hinein ging. Nein, Nein James wohnt hier ich bin nur zu Besuch er antwortete sichtlich belustigt und zwinkerte mir zu. Ich spürte wie mir die röte ins Gesicht fuhr und als er sich umdrehte wurde ich wieder Leichenblass. Da seit ihr ja endlich ertönte eine Frauenstimme aus einem der Zimmer und eine zierliche blonde Frau stürzte auf James zu und zog ihn in eine herzliche Umarmung. Seine Mutter!
Als sie sich wieder von James löste konnte ich erkennen das James fast einen ganzen Kopf größer als seine Mutter war. Nun trat auch ein großer Mann aus dem selbe Raum, er war das Ebenbild von James. Groß, dunkelbraune Haare, eine runde Brille und braune Augen. Ich erschrak aber dann realisierte ich das dies sein Vater war. Sie sahen fast gleich aus, nur das James einige Jahre jünger war und etwas kleiner.
Hallo Frida, schön dich kennen zu lernen. Ich bin Euphemia, James Mutter und ich bin so froh das du heil hier angekommen bist. Sich umarmte mich ebenfalls und wir waren etwa gleich groß. Als sie sich von mir löste trat auch James Vater vor mich und stellte sich ebenfalls vor und reichte mir die Hand. Er hieß Fleamont, Fleamont Potter.
Es tut mir Leid aber ich verstehe immer noch nicht was hier los ist? fragte ich sichtlich verwirrt.
Oh Schätzchen natürlich es tut mir so leid das muss so verwirrend für dich sein, wir werden dir morgen früh alles erklären, hier bist du erst mal sicher. James bitte zeig Frida doch ihr Zimmer, dass sie sich etwas ausruhen kann. Das muss alles sehr anstrengend gewesen sein.
Euphemia lächelte mich mütterlich an und zeigte auf die große braune Treppe, James wusste was zu tun war und nahm meine Hand. Er führte mich die Treppe hoch zu einer braunen Eichentür wo er stehen blieb. Wenn du nicht bist morgen warten willst dann sie unter dein Kissen, dort liegt ein kleines Buch mit einer Zusammenfassung zu allem was hier gerade passiert. flüsterte er mir ins Ohr und ich konnte seinen warmen Atem an meinem Nacken spüren und meine Haare stellten sich auf. Ich zuckte zusammen doch hörte zu, dann schaute ich in James Gesicht und er begann über beide Ohren zu grinsen. Ich lächelte zurück, öffnete die Tür und ging hinein.
Das Zimmer war in einem hellgelben Ton gestrichen und es war nicht sehr groß aber wunderschön. Ich blickte gerade aus wo zwei riesige Fenster vom Boden bis zur Decke waren. Größtenteils waren sie aber von einer dunkelblauen Gardine verdeckt. links daneben stand ein dunkelbraunes Himmelbett mit ebenfalls blauen Bettbezügen. Links daneben stand eine ebenfalls in dunkelbraun gehaltene Kommode mit drei Schubladen. Ich schaute nach rechts wo ein kleines Schminkschränkchen mit einem braunen Stuhl ohne Lehne stand und knapp daneben war erneut eine eichenbraune Tür eingelassen. An den Wänden hingen Bilder, Zeichnungen und ein paar Gemälde verteilt und über der Kommode hing eine Uhr. Ich schaute darauf, es war halb 3 in der Nacht, geschockt starrte ich auf das Ziffernblatt. So lange waren wir unterwegs gewesen, doch darüber konnte ich mir jetzt keine Gedanken machen. Ich schlenderte zu der zweiten Tür, von welcher ich hoffte das es ein Badezimmer war.
Zum Glück war es dies auch und ich ging erleichtert hinein, mein Knöchel schmerzte immer noch wie ich gerade erst wieder bemerkt hatte. Ich blickte in den goldenen Spiegel über de sauber geputzten Waschbecken. Mich starrte ein blasses Geschöpf mit glatt runter hängenden matten Haaren. Meine Wimperntusche war durch das weinen verschmiert und mein Lippenstift hatte die Farbe verloren. Ich schaute schnell weg und nahm mir ein weiches Taschentuch aus einem Behälter und hielt es unter das kalte Wasser. Ich wrang es aus und verließ das Bad wieder, dann setzte ich mich auf das Bett und legte das Tuch auf meinen nach wie vor dicken und blauen Knöchel. Dann spürte ich etwas hartes unter meine Ellenbogen und hob das Kissen an. Da fiel es mir wieder ein, dass Buch! Es lag da vor mir. Alles was ich wissen musste. Aber wollte ich das überhaupt wissen? Wollte ich diese neue Tür öffnen und mein altes Leben einfach so wegschmeißen? JA! Ja ich wollte es! Ich brauche dringend etwas anderes als dieses spießig, perfekte Vorstadt Leben. Ich musste es wissen, einfach alles was meine Eltern mir verheimlicht hatten, alles was gerade passierte und vor allem! Wieso um Himmelswillen ich hier war!
Ich öffnete das kleines Buch und begann zu lesen: Alles was du wissen musst! prangte dort als schwarze Überschrift auf dem bräunlichen Papier. Ok, ich fange am besten damit an, dass du eine Hexe bist und eigentlich in die Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei gehen müsstest. Das haben deine Eltern an deinem 11. Geburtstag auch erfahren aber sie haben sich dafür entschieden, dass sie es dir nicht sagen werden und du nicht dort hingehen wirst. Dumbledore, der Schulleiter von Hogwarts, hat das zur Kenntnis genommen und es Akzeptiert jedoch wird das gefährlich wenn du diese Magie nicht beherrschen kannst. Also will er dich jetzt nach Hogwarts holen das du Magie studieren kannst. Ich und Sirius haben von Professor Dumbledore den Auftrag erhalten dich abzuholen, dass du in Sicherheit bist bist der Zug nach Hogwarts (am 1. September) abfährt. Du musst zwar noch alles mögliche einkaufe (z.B. einen Zauberstab) und auch den ganzen Schulstoff der letzten 4 Jahre nachholen, aber dabei werden wir dir natürlich behilflich sein. Ich hoffe natürlich das du ich für Hogwarts entscheidest aber diese Entscheidung liegt ganz allein bei dir. Ich las die letzten Zeilen des unsauber geschriebenen Briefes in dem Heft und starrte eine ganze Zeit lang einfach nur darauf. Bis ich realisiert das alles, Alles, wirklich alles was ich bisher gelesen hatte, über die ganze Magie, alles wahr war und das ich ein Teil davon war.