Und was machen wir jetzt?",fragt Harry kichernd, und lehnt sich augenschließend gegen Louis.
Dessen Augen funkeln so atemberaubend wie schon lange nicht mehr. Liebevoll blickt er auf seinen Verlobten hinab und sein Herz flattert aufgeregt vor Liebe.
„Wie wär's, wenn wir uns in ein kleines Kaffee setzen, mh? Es ist erst gegen elf."
Louis hasst es, Mittag zu essen, also lassen sie es seit Jahren aus. Ob Harry Mittagessen mag, hat Louis noch nie gefragt, fällt ihm grade auf.
„Aber uhm..Hazza? Baby?",murmelt er und stupst Harry kurz an der Nasenspitze.
Sie bleiben stehen und verwirrt öffnet Harry seine Augen. Durch dem Spitznamen schießt ihm sofort die Röte ins Gesicht.
„Was denn, Lou?",nuschelt er schüchtern.
„Magst du eigentlich Mittagessen? Ich hab dich nie gefragt, was du davon hälst.",seufzt Louis schuldbewusst und drückt kurz Harry's Hand, die verschränkt in seiner liegt.
„Nein. Ich mag es auch nicht mehr. Habe fast nie Hunger.",plappert der Kleine fröhlich los, doch Louis Atem stockt.
Fast nie hunger.
Und zum ersten Mal fällt sein Blick auf Harry's knochige Hand in seiner und auf Harry's zu stark ausgeprägte Wangenknochen. Während Harry nun langsam verstummt, lässt Louis schweigend seinen Blick über die Skinny Jeans von Harry gleiten, die ihm locker um die Beine schlackert. Mustert den weiten Pullover, den Harry über seinem dünnen, knochigen Oberkörper trägt. Erkennt die tiefen Augenringe und die vom dran rumbeissen ganz aufgerissenen Lippen. Da kommt ihm zum ersten Mal der Gedanke, dass das alles Harry vielleicht doch mehr mitgenommen hat, als er dachte. Das jahrelange Verliebtsein ohne Erwiederung, der Tod seiner Schwester, die ganzen kleinen Beleidigungen von Louis.
„Harry?",flüstert Louis und presst dann die Lippen aufeinander.
Sein Blickfeld ist ganz verschwommen. Er ist fast blind vor Tränen, die sich in seinen Augen aufstauen. Aber Louis weigert sich, sie heraus zu lassen. Seine Stimme zittert, als er weiterspricht.
„Kann es sein..dass du krank bist?"
Harry's Augen weiten sich. Sein Mund öffnet sich, dann schließt er ihn wieder. Stumm rollt Louis eine Träne über die Wange.
„Ich bin nur erschöpft.",murmelt Harry wahrheitsgemäß und blickt auf den Boden.
Harsch wischt Louis die Tränen auf seinen Wangen weg und schnieft leise. Er ist doch sonst nicht so schwach.
„H-Harry..",schluchzt er leise auf und versucht dann seine Atmung unter Kontrolle zu halten, „ich hab e-einfach so Angst das dir etwas passiert!"
Die letzten Worte brechen hilflos und laut aus ihm heraus und aufschluchzend zieht Louis Harry in seine Arme. Er hällt ihn ganz fest. Als könnte er jeden Moment zerbrechen.
„Du bist doch das wertvollste, was ich habe, Harry.",flüstert Louis mit tränenerstickter Stimme in Harry's Brust und drückt den Jüngeren noch näher an sich.
Stumm lehnt Harry sich gegen seinen Freund und schließt seine tauben, leeren Augen kurz. Als er sie wieder öffnet, sind die tränenverschleiert.