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Das „Warlord“-System: Vom Kanonenfutter zum Imperium

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Kael Draven war Ausbilder bei den Spezialeinheiten und verdiente seinen Lebensunterhalt damit, Killer auszubilden – bis er bei einem Trainingsunfall ums Leben kam.Er erwacht als der rangniedrigste Wehrpflichtige in der Blackthorn-Grenzlegion, einer Truppe, die das Imperium als reines Kanonenfutter gegen die endlosen Ork-Horden betrachtet. Als er in seiner ersten Schlacht dem Tod nahe ist, ertönt eine kalte, mechanische Stimme in seinem Kopf:[Warlord-System online]Mission: Überleben. Befehligen. Erobern.Im Gegensatz zu anderen Systemen, die einzelne Tötungen belohnen, wird dieses nur dann stärker, wenn Kael andere zum Sieg führt, den Zusammenhalt der Einheit stärkt und Territorium hält. Jeder taktische Sieg, jeder Soldat, den er am Leben hält, und jede Festung, die er nicht aufgibt, nährt das System.Aus einer zerschlagenen Truppe sterbender Männer beginnt Kael, etwas aufzubauen, womit das korrupte Oberkommando niemals gerechnet hätte – eine echte Armee. Rang für Rang, Schlacht für Schlacht, Festung für Festung verwandelt er ausrangierte Leben in eine Streitmacht, die eines Tages Könige bedrohen und die Landkarte von Veyrath neu schreiben wird.Doch das System hat seine eigenen verborgenen Absichten … und je höher Kael aufsteigt, desto mehr wird ihm bewusst, dass der wahre Feind vielleicht gar nicht die Orks sind.

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Kapitel 1 Kanonenfutter
Blut füllte Kaels Mund. Er spuckte es aus – der scharfe, vertraute Geschmack nach Kupfer – und drückte seinen Rücken noch fester gegen die zerbrochene Steinmauer. Pfeile zischten durch die Lücke über seinem Kopf. Irgendwo zu seiner Linken schrie ein Mann – hoch, gebrochen, die Art von Schrei, die bedeutete, dass die Wunde schwer war und keine Hilfe mehr kommen würde. „Haltet die Stellung!“, rief jemand weiter unten im Graben. Die Stimme brach beim letzten Wort. Kael wusste bereits, dass die Stellung nicht halten würde. Er wischte sich das Blut mit dem Rücken eines schmutzigen Handschuhs vom Kinn und wagte einen Blick über die Trümmer. Die Orks strömten wie eine schwarze Flut über die Schlammflächen, ihre groben Eisenaxt und vergilbten Stoßzähne fingen das schwindende Licht ein. Es waren zu viele. Es waren immer zu viele. Der Blackthorn-Grenzlegion war gesagt worden, dies sei eine „Routinepatrouille“. Dreißig Männer gegen scheinbar dreihundert. Routine. Sein neuer Körper war jung, vielleicht zweiundzwanzig, und schon ließ er ihn im Stich. Der vorherige Besitzer war weich gewesen. Weiche Lungen. Weiche Hände. Weicher Wille. Kael spürte den Unterschied bei jedem flachen Atemzug. Siebenunddreißig Jahre echtes Training lebten in seinem Geist weiter, aber dieses geliehene Fleisch hatte nichts davon. Er war heute schon einmal gestorben. Die Erinnerung saß noch immer hinter seinen Augen wie ein blauer Fleck: der Übungsplatz, der unerwartete Blitz der fehlerhaften Ladung, die Erkenntnis in Sekundenbruchteilen, dass die Sicherheitsprotokolle versagt hatten. Dann nichts. Dann das hier. Kalter Schlamm. Schreie. Der Geruch von Scheiße, Eisen und Angst. Der Körper eines Wehrpflichtigen. Ein Wegwerf-Rang. Kanonenfutter. Kaels Kiefer spannte sich an. Ein Ork sprang über die niedrige Mauer zehn Meter zu seiner Rechten. Die Kreatur war massiv, grün-graue Haut spannte sich über sehnige Muskeln, eine Stachelkeule schwang bereits. Die beiden Legionäre, die ihm am nächsten standen, erstarrten. Einer hob zu spät einen Speer. Die Keule verwandelte den Kopf des Mannes in roten Nebel. Kael handelte. Er dachte nicht über die Schwäche dieses neuen Körpers nach. Er handelte einfach. Drei Schritte, tief geduckt, wobei er den heruntergefallenen Speer des Toten als Drehpunkt nutzte. Er rammte die Spitze mit aller Kraft, die die geliehenen Muskeln aufbringen konnten, unter den Kiefer des Orks. Die Klinge durchbohrte den weichen Gaumen und drang ins Gehirn ein. Das Gewicht des Orks krachte auf ihn herab und drückte ihn fast in den Schlamm. Kael rollte sich zur Seite, riss den Speer heraus und wirbelte herum, um sich der nächsten Bedrohung zu stellen. Zwei weitere Orks kletterten bereits über die Leichen hinweg. „Zurückziehen!“, schrie dieselbe heisere Stimme. „Zurück in den zweiten Graben!“ Die Männer brachen auseinander. Einige rannten davon. Andere ließen einfach ihre Waffen fallen und starrten nur noch vor sich hin. Kael sah den jungen Rekruten drei Plätze weiter in der Reihe – Rook, so hatte ihn zuvor jemand genannt –, der wie angewurzelt dastand, ein gekerbtes Kurzschwert in zitternden Händen. Die Augen des Jungen waren weit aufgerissen und leer. Kaels alte Ausbilderinstinkte stiegen in ihm auf wie Galle. Man lässt seine Leute nicht im Stich. Er packte Rook am Kragen und stieß ihn in Richtung des hinteren Grabens. „Los. Sofort. Bleib unten.“ Der Junge stolperte, dann rannte er los. Ein Pfeil schlug in den Boden ein, wo Rook gerade noch gestanden hatte. Kael wandte sich wieder der vorrückenden Linie zu und spürte, wie sich etwas Kaltes in seiner Brust ausbreitete. Das war keine Schlacht. Das war eine Hinrichtung. Die Offiziere hatten sich bereits in die relative Sicherheit der Kommandoanhöhe einen halben Kilometer hinter ihnen zurückgezogen. Die Wehrpflichtigen waren der Schutzschild. Diejenigen, die mit ihrem Leben Zeit gewinnen würden, damit bessere Männer sich in geordneter Formation zurückziehen konnten. Er hatte Soldaten ausgebildet, die füreinander gestorben wären. Diesen Männern war nichts gegeben worden – keine richtige Rüstung, keine Ausbildung außer „richtet die scharfe Spitze in diese Richtung“, kein Grund zu glauben, dass irgendjemand Wert auf ihr Überleben legte. Etwas Dunkles und Vertrautes regte sich in ihm. Er würde nicht als Kanonenfutter sterben. Nicht schon wieder. Kael trat in die Lücke, die der tote Speerkämpfer hinterlassen hatte, und stemmte die Füße fest in den Boden. Der nächste Ork schwang sich über die Mauer. Kael wich zur Seite aus, ließ die Axt an sich vorbeizischen und rammte den Speer in die Achselhöhle der Kreatur, wo die groben Rüstungsplatten auf weiches Fleisch trafen. Er drehte den Speer, riss ihn heraus und lief weiter. Eins. Zwei. Drei. Sein neuer Körper schrie vor Schmerz. Die Lungen brannten. Die Arme zitterten. Blut – diesmal sein eigenes – lief warm an seiner Seite herunter, aus einem flachen Schnitt, dessen Einstich er nicht gespürt hatte. Die Linie zu seiner Linken brach vollständig zusammen. Orks strömten herein. Ein schwerer Schlag traf seine Schulter und schleuderte ihn zur Seite. Er schlug hart im Schlamm auf. Ein Ork stand über ihm, die Axt bereits zum tödlichen Hieb erhoben. Kael versuchte, sich abzurollen. Sein Körper war zu langsam. Die Axt begann ihren Abstieg – und die Welt erstarrte. Eine kalte, mechanische Stimme sprach direkt in seinem Schädel. [Warlord-System wird initialisiert…] Wirt identifiziert: Kael Draven. Frühere Kampfdaten erkannt. Primäre Direktive: Überleben. Befehligen. Erobern. Erste Mission generiert. Aktuelle Position sechzig Sekunden lang mit den verbleibenden verbündeten Einheiten halten. Belohnung: Aktivierung des Systemkerns. Protokoll zur Einheitenbindung freigeschaltet. Misserfolg: Beendigung des Wirts. Die Axt fiel immer noch herab. Kaels Augen weiteten sich. Sechzig Sekunden. Womit? Er hatte vier, vielleicht fünf Männer, die noch im Umkreis von zwanzig Metern um ihn herum kämpften. Der Rest war tot oder auf der Flucht. Der Ork über ihm hatte den Schlag bereits ausgeführt. Sechzig Sekunden, um aus einem Gemetzel ein Wunder zu machen – oder zum zweiten Mal an einem Tag zu sterben. Kael fletschte die Zähne, blutverschmiert und wütend, und griff nach der einzigen Waffe, die noch in Reichweite war. Der Countdown des Systems begann.

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