Kapitel 2
Vivianne Sinclair
Um 20 Uhr war ich für die Party fertig gestylt. Ich stand vor dem Spiegel, mein Gesicht von einem Lächeln erhellt, während mein Blick über mein Spiegelbild glitt.
Ein kurzes, weißes, figurbetontes Kleid. Das perfekte Kleid für heute Abend … und leicht auszuziehen, falls es heute Abend brenzlig wird.
„Du spinnst wohl, Vivianne!“
Ja, ich weiß.
Ich trat aus meinem Zimmer in den Flur, blieb aber stehen, als ich Bailey an der Tür sah.
Sie starrte mich angewidert an.
„Du fühlst dich bestimmt wie eine wichtige Person, weil Noah dich zur Party eingeladen hat, oder?“
Da geht meine neugierige Stiefschwester wieder.
Mein Blick fiel auf ihre blauen Flecken an den Knien, die noch nicht ganz verheilt waren, und ein spöttisches Lächeln huschte über meine Lippen.
Natürlich sorgte ich dafür, dass sie für das büßte, was sie mir vor einer Woche angetan hatte. Ich habe sie in der Schule geschubst und dafür gesorgt, dass sie sich die Knie aufgeschlagen hat … genau wie sie es bei mir getan hat.
Seufz! Plötzlich hielten mich alle für einen schlechten Menschen, aber es hat niemanden interessiert, als sie mich geschubst hat.
Mir war es völlig egal, was sie über mich sagten oder dachten.
Ich lächelte, verschränkte die Arme vor der Brust und schnupperte. „Ich rieche Eifersucht.“
Sie knirschte mit den Zähnen, ihr Blick brannte.
„Bist du etwa eifersüchtig, Bailey? Du weißt doch, dass es nicht meine Schuld ist, dass Noah mich dir vorgezogen hat, oder?“
Sie presste die Lippen zusammen und schnaubte. „Fühlst du dich besonders, was? Na, dann genieß es, solange es anhält.“
„Okay, das reicht. Entschuldige mich.“ Ich schob sie beiseite und ging weg.
Mein Griff um mein Handy verstärkte sich, sobald ich aus dem Haus trat und Noah sah.
Er stand neben seinem Auto … einem roten Sportwagen.
Er trug eine weite Jeans und eine Jeansjacke, die am Oberkörper offen war.
Mir stockte der Atem, als meine Augen einen Moment lang über seine breite, nackte Brust wanderten, und meine Finger juckten in den Fingern, sie zu berühren.
„Hey, Süße …“ Seine Stimme riss mich zurück in die Realität, und meine Wangen glühten, als ich seinen Blick auf meinem Körper spürte.
Noah war die ganze letzte Woche für mich da gewesen … Er hatte sich um mich gekümmert und dafür gesorgt, dass meine Knie schnell wieder heilten.
„Wie willst du das wieder gutmachen? Du hast mich warten lassen.“ Er richtete sich auf.
„Es tut mir leid … ich wollte …“
„Schon gut. Ich denke, ich bin schon entschädigt … Ich wusste gar nicht, dass Sie so heiß sind, Ms. Sinclair.“
Wie seine Augen über meinen Körper wanderten … Wie er sich auf die Lippe biss … Verdammt! Ich spürte, wie mir heiß wurde, und allein bei diesem Anblick spannte sich mein Unterleib an.
„Kommen Sie, Ms. Sinclair. Wir wollen die anderen nicht warten lassen.“ Er öffnete mir die Autotür. „Nach Ihnen.“
Ich schluckte nichts.
„Danke.“
Dann sprang ich hinein. Mein Blick traf Baileys Blick kurz, als sie am Eingang stand und mich finster anstarrte, kurz bevor Noah losfuhr.
Bei Noah angekommen, schweifte mein Blick durch das Wohnzimmer. Studenten tanzten paarweise zu lauter Musik, tranken und schrien.
Ich hätte es fast für einen Club gehalten. Ich meine, ich wusste nicht, dass unsere Studenten so wild waren.
Ich fühlte mich einen kurzen Moment lang unwohl.
„Alles in Ordnung?“, fragte Noah und riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaffte es, ihn anzulächeln und zu nicken.
„Willst du tanzen?“
Mir wurde heiß, und meine Knie gaben nach, als sein Blick mich traf.
„Ja…“ Ich nickte, unfähig, mich zurückzuhalten. Mein ganzes Leben lang hatte ich auf diesen Moment gewartet.
Mir stockte der Atem, als er einen Arm um meine Taille legte und mich an sich zog, unsere Körper aneinandergepresst.
„Ich habe noch nie mit jemandem getanzt“, flüsterte ich schüchtern und schmolz unter seinem Blick dahin, als er meine Hand auf seine Schulter führte.
Er schenkte mir ein beruhigendes Lächeln: „Ich schaffe das.“
„Folge einfach mir.“
Dann begannen wir zu tanzen.
Meine Beine zitterten bei jedem Schritt, aber Noahs starker Arm um meine Taille hielt mich fest, während er mich anlächelte, als wollte er mir sagen: „Alles gut. Ich hab das im Griff.“
„Hat dir das schon mal jemand gesagt?“
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Hä?“
„Deine Augen … sie sind wunderschön …“ Er beugte sich näher zu mir, sein warmer Atem streifte meinen Nacken, und seine Lippen berührten mein Ohrläppchen, während er leise flüsterte. „… und verführerisch.“
Mir stockte der Atem, und unbewusst umklammerte ich ihn fester.
Er kicherte leise, als ich wortlos wegsah. Alles um mich herum wurde still … bis auf das anhaltende Pochen in meiner Brust.
Hitze durchflutete meinen Körper, sammelte sich tief in meinem Unterleib und umklammerte ihn fest, bis hinunter zu meiner v****a.
Verdammt! Bin ich etwa erregt?
Auf keinen Fall! Das darf nicht passieren, bitte! Mir wäre das so peinlich.
„Weißt du, du siehst süß aus, wenn du schüchtern bist, hm?“
Verdammt! Er flirtet mit mir … Hat er überhaupt eine Ahnung, was er da gerade mit mir anstellt?
Unsere Blicke trafen sich einen Moment lang, bevor sie auf seine Lippen fielen, und ich schluckte schwer, als mir schmutzige Gedanken durch den Kopf schossen.
Ich war noch ganz benommen, als plötzlich eine kalte Flüssigkeit auf meinen Rücken tropfte und mein Kleidungsstück durchnässte.
Ich keuchte auf, drehte mich blitzschnell um, und da war sie … Bailey. Sie stand vor mir, ein spöttisches Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Ups! Meine Hand ist abgerutscht.“
Ich wusste, dass sie das absichtlich getan hatte.
Mein Kiefer verkrampfte sich, während mein Blut in Wallung geriet.
Wie konnte sie es wagen, meinen Tanz mit Noah zu ruinieren?!
„Was zum Teufel glaubst du, was du da tust, Bailey?“, knirschte Noah mit den Zähnen, doch bevor er etwas erwidern konnte, schnappte ich mir das Weinglas neben mir und schüttete es ihr ins Gesicht.
Sie keuchte auf … ich keuchte auf … und alle anderen auch. Dann Stille.
„Ups! Mir ist die Hand ausgerutscht, Stiefschwester.“ Ich grinste.
„Vivianne, du Miststück! Wie kannst du es wagen?“, zischte sie wütend, doch ich beachtete sie kein bisschen.
„Komm mit. Ich helfe dir beim Aufräumen.“ Noah nahm sanft meine Hand und führte mich weg, nicht ohne Bailey vorher noch einen finsteren Blick zuzuwerfen.
Wir gingen in eines der Zimmer im Obergeschoss, und Noah wandte sich mir zu.
„Ich hole dir was zum Wechseln.“ Als er zum Kleiderschrank ging, nutzte ich die Gelegenheit, mich umzusehen, den Mund vor Staunen offen.
Das Zimmer war nicht nur geräumig, sondern auch perfekt eingerichtet. Ein Kingsize-Bett stand in der Mitte, direkt unter dem Kronleuchter, der von der Decke herabhing.
Kaum hatte ich angefangen, das Zimmer zu bewundern, kam Noah mit einem weißen, weiten Hemd zurück.
„Reicht dir das? Ich bringe dein Kleid in die Reinigung.“
„Oh … danke.“ Meine Finger streiften seine, als ich nach dem Kleid griff, und mir stockte der Atem.
Wir sahen uns einen Moment lang in die Augen, und als mein Blick auf seine Lippen fiel, kribbelte es in mir vor Verlangen.
„Küss diese Lippen!“, schrie eine Stimme in meinem Kopf, aber ich unterdrückte den Impuls.
„Ähm … ich ziehe mich um“, sagte ich hastig und huschte ins Badezimmer.
„Das bedeckt mich ja kaum“, murmelte ich und zog das Hemd herunter, als ich es anhatte.
Das Shirt bedeckte kaum meinen Po, und ich trug nur einen Slip.
„Ms. Sinclair? Alles in Ordnung?“, fragte Noah und klopfte leise an die Tür.
„Oh … Ja, alles gut. Ich bin gleich wieder da.“
Meine Finger ballten sich zu Fäusten, als ich zurück ins Zimmer trat.
„Ich bin da …“
Ich hielt inne, als ich Noahs Blick auf mir bemerkte.
„Scheint, als sähe mein Shirt an dir besser aus als an mir.“ Sein Blick wanderte über meinen Körper, ein spöttisches Lächeln umspielte seine Lippen, und seine Hände steckten in seiner Hose.
Mir wurde heiß im Gesicht.
„Tut mir leid für die Umstände“, murmelte ich.
„Schon gut … Du sahst übrigens cool aus.“ Er kicherte. „Ich wusste gar nicht, dass Ms. Sinclair so eine resolute Seite hat.“
Verlegen biss ich mir auf die Lippe und rieb mir die Handflächen. Ich hatte mich die ganze letzte Woche bemüht, mich in Noahs Gegenwart zu benehmen, und Bailey hatte verdammt nochmal das Schlimmste in mir hervorgebracht.
„Es tut mir leid, dass du das mitansehen musstest. Ich war nur …“
„Das hat mir gefallen.“ Seine Stimme entfachte etwas in mir.
Ich blinzelte. „Hä?“
„Ich mag verrückte Mädchen …“, kicherte er. „Versteh mich nicht falsch, bitte. Ich meine, ich mag es, wenn meine Freundin verrückt ist und sich selbst verteidigen kann, wenn ich nicht da bin.“
Ich schluckte schwer. „Meine Freundin?“
Meine Lippen öffneten sich, aber ich brachte kein Wort heraus. Unsere Blicke trafen sich, Stille umgab uns … bis auf das Pochen meines Herzens … laut und heftig. Als würde es jeden Moment explodieren.
Mein Blick wanderte über seinen Körper, blieb an seinen Lippen hängen, und mein Puls raste vor Verlangen. In diesem Moment konnte ich nur noch daran denken, genommen zu werden … von Noah, um genau zu sein.
„Reiß dich zusammen, Vivianne.“ „Du willst dich ihm doch nicht etwa für s*x anbieten, oder?“
Ich versuchte, an etwas anderes zu denken … irgendetwas, das mich ablenken würde, aber das Gefühl, wie mein Blut unter meiner Haut rauschte, die Hitze zwischen meinen Beinen … und das Kribbeln auf meiner Haut, zogen mich immer wieder zurück.
Meine Lippen öffneten sich, mein Atem wurde flacher, und im nächsten Moment schloss Noah die Lücke zwischen uns. Sein Finger streifte meine Lippen, seine Augen waren auf mich gerichtet, und seine Stimme … heiser.
„Scheiß drauf, Vivienne … Was machst du nur mit mir?“