Kapitel 3-1

816 Words
3 Trelon stöhnte leise und hielt seinem Symbionten seine blutigen Knöchel hin. Das war das zweite Mal innerhalb von zwei Minuten, dass er geheilt werden musste. Wenn das so weiterging, würde er nie mit den Modifikationen an den Motoren fertig werden, an denen er arbeitete. „Danke mein Freund“, sagte Trelon und eine tiefe Zuneigung lag in seiner Stimme. Die Beziehung zwischen einem Valdierkrieger, seinem Drachen und seinem Symbionten war so stark, dass keiner ohne die jeweils anderen leben konnte. Bunte Farben wirbelten über die riesige goldene Katze hinweg, als sie die Zuneigung in Trelons Stimme hörte. Innerhalb von Sekunden trennten sich die goldenen Bänder und hüllten seine Hand in ein Netz aus goldenem Metall ein, das sich zu einem Handschuh formte. Trelon lachte. „Hast du jetzt schon keine Lust mehr, mich zu heilen, mein Freund? Danke nochmal für deine Hilfe.“ Die große goldene Katze schimmerte in allen möglichen Farben und setzte sich dann neben Trelon, um ihm zuzusehen. Trelon versuchte, sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Er arbeitete an ein paar Veränderungen an den Motoren, die die Energie seines Symbionten an Bord mit den Kristallen, mit denen das Fahrzeug betrieben wurde, kombinieren sollten. Bisher hatte er es so geschafft, ihre Reise zu dem primitiven Planeten, wo ihr älterer Bruder Zoran Schutz gesucht hatte, um mehrere Tage zu verkürzen. Trelon hatte sich von seinen Brüdern nicht anmerken lassen, wie besorgt er gewesen war, als er Zorans Hilferuf gehört hatte. Er hatte Angst gehabt, dass sein neues Abwehrsystem versagt hatte. Zwischen den Valdieren und den Sarafin hatte die letzten hundert Jahre über Frieden geherrscht, doch das bedeutete nicht, dass das auch so bleiben würde. Das friedliche Verhältnis basierte auf einem Versprechen, dass die erstgeborene Tochter des Valdierkönigs dem erstgeborenen Sohn des Sarafinkönigs versprochen werden würde. Bedauerlicherweise hatte Trelons Vater den Sarafin nicht mitgeteilt, dass Frauen Mangelware waren. Tatsächlich war in der Herrscherfamilie der Valdiere seit mehreren hundert Jahren keine Tochter mehr geboren worden. Trelon schnitt eine Grimasse. Wenn die Valdiere ehrlich zu den Sarafin gewesen wären, hätten sie zugeben müssen, dass die weibliche Bevölkerung kontinuierlich rückläufig war. Ihre Wissenschaftler waren sich nicht sicher, warum genau, doch sie nahmen an, dass es an der symbiotischen Beziehung lag, die zwischen den Männern, ihrem Symbionten und ihrem Drachen bestand. Eine Zeit lang hatte es heftige Kriege zwischen den Kurizanern, den Valdieren und den Sarafin gegeben. Wegen der Kriege hatte man mehr Männer gebraucht und die Frauen hatten immer mehr Krieger geboren. Erst als die Kriege vorbei waren, war das zu einem ernsthaften Problem geworden. Die Frauen gebaren weiterhin Krieger, bis irgendwann der Punkt erreicht war, an dem es mehr Männer als Frauen gab. Ungefähr dreihundert Jahre zuvor waren die Valdieren aufgrund dieses zahlenmäßigen Unterschieds gezwungen gewesen, außerhalb ihrer eigenen Galaxien nach Frauen zu suchen. Dabei waren sie jedoch auf ein weiteres Problem gestoßen. Ihr Symbiont, und oft auch ihr Drache, weigerten sich, sich mit den Frauen zu paaren. Auch wenn die Männer die sexuelle Begegnung genießen konnten, erreichten sie nie die Erfüllung, wie es mit einer wahren Gefährtin der Fall war – die vollkommene Akzeptanz aller drei Teile ihres Selbst. Nur bei einer wahren Gefährtin konnte das Drachenfeuer wirken und der Mann die vollkommene sexuelle Befriedigung finden. Trelon lehnte seinen Kopf gegen das kalte Metall des Abteils, in dem er arbeitete und holte tief Luft. Sein Drache wurde langsam ungeduldig und wollte eine Gefährtin. Wenn er seine wahre Gefährtin nicht fand, würden der wachsende Hunger und das Unbehagen ihn von innen zerfressen. Er biss die Zähne zusammen und versuchte, seinen Drachen zu beruhigen. Es gab verdammt nochmal nichts, was er dagegen tun konnte. Von allen Frauen, mit denen er im Laufe der Jahre zusammen gewesen war, hatte keine einzige alle drei Teile von ihm zufrieden stellen können. Gott, er hatte Glück, dass er überhaupt s*x gehabt hatte. Sein Drache legte nicht so viel Wert darauf, wie die Frau war, wenn ihm nach etwas Spaß zumute war. Er hatte die Frauen immer so lange toleriert, bis sein Verlangen gestillt war, hatte sie jedoch nie gebissen, egal, wie sehr Trelon auch versucht hatte, ihn dazu zu bringen. Dann war da noch sein Symbiont. Er und sein Drache mussten ihn regelrecht anflehen, die Frauen, mit denen er schlief, nicht umzubringen. Der einzige Weg war es, ihn aus dem Zimmer zu werfen, wenn er mit einer Frau zusammen war. Ein oder zwei Mal hatte er ihn sogar zum Spielen in den Wald geschickt, wenn er die Frau überhaupt nicht gemocht hatte. Er wusste nicht, was er machen sollte, wenn er nicht bald eine Frau fand. Vielleicht sollte er N’tashas Angebot annehmen. Auch wenn sein Symbiont sie nicht ausstehen konnte, war sein Drache tolerant genug, ihn ein paar Mal pro Woche mit ihr schlafen zu lassen. Das war besser als nichts, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Kind zusammen zeugen konnte, sehr gering war, dachte Trelon mit einem bedauernden Seufzen.
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