Die Gerüchte begannen schleichend, wie Nebel, der sich langsam über Willow Creek legte. Zuerst waren es nur Blicke – neugierige, misstrauische, wissende. Die alte Mrs. Callahan, die jeden Morgen vor dem Diner stand, hatte Emma gesehen, wie sie frühmorgens aus Johns Pickup stieg. Der junge Deputy Miller hatte Lilys Wagen öfter als gewöhnlich vor der Ranch parken sehen. Und dann war da noch die Tankstelle am Stadtrand – der Besitzer hatte John einmal nachts mit Emma in seinem Streifenwagen wegfahren sehen, und das war nicht das erste Mal. Die Stadt war klein. Zu klein. Emma spürte es als Erste. Als sie im Supermarkt einkaufte, verstummte das Gespräch am Kassenband, sobald sie kam. Eine Frau, die sie kaum kannte, lächelte zu breit, fragte zu freundlich: „Na, Emma, wie läuft’s bei dir? Hast

