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DIE GEHEIMEN Zwillinge Des Milliardars

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Vor fünf Jahren verschwand Sera Delaney aus Damon Blackwoods Leben und hinterließ nichts als einen einzigen Brief und eine Wunde, die niemals verheilte.

Als ihre Kunstgalerie vor dem finanziellen Ruin steht und die Verzweiflung sie zurück in die Arbeitswelt zwingt, geht Sera zu einem Vorstellungsgespräch. Doch dort wartet eine Überraschung auf sie: Damon Blackwood sitzt hinter dem Schreibtisch.

Er erkennt sie nicht. Oder zumindest tut er so.

Damon Blackwood hat die vergangenen fünf Jahre damit verbracht, ein Imperium auf den Trümmern ihres Verrats aufzubauen. Er schwor sich, niemals wieder jemandem zu vertrauen – schon gar nicht der Frau, die ihn einst verlassen hat.

Er ist kalt. Rücksichtslos. Unantastbar.

Als die Frau, die vor fünf Jahren aus seinem Leben verschwand, plötzlich wieder in seinem Unternehmen auftaucht, tut Damon das Einzige, was für ihn Sinn ergibt: Er stellt sie für sechs Monate als seine persönliche Assistentin ein.

Sechs Monate, um sie zu beobachten.

Sechs Monate, um ihre Geheimnisse aufzudecken.

Sechs Monate, um herauszufinden, warum sie ihn wirklich verlassen hat.

Doch Kräfte sind im Spiel, die keiner von ihnen kontrollieren kann.

Damons Vater Victor, der Sera einst mit Gewaltandrohungen vertrieb.

Die Familie Ashworth, deren dunkle Geheimnisse unter dem Grab von Eleanor Blackwood begraben liegen.

Als Damon entdeckt, dass er eine Tochter hat, wird seine Wut nur von seiner Besessenheit übertroffen. Er wird die Wahrheit herausfinden – und jeden zerstören, der sich ihm in den Weg stellt.

Doch der Feind ist näher, als er ahnt.

Und als Seras Tochter entführt wird, muss Damon sich der Frage stellen, die ihn seit fünf Jahren verfolgt:

Hat sie ihn wirklich verraten – oder steckte etwas viel Schlimmeres dahinter?

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Kapitel 1: EIN PAPA FÜR MIA
SERAS SICHT „Ich schwöre Ihnen, Miss Sarah, wenn Sie nicht innerhalb von dreißig Minuten hier sind, gehe ich.“ Gregs Stimme dröhnte durch das Telefon, bevor die Verbindung abbrach. Ich starre mein Handy an, als hätte es mich persönlich verraten. „Greg? Hallo? Greg?“ Ich atme scharf ein, stecke das Handy zurück in meine Tasche und beschleunige meine Schritte. Meine Ferse rutscht beinahe auf dem nassen Asphalt weg, und ich fluche leise vor mich hin. „Perfekt. Einfach perfekt … ein wirklich wunderbarer Start in diesen wunderschönen Tag.“ Ich murmele vor mich hin und fahre mir mit der Hand übers Gesicht. Das Regenwasser der vergangenen Nacht sammelt sich noch an den Straßenrändern und macht jeden Schritt zu einem Risiko. Autos rasen an mir vorbei, als hätten ihre Fahrer irgendwo Wichtigeres zu tun als ich. Ich werfe erneut einen Blick auf die Uhr. Noch siebenundzwanzig Minuten. Wenn ich dieses Vorstellungsgespräch verpasse, verliere ich nicht einfach nur einen Job. Ich verliere alles. „Beweg dich“, murmele ich zu mir selbst und dränge mich durch die Menge. „Los, Sera.“ Eine Hupe ertönt. Viel zu nah. Ich drehe den Kopf, doch es ist bereits zu spät. Eine Welle eiskalten Wassers trifft mich mit voller Wucht. „Ah!“ Ich stolpere zurück. Mein Körper ist innerhalb einer Sekunde völlig durchnässt. Wasser läuft über meine Bluse, meinen Rock und bis auf meine Haut. Der schwarze Wagen fährt einfach weiter, ohne auch nur langsamer zu werden. Langsam balle ich meine Hände zu Fäusten. „Wow“, murmele ich. „Du hättest dir wirklich keinen besseren Tag aussuchen können, oder?“ Ein Mann in meiner Nähe kichert. Jemand anderes wirft mir einen mitleidigen Blick zu. Ich wische mir über das Gesicht, aber es bringt nichts. Ich sehe aus wie ein wandelndes Unglück. Und ich habe in fünfundzwanzig Minuten ein Vorstellungsgespräch. „Na schön“, atme ich aus. „Dann passe ich mich eben an.“ Mein Handy klingelt erneut. Diesmal zögere ich keine Sekunde. „Greg, ich komme. Ich—“ „Mama!“ Eine weiche Kinderstimme ertönt am anderen Ende. Ich halte inne. „Mia?“ „Ja, süße Mama!“ Ihre helle Stimme klingt völlig fehl am Platz in dem Chaos um mich herum. „Frau Patel hat gesagt, ich darf mit dir telefonieren, weil heute dein großer Tag ist.“ Ich muss lachen. „Ach wirklich? Das hat sie gesagt?“ „Ja. Sie hat gesagt, wenn du den Job nicht bekommst, bekommen wir große Probleme.“ Ich stoße ein kurzes Lachen aus. „Frau Patel sollte sich entspannen.“ „Ich bin nicht entspannt“, sagt Mia ernst. „Ich mache mir Sorgen.“ „Sorgen? Wow. Das ist ein großes Wort für ein vierjähriges Mädchen.“ „Ich bin kein Baby, Mama“, protestiert sie. „Mia macht sich Sorgen. Weil Mia nicht möchte, dass Mama wieder traurig ist.“ Ihre Worte treffen mich härter als alles andere an diesem Morgen. Ich lehne mich gegen eine Hauswand und schließe für einen Moment die Augen. „Hey, Baby … Mama wird nicht traurig sein, okay?“ „Versprochen?“ „Versprochen.“ Eine kurze Pause entsteht. Dann verändert sich ihre Stimme. „Mama?“ „Ja, Baby?“ „Du bist die Beste.“ Sie sagt es, als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt. Ein leises Lachen entkommt mir. „Das ist eine Menge Druck.“ „Du schaffst das“, beharrt sie. „Auch wenn alles schlecht ist, gewinnst du trotzdem.“ Ich schlucke schwer. „Ich werde es versuchen, Mia. Also, was wünschst du dir?“ „Mama … komm heute früh nach Hause, okay?“, bittet sie leise. Meine Augen werden feucht. Ich schlucke den Kloß in meinem Hals hinunter. „Ich werde es versuchen, Mia.“ „Und …“ Sie zögert. Dann platzt es aus ihr heraus. „Ich glaube, du kannst dort auch einen Papa für mich finden.“ Ich verschlucke mich fast an meinem eigenen Atem. „Mia!“ „Okay, tschüss, Mama. Frau Patel ruft mich.“ Sie lacht kindlich. „Mia liebt dich.“ „Mia, warte—“ Die Verbindung wird unterbrochen. Ich starre auf mein Handy. Dann atme ich langsam aus und drücke es gegen meine Stirn. „Einen Papa.“ Ich schüttele den Kopf. „Anscheinend steht das jetzt auch auf unserer Liste.“ Job. Miete. Überleben. Und offenbar … einen Papa für Mia. „Konzentrier dich“, sage ich zu mir selbst, stoße mich von der Wand ab und gehe weiter. Eine Katastrophe nach der anderen. --- Das Gebäude liegt direkt vor mir. Es wirkt, als würde es den Himmel berühren. Ich bleibe einen Moment stehen und starre hinauf. „Das ist es?“ Ich nicke langsam. Alles daran schreit nach Geld. Luxus. Macht. Ein Ort, an dem Menschen wie ich normalerweise nicht einfach so auftauchten. „Miss Thompson?“ Ich drehe mich um. Greg kommt auf mich zu. Sein Blick wandert von meinem Gesicht bis zu meinen nassen Schuhen. „Sie sind tatsächlich pünktlich“, sagt er. „Und sogar ziemlich ordentlich gekleidet.“ Sein Tonfall ist eindeutig spöttisch. „Du weißt, Greg, der Verkehr und—“ „Schon gut, Sarah. Ich habe gerade einen Anruf bekommen.“ Er wirft einen Blick auf seine Uhr. „Sie sind der letzte Termin. Sie haben nur noch fünf Minuten. Wenn ich Sie wäre, wäre ich jetzt schon drinnen.“ „Aber Greg—“ „Gracias, Sarah. Ich wünsche Ihnen alles Glück, das Sie bekommen können.“ Damit dreht er sich um und verschwindet. Ich starre ihm hinterher. „Was für ein unmöglicher Freund.“ Mit einem tiefen Atemzug betrete ich das Gebäude. Die Drehtüren führen mich direkt in eine Lobby, die förmlich nach Reichtum schreit. Marmor. Goldene Details. Glas. Überall Luxus. Die Empfangsdame mustert meine Kleidung, als würde sie gerade ausrechnen, wie wenig ich in diese Welt passe. „Guten Morgen, Miss. Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragt sie höflich, obwohl ihr Blick etwas ganz anderes sagt. „Ich bin wegen des Vorstellungsgesprächs hier.“ Ich halte ihrem Blick stand. „Zweiundfünfzigste Etage. Dort finden Sie die anderen Bewerber“, erklärt sie. „Danke.“ Ich drehe mich um und mache mich auf den Weg. --- Der Warteraum ist voll. Männer und Frauen sitzen dort, alle perfekt gekleidet, mit makellosen Frisuren und teuren Anzügen. Neben ihnen sehe ich aus wie jemand, der gerade aus einem Regenschauer geflohen ist. Alle Blicke sind auf die Tür gerichtet. Als könnte sie sich jeden Moment öffnen und das Leben eines Menschen verändern. Ich setze mich in eine Ecke und beobachte die anderen. „Hast du gehört?“ Die Frau neben mir beugt sich zu ihrer Begleiterin. „Damon Blackwood ist drinnen.“ „Der CEO selbst? Ich habe gehört, dass er normalerweise keine Vorstellungsgespräche führt.“ „Stimmt. Aber angeblich ist er heute bei der letzten Runde dabei.“ Sie schüttelt mitleidig den Kopf. „Die Letzte tut mir jetzt schon leid. Damon ist ein Dämon. Der Eiskönig.“ „Aber das Gehalt ist unglaublich. Es sind mehr als sechsstellige Beträge.“ Beide lachen aufgeregt. Mein Herz setzt für einen Moment aus. Nein. Das kann nicht er sein. Es gibt Tausende Menschen namens Damon Blackwood in New York. Ich senke den Blick auf meinen Lebenslauf. Bitte. Bitte lass es nicht Damon sein. Ich brauche diesen Job. Dringend. Die Tür zum Interviewraum öffnet sich. Eine Frau kommt heraus. Ihre Augen sind voller Tränen. Sie eilt an uns vorbei, ohne jemanden anzusehen. „Das ist jetzt schon die Siebte, die weinend herauskommt“, murmelt eine andere Frau neben mir und zuckt mit den Schultern. „Die Mitarbeiter sind genauso kalt wie der Eiskönig.“ Ein Mann mit einem Klemmbrett erscheint in der Tür. „Sarah Thompson?“ Ich stehe auf. „Sie sind dran.“ Er deutet auf den Raum. Ich gehe zur Tür. Die Frau neben mir greift plötzlich nach meinem Arm. „Viel Glück, meine Liebe. Der Eiskönig ist da drin.“ Ich ziehe meinen Arm vorsichtig zurück. „Es gibt tausend Eiskönige in dieser Stadt.“ Sie lacht. „Nicht diesen.“ Ich betrete den Raum. --- Der Raum ist riesig. In der Mitte steht ein langer Tisch. Drei Personen sitzen dahinter. Eine Frau mit Brille. Ein Mann in einem grauen Anzug. Und eine weitere Frau mit einem Notizblock. Ein vierter Stuhl ist leer. Die Frau mit der Brille hebt den Blick. „Miss Thompson, bitte setzen Sie sich.“ Ich setze mich und reibe meine feuchte Hand unauffällig an meinem Rock ab. „Sie haben sich für die Stelle als persönliche Assistentin des CEOs beworben?“, fragt sie. „Ja, Ma'am.“ Ich bemühe mich, professionell zu klingen. Sie schaut auf meinen Lebenslauf. „Laut Ihren Unterlagen haben Sie keinerlei Erfahrung in einem Unternehmen.“ Sie richtet ihre Brille. „Wie wollen Sie also die geschäftlichen Angelegenheiten unseres CEOs bewältigen?“ „Ich habe vielleicht keine Erfahrung in einem großen Unternehmen, aber ich habe Erfahrung darin, ein eigenes Geschäft zu führen. Ich habe Kunden betreut, Budgets erstellt, Termine organisiert und Probleme gelöst. Außerdem lerne ich schnell. Deshalb bin ich überzeugt, dass ich die geschäftlichen Aufgaben des CEOs problemlos bewältigen kann.“ Der Mann im grauen Anzug nickt und beugt sich nach vorn. „Ihre Galerie besteht seit vier Jahren?“ „Ja, Sir.“ Ich versuche, meine verschwitzten Handflächen zu ignorieren. „Warum sitzt dann die Besitzerin einer Kunstgalerie hier und bewirbt sich um eine Stelle als Assistentin?“ Ein bitterer Schmerz zieht durch meine Brust. Diese Frage trifft einen wunden Punkt. Ich hebe den Kopf und sehe ihm direkt in die Augen. „Meine Galerie hat finanzielle Schwierigkeiten. Deshalb bin ich hier.“ „Sie sind hier, weil Sie Geld brauchen.“ Sein spöttischer Ton bringt mich beinahe auf die Palme. Ich bleibe ruhig. „Ich bin hier, weil ich für diese Stelle qualifiziert bin, Sir.“ Die Frau mit dem Notizblock hebt den Blick. „Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?“ Ich atme tief ein. „Weil ich es wert bin.“ Der Raum wird still. „Ich habe etwas aus dem Nichts aufgebaut. Ich habe es ohne Hilfe, ohne Investoren und ohne Sicherheitsnetz am Leben gehalten.“ Ich richte mich auf. „Ich weiß, wie man arbeitet. Und ich gebe nicht auf, egal, wie schwierig die Situation wird.“ In diesem Moment öffnet sich die Tür an der Seite des Raumes. Die drei Interviewer drehen sich gleichzeitig um. Und plötzlich verändert sich ihre gesamte Haltung. Anspannung. Respekt. Angst. Ich drehe mich ebenfalls um. Und dann sehe ich ihn. Er betritt den Raum. Genauso elegant. Genauso selbstbewusst. Genauso verdammt gut aussehend, wie ich ihn in Erinnerung habe. Dunkles Haar. Eine scharf gezeichnete Kieferlinie. Und diese eisblauen Augen. Augen, die ich niemals vergessen könnte. Mein Herz bleibt stehen. „Damon.“ Das Wort verlässt meine Lippen kaum hörbar. Ich bin wie erstarrt. Er geht zum leeren Stuhl und setzt sich. Sein Blick bleibt auf mir. Kein Erstaunen. Keine Überraschung. Nur Kälte. Als hätte er die vergangenen fünf Jahre damit verbracht, genau auf diesen Moment zu warten. Seine Stimme ist tief und gefährlich ruhig. „Sag mir, Que Sera … warum?“ Mein Atem stockt. Er lehnt sich zurück und betrachtet mich, als wäre ich ein Rätsel, das er endlich lösen kann. Dann spricht er die Worte aus, die mir den Boden unter den Füßen wegziehen. „Warum sollte ich jemanden einstellen, der verschwindet, wenn es darauf ankommt?“

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