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DE GEVANGEN ERFGENAME EN DE ONDERBAAS

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Blurb

Elena Moretti is geboren in een wereld waar macht belangrijker is dan liefde en verraad afkomstig kan zijn van de mensen die het dichtst bij je staan. Als dochter van een machtige maffiabaas heeft ze haar hele leven geleerd hoe ze moet overleven tussen gevaarlijke mannen. Wat ze weigert te accepteren, is dat haar vader het recht heeft om te bepalen met wie ze trouwt.

Alles verandert wanneer een aanval het landgoed van haar familie treft en ze wordt gevangengenomen door Dante Vescari, de meedogenloze onderbaas van de grootste rivaal van haar familie.

In plaats van losgeld te eisen, stelt Dante een huwelijk voor dat een bloedige oorlog tussen hun families zou kunnen voorkomen. Elena weigert nog een pion in het spel van een man te worden, maar wanneer het leven van haar jongere broer wordt bedreigd, heeft ze weinig andere keuze dan de regeling te overwegen.

Vastbesloten om haar broer te beschermen en de waarheid achter de mysterieuze dood van haar moeder te ontdekken, betreedt Elena Dantes wereld, klaar om hem bij iedere stap tegen te werken. Hun huwelijk verandert in een strijd van wilskracht, en hun groeiende aantrekkingskracht maakt alles alleen maar ingewikkelder.

Dan ontdekt Elena bewijs dat Dante in verband brengt met de dood van haar moeder.

Terwijl geheimen aan het licht komen en vijanden dichterbij komen, begint ze alles in twijfel te trekken wat ze over haar familie en de man die ze langzaam begint lief te krijgen, weet. Iemand manipuleert de vete tussen de families Moretti en Vescari al jarenlang, en hun huwelijk maakt mogelijk deel uit van een veel groter complot.

Elena moet beslissen of ze Dante kan vertrouwen of het risico wil lopen alles te verliezen terwijl ze de waarheid probeert te achterhalen. In hun gevaarlijke wereld kan liefde een zwakte zijn, maar de verkeerde persoon vertrouwen kan hun allebei het leven kosten.

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Kapitel Eins: Die Nacht des Verrats
Elena Moretti hörte den ersten Schuss, noch bevor sie die Schreie hörte. Das Geräusch zerriss die Stille des Anwesens, und für einen Moment erstarrte sie mitten auf der Treppe. Unten verstummte die Musik im Ballsaal. Jemand ließ ein Glas fallen. Dann ertönte ein weiterer Schuss, diesmal näher, und die Gäste begannen zu schreien. Elena drehte sich zum Eingang um. Ihr Vater stand am Ende des Korridors. Vittorio Moretti war ein Mann, der selbst dann ruhig blieb, wenn andere vor Angst kein Wort herausbrachten. Doch als Elena sein Gesicht betrachtete, wusste sie, dass etwas schrecklich schiefgelaufen war. Er hielt eine Pistole in der Hand. „Was war das?“, fragte sie mit einer Stimme, die kaum lauter als ein Flüstern war. Der Blick ihres Vaters schnellte zu ihr, scharf und befehlend. „Geh auf dein Zimmer.“ „Papa, was ist los?“ Sie machte einen Schritt auf ihn zu, während ihre Absätze auf dem Marmor klackten. „Elena, sofort!“ Seine Stimme knallte wie eine Peitsche, und sie zuckte zusammen. Sie hatte ihren Vater schon früher wütend erlebt. Sie hatte gesehen, wie Männer vor ihm zitterten, und miterlebt, wie er mit nur wenigen Worten über das Schicksal ganzer Familien entschied. Doch noch nie hatte sie ihn sie auf diese Weise ansehen sehen. Nicht mit Wut. Mit Angst. Und das erschreckte sie mehr als die Schüsse. Ein Wachmann kam um die Ecke gerannt. Blut lief über seine Stirn, und sein Hemd war über der Brust blutverschmiert. Er stolperte zum Stehen und rang nach Luft. „Don Moretti! Sie haben das Westtor durchbrochen!“ Vittorios Gesichtsausdruck verhärtete sich. „Wie viele?“ „Zu viele.“ Der Wachmann schüttelte den Kopf, seine Stimme brach. „Wir können den Innenhof nicht halten.“ „Wer hat sie hereingelassen?“ Der Wachmann öffnete den Mund, konnte aber nicht antworten. Sein Blick wich aus, und Elena erkannte die Scham darin. Ein weiterer Schuss ertönte. Der Wachmann zuckte zusammen und fiel auf die Knie. Elena sah, wie sich der dunkle Fleck auf seinem Hemd ausbreitete, bevor ihr Vater sie am Arm packte. „Lauf!“ Diesmal gehorchte sie. Sie rannte den Korridor entlang und kam an den Porträts ihrer Vorfahren vorbei. Männer mit kalten Augen und Frauen, deren Gesichter genauso streng wirkten wie die Regeln, nach denen ihre Familie seit Generationen lebte. Ihr ganzes Leben lang hatte Elena gehört, dass der Name Moretti Schutz bedeutete. Heute Nacht klang er wie ein Todesurteil. Als sie die Tür zu ihrem Zimmer erreichte, hörte sie hastige Schritte hinter sich. „Lena!“ Sie wirbelte herum. Luca, ihr jüngerer Bruder, rannte auf sie zu. Sein Gesicht war blass, seine dunklen Haare waren zerzaust, und in einer Hand hielt er ein blutbeflecktes Telefon. „Luca, was machst du hier?“ Sie packte ihn an den Schultern und musterte sein Gesicht. „Du solltest bei den anderen sein!“ „Die anderen sind tot oder verschwunden.“ Er ergriff ihre Hand, seine Finger waren kalt und zitterten. „Ich weiß es nicht. Wir müssen weg.“ „Wo ist Papa?“ Luca antwortete nicht sofort. Sein Blick glitt von ihrem weg. „Luca!“ Sie schüttelte ihn. „Er versucht, sie aufzuhalten.“ Sie wollte zurückrennen, doch ihr Bruder stellte sich ihr in den Weg und versperrte ihr den Durchgang. „Wenn du jetzt dorthin zurückgehst, werden wir beide getötet.“ Seine Stimme war leise und verzweifelt. Elena starrte ihn an. Luca war erst neunzehn. Trotz seines berühmten Nachnamens war er nie gezwungen gewesen, die Art von Verantwortung zu tragen, die damit einherging. Er konnte leichtsinnig, stur und manchmal erschreckend sorglos sein. Doch jetzt zitterten seine Finger. „Wer sind sie?“, fragte sie mit härter werdender Stimme. „Ich weiß es nicht.“ „Du lügst.“ Sie trat näher, ihre Augen verengten sich. „Nicht jetzt, Elena.“ Er wandte sich ab, den Kiefer angespannt. Eine laute Explosion ließ die Fenster erzittern. Luca zog sie in ihr Schlafzimmer und schloss die Tür hinter ihnen. Er schob einen schweren Kleiderschrank dagegen, obwohl sie beide wussten, dass er niemanden lange aufhalten würde. Elena griff nach ihrem Telefon. Kein Empfang. „Wir nehmen den Tunnel“, sagte sie und bewegte sich bereits auf die gegenüberliegende Wand zu. „Er führt zur alten Garage.“ „Der Tunnel ist nicht sicher.“ Luca packte ihren Arm und zog sie zurück. „Woher weißt du das?“ Sie wandte sich ihm zu und suchte in seinem Gesicht nach einer Antwort. Luca blickte auf das Telefon in seiner Hand. Auf dem Bildschirm war eine Nachricht geöffnet, doch Elena konnte sie nicht lesen. „Weil jemand wusste, wo wir sein würden.“ Bevor sie ihn weiter ausfragen konnte, flackerte das Licht. Einmal. Zweimal. Dann wurde es dunkel. Draußen waren Schritte zu hören. Elena schaltete die Taschenlampe ihres Telefons ein und suchte nach der kleinen Pistole, die ihr Vater ihr vor zwei Jahren besorgt hatte. Sie hatte auf dem Schießstand trainiert, aber noch nie eine Waffe auf einen anderen Menschen gerichtet. Bis zu diesem Abend hatte sie gehofft, dass sie das niemals tun müsste. Luca stand neben der Tür, sein Körper angespannt. „Wenn sie hereinkommen, bleib hinter mir.“ Er sah sie beim Sprechen nicht an. „Du bist nicht mein Leibwächter.“ Sie überprüfte das Magazin. Ihre Hände waren ruhig, trotz der Angst, die sich in ihrem Magen zusammenzog. „Und du bist unsterblich?“ Er blickte zu ihr zurück, sein Gesichtsausdruck düster. Ein schwerer Schlag ertönte von der anderen Seite des Zimmers. Die Balkontür. Elena richtete ihre Pistole darauf, die Arme gerade ausgestreckt. „Zeig dich!“ Ihre Stimme hallte scharf und befehlend durch den Raum. Keine Antwort. Sie ging näher, ihr Herz schlug so heftig, dass sie kaum etwas anderes hören konnte. Dann erschien eine Hand hinter dem Vorhang. „Nicht schießen.“ Eine Stimme flüsterte. „Ich bin es.“ Ihr Vater trat in den Lichtschein ihres Telefons. Sein Ärmel war blutbefleckt, doch er stand noch immer aufrecht. Hinter ihm lag der Balkon in völliger Dunkelheit. „Papa!“ Elena senkte ihre Pistole, während Erleichterung sie durchströmte. „Wir müssen hier raus.“ „Das werden wir.“ Vittorio blickte an ihr vorbei zu Luca. „Hast du es noch?“ Luca hielt das Telefon hoch. „Ja.“ „Gut.“ Vittorio streckte die Hand aus. „Gib es mir.“ Elena sah zwischen ihnen hin und her und runzelte die Stirn. „Was ist auf diesem Telefon?“ „Etwas, das diese Nacht beenden kann“, sagte ihr Vater mit angespannter Stimme. „Dann sag mir, was hier los ist.“ Sie stellte sich zwischen die beiden und hob die Hände. Vittorio nahm Luca das Telefon ab und steckte es in seine Jackentasche. „Du musst mir vertrauen.“ „Du hast mir mein ganzes Leben lang gesagt, dass die Wahrheit in dieser Familie wichtiger ist als alles andere.“ Ihre Stimme zitterte vor Wut und Angst. „Und heute Nacht ist die Wahrheit das Gefährlichste, was du wissen könntest.“ Er sah ihr in die Augen, sein Gesichtsausdruck war unergründlich. Ein heftiger Schlag erschütterte die Tür. Der Kleiderschrank schrammte über den Boden. Vittorio zog Elena und Luca zum Balkon. Auf der anderen Seite führte eine schmale Außentreppe hinunter zu einem alten Dienstgang. Die Stufen waren verrostet, schlecht beleuchtet und kaum breit genug für eine Person. „Luca, zuerst“, befahl er. Ihr Bruder kletterte über das Geländer. Elena folgte ihm, doch als sie sich umdrehte, stand ihr Vater noch immer in der Tür. „Komm schon!“, rief sie und streckte die Hand nach ihm aus. Er sah sie an. Für einen kurzen Moment sah er nicht wie der gefürchtete Don Moretti aus. Er sah aus wie der Mann, der ihr als Kind das Fahrradfahren beigebracht hatte. „Geh zur Garage. Nimm das Auto mit dem Ersatzschlüssel. Fahr nach Norden und halte dich von unseren üblichen Verstecken fern.“ „Du kommst mit uns.“ Sie schüttelte den Kopf, ihre Stimme brach. „Elena—“ „Nein.“ Sie umklammerte das Geländer. „Ich lasse dich nicht hier zurück.“ Hinter ihm wurde die Tür aufgebrochen. Mehrere Männer mit schwarzen Masken stürmten in den Raum. Vittorio hob seine Pistole und schoss. Elena schrie, als die Männer das Feuer erwiderten. Ihr Vater packte das Geländer. „Lauf!“ Luca zog sie die Treppe hinunter. Sie wehrte sich und versuchte, sich loszureißen, doch er hielt sie fest, bis sie den Dienstgang erreichten. Hinter ihnen hallten Schüsse durch die Nacht. Dann verstummte alles. Zu still. Elena blieb stehen. „Wir müssen zurück.“ „Nein.“ Luca zog sie weiter. „Luca, unser Vater—“ „Er hat uns gesagt, wir sollen laufen!“ Seine Stimme brach beim letzten Wort. Elena sah Tränen in seinen Augen, doch er wischte sie hastig weg und zog sie weiter. Sie erreichten die Garage. Zwei Autos standen im Schatten, und die Seitentür war offen. Elena fand den Ersatzschlüssel dort, wo ihr Vater ihn immer aufbewahrte. Ihre Hände zitterten so stark, dass sie ihn beinahe fallen ließ. Luca stieg auf den Beifahrersitz. „Fahr!“ Der Motor heulte auf. Elena raste aus der Garage, durch das schmale Tor und auf die Straße. Im Rückspiegel beobachtete sie das Anwesen ihrer Familie. Mehrere Fenster standen in Flammen. Rauch stieg über den Dächern auf, während die fernen Lichter der Stadt weiterleuchteten, als wäre nichts geschehen. Sie griff nach ihrem Telefon und versuchte, ihren Vater anzurufen. Keine Verbindung. Sie versuchte es erneut. Und wieder. „Er wird uns finden“, sagte Luca leise und starrte aus dem Fenster. Elena behielt den Blick auf die Straße gerichtet. „Natürlich wird er das.“ Sie sagte es, weil Luca es hören musste. Weil sie selbst daran glauben musste. Ein paar Minuten später vibrierte ihr Telefon. Eine unbekannte Nummer. Auf dem Bildschirm erschien eine Nachricht. Wenn du willst, dass dein Bruder am Leben bleibt, fahr nicht nach Norden. Elena trat so heftig auf die Bremse, dass die Reifen quietschend über den Asphalt rutschten. Luca prallte gegen das Armaturenbrett. „Was zum Teufel machst du da?“ Sie zeigte ihm den Bildschirm. Ihre Hand zitterte. Sein Gesicht wurde kreidebleich. „Wer hat das geschickt?“, fragte sie mit leiser, gefährlicher Stimme. „Ich weiß es nicht.“ Er sah weg. „Du hast gesagt, du wüsstest nicht, wer uns angegriffen hat. Du hast gesagt, du wüsstest nicht, warum sie dort waren.“ Sie packte sein Kinn und zwang ihn, sie anzusehen. „Und jetzt behauptest du wieder, nichts zu wissen.“ „Weil ich nichts weiß!“ Er riss sich los, seine Stimme wurde lauter. „Dann erklär mir, warum du dich so verhalten hast, als wüsstest du, dass der Tunnel nicht sicher ist.“ Sie starrte ihn mit hartem Blick an. Luca verstummte. Elena spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Es war nicht mehr nur Angst. Es war Misstrauen. Sie wollte ihn gerade erneut befragen, als im Rückspiegel die Scheinwerfer eines schwarzen SUVs auftauchten. Das Fahrzeug näherte sich schnell. „Fahr“, sagte Luca mit angespannter Stimme. Elena trat aufs Gaspedal. Der SUV folgte jeder ihrer Kurven. Als sie in eine schmale Seitenstraße einbog, tauchte vor ihnen ein zweites schwarzes Fahrzeug auf und versperrte ihnen den Weg. „Halt dich fest!“ Sie riss das Lenkrad zur Seite. Das Auto schrammte an einer Mauer entlang, bevor es in einer verlassenen Gasse zum Stehen kam. Luca fluchte und griff nach seiner Waffe. Bevor er sie ziehen konnte, wurden beide Türen aufgerissen. Männer in schwarzen Anzügen zerrten sie hinaus. Elena wehrte sich, trat einem Angreifer gegen das Knie und rammte einem anderen ihren Ellbogen ins Gesicht. Für einen Moment gelang es ihr, sich loszureißen. Dann packte jemand ihre Haare und riss ihren Kopf nach hinten. Sie hörte Luca ihren Namen schreien. Ein Schlag traf sie seitlich am Kopf. Die Straße schien sich unter ihren Füßen zu neigen. Sie versuchte, sich abzufangen, doch ihre Finger fanden nichts als kalten Asphalt. Durch den Schleier vor ihren Augen sah sie ein Paar polierter schwarzer Schuhe. Ein Mann trat vor sie. Groß, breitschultrig und in einen maßgeschneiderten schwarzen Anzug gekleidet. Er trug keine Maske. Elena kannte sein Gesicht. Jeder in ihrer Familie kannte es. Dante Vescari. Der Unterboss einer Familie, die seit Jahren mit den Morettis im Krieg lag. Er musterte sie, als hätte er genau diesen Moment erwartet. „Elena Moretti.“ Er ging in die Hocke, seine Stimme ruhig. „Du hast keine Ahnung, wie lange ich darauf gewartet habe, dich kennenzulernen.“ Sie zwang sich, den Kopf zu heben, ihre Augen loderten. „Wenn du glaubst, mein Vater wird dich damit davonkommen lassen, bist du noch dümmer, als du aussiehst.“ Dante lächelte nicht. „Dein Vater hat heute Nacht weitaus größere Probleme.“ „Wo ist Luca?“ Sie versuchte, sich aufzurichten. Ihre Stimme zitterte vor Wut. Sein Blick wanderte kurz zu einem seiner Männer. Das genügte Elena, um zu verstehen, dass ihr Bruder ebenfalls in ihrer Gewalt war. Sie versuchte aufzustehen, doch ein Mann drückte sie wieder zu Boden. „Fass ihn nicht an“, zischte sie Dante mit leiser, giftiger Stimme zu. „Du kannst mich mitnehmen. Aber wenn du ihm wehtust, werde ich dich töten.“ Dante ging so weit in die Hocke, bis sein Gesicht auf einer Höhe mit ihrem war. „Du verstehst immer noch nicht, was hier geschehen ist.“ „Dann erklär es mir.“ Sie erwiderte seinen Blick, ohne mit der Wimper zu zucken. Seine Augen blieben auf ihre gerichtet, dunkel und kalt, ohne den geringsten Anflug von Unsicherheit. „Deine Familie hat heute Nacht den Krieg verloren.“ Elena spuckte ihm vor die Füße. „Dann hoffe ich, dass du bereit bist, ihn zu Ende zu führen.“ Zum ersten Mal veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Es war nur eine winzige Bewegung, kaum mehr als ein Zucken seines Kiefers, aber sie bemerkte es. Dante Vescari hatte etwas anderes erwartet. Er stand auf und gab seinen Männern ein Zeichen. Sie zerrten Elena auf die Füße und zwangen ihre Hände hinter ihren Rücken. Als sie sie zu einem der SUVs schleppten, drehte sie sich ein letztes Mal um. Luca stand neben dem zweiten Fahrzeug. Zwei Männer hielten ihn fest. Er sah sie an, und in seinen Augen lag eine Warnung, die sie nicht verstehen konnte. Dann wurde die Tür vor ihr geöffnet. Dante hielt sie mit einer Hand fest. „Steig ein, Elena.“ Seine Stimme war leise und beherrscht. Sie bewegte sich nicht. „Wohin bringst du mich?“ „An einen Ort, an dem dich niemand finden wird.“ „Und warum sollte ich dir glauben?“ Sie hob das Kinn, Trotz brannte in ihren Augen. Dante beugte sich leicht zu ihr. „Das solltest du nicht.“ Er wartete, bis seine Männer sie auf den Sitz gedrückt hatten, bevor er selbst einstieg. Die Tür schlug zu. Das Fahrzeug setzte sich in Bewegung, und Elena beobachtete ihren Bruder durch das getönte Fenster, bis er in der Dunkelheit verschwand. Sie wandte sich Dante zu. „Wenn du vorhast, Lösegeld zu verlangen, vergiss es.“ Sie verschränkte die Arme, ihre Stimme kalt. „Mein Vater wird dir keinen Cent zahlen.“ „Ich will dein Geld nicht.“ Er sah sie nicht an. „Was willst du dann?“ Sie starrte ihn an, ihr Puls raste. Dante sah sie an, und diesmal lag etwas in seinem Gesichtsausdruck, das sie nicht verstehen konnte. „Deine Hand in der Ehe.“ Elena starrte ihn an. „Was?“ Sie blinzelte, überzeugt davon, sich verhört zu haben. „Du wirst mich heiraten.“ Seine Stimme war flach und sachlich. Einen Moment lang dachte sie, der Schlag gegen ihren Kopf hätte sie verwirrt. Doch Dante wiederholte sich nicht. Das musste er auch nicht. „Du bist wahnsinnig“, flüsterte sie mit hohler Stimme. „Vielleicht.“ Er wandte seinen Blick dem Fenster zu. „Ich werde niemals deine Frau sein.“ Ihre Stimme wurde lauter und zitterte vor Wut. Draußen zogen die Lichter der Stadt vorbei, während das Anwesen ihrer Familie hinter ihnen brannte. „Dann bete, dass du deine Meinung änderst.“ Er sprach, ohne sich umzudrehen. „Denn wenn du mich zurückweist, wird es morgen früh vielleicht niemanden mehr geben, der deinen Namen trägt.“ Elena erkannte, dass der Angriff auf ihre Familie vielleicht erst der Anfang gewesen war. Denn der Mann, der sie entführt hatte, wollte sie nicht einfach nur tot sehen. Er wollte über ihr Leben bestimmen.

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