2. Versaut

1468 Words
Alex suchte fieberhaft nach einer Lüge, irgendeiner Lüge, und betete, dass sein Gehirn schneller arbeiten würde als sein Schwanz. „Tut mir leid, es liegt nicht an dir. Ich habe vorhin mit Nancy geschrieben und…“ Die Worte stolperten ungeschickt heraus. „Es ist einfach… schon eine Weile her, weißt du?“ Lena trat zurück, ihre Hände fielen an ihre Seiten. Ihr Ausdruck wechselte von Verwirrung zu etwas anderem. Enttäuschung? Erleichterung? Er konnte es nicht sagen. „Richtig. Nancy.“ Sie strich sich die Strähnen mit der Handfläche aus dem Gesicht, ohne ihm in die Augen zu sehen. „Sag ihr einen schönen Gruß von mir.“ Der Raum zwischen ihnen war aufgeladen mit allem, was ungesagt blieb. Sie wusste, dass er log. Alex hätte jetzt gehen sollen, aber seine Füße wollten sich nicht bewegen. „Schließ die Tür hinter mir ab“, brachte er hervor. „Und schreib mir, wenn du dich hingelegt hast, damit ich weiß, dass du sicher bist.“ „Gute Nacht, Alexi.“ Dieses Lächeln wieder. Das, das sie durch zehn Jahre Freundschaft gebracht hatte. Sie lehnte sich an den Türrahmen, die Arme über der Brust verschränkt, sodass ihre Brüste sich gegen den dünnen Stoff ihres Crop-Tops schoben. Alex zwang sich wegzusehen, nickte und trat in den Flur. Die Tür schloss sich hinter ihm, und er hörte, wie das Schloss einschnappte. Er drückte die Handfläche gegen die Tür, ihr Kokosduft hing noch in seinen Sinnen. Er hatte ein Jahrzehnt Freundschaft versaut. Würde sie ihn für immer aussperren? Sein Handy vibrierte. Nancys Gesicht leuchtete auf dem Bildschirm auf, ihr blondes Haar und das süße Lächeln eine schreiende Erinnerung an die Versprechen, die er gegeben hatte, an den Mann, der er sein sollte. Alex drehte sich von Lenas Tür weg, von der Versuchung dahinter, und ging zum Aufzug. Die ganze Fahrt nach unten dachte er nur an Kokosduft, volle Lippen, winzige Shorts und wie sehr er wirklich im Arsch war. *** Die Aufzugfahrt hinauf in sein Penthouse war eine eigene besondere Hölle. Dreißig Stockwerke, um sich unter Kontrolle zu bringen. Als Alex eintrat, brannte das Licht im Schlafzimmer. „Wo warst du?“ Nancy setzte sich im Bett auf, ihr seidenes Nachthemd rutschte von einer Schulter. Ihr blondes Haar war trotz der späten Stunde perfekt zerzaust, ihre Augen zusammengekniffen. „Du hast mich drei Stunden allein gelassen.“ „Lena hatte einen Notfall.“ Er streifte die Schuhe ab und versuchte, lässig zu klingen. „Jemand ist bei ihr eingebrochen.“ „Um zwei Uhr morgens?“ Nancys Arme verschränkten sich über der Brust. „Und sie hat dich angerufen?“ Alex ging zu ihrer Seite des Bettes, seine Finger fanden die nackte Haut ihrer Schulter. „Ich weiß, oder? Wir sollten ihr einen Freund besorgen, jemand anderen, den sie für solche Sachen anrufen kann.“ Er strich mit den Lippen über Nancys Hals und spürte die Anspannung dort. Nancys Stirnrunzeln wich nicht. „Alex, das ist nicht das erste Mal, dass sie uns unterbricht. Ich meine das ernst—“ „Oder vielleicht“, murmelte er, seine Finger wanderten ihren Arm hinunter, „sollten wir die Hochzeit beschleunigen und in ein anderes Land ziehen. Dann unterbricht sie uns nicht mehr bei Notfällen.“ Er zog sanft am Träger ihres Nachthemds und entblößte mehr Haut. „Nur wir, weg von all dem.“ Ihr Atem stockte, als er entlang ihres Schlüsselbeins küsste, seine Hände den Seidenstoff tiefer schoben. „Du würdest wirklich alles für mich aufgeben?“ „Für dich“, sagte er, obwohl die Worte selbst beim Sprechen hohl klangen. „Damit wir uns auf uns konzentrieren können.“ Ihre Haut war weich, aber alles, was er roch, war Kokos. Sein Puls raste, während er gegen Lenas Bild ankämpfte. „Ohh… ja…“ stöhnte sie und wölbte sich, als seine Hand zwischen ihre Beine glitt und ihre Nässe umkreiste. Alex war bereits hart. Er war es seit dem Verlassen von Lenas Wohnung, weil dieser sexy Körper ihn nicht in Ruhe ließ. Er zwang sich, sich auf Nancys Haut gegen die dunklen Laken zu konzentrieren. „Also, welche Stadt nehmen wir?“ fuhr er fort, während seine Hose zu Boden fiel. Sie versuchte, seinen Schwanz in den Mund zu nehmen, aber er drückte sie sanft zurück in die Kissen. „Ich will Paris…“ winselte sie in sein Haar, während er an ihren Nippeln saugte. „Paris ist wunderschön im Frühling.“ Er ließ seine Finger über ihren Bauch gleiten, zwischen ihre Beine und kreiste erneut an ihrem Eingang. „Paris…“ Nancy keuchte, als ein Finger in sie stieß. „Paris… Paris ist gut.“ Er fügte einen zweiten Finger hinzu und fickte sie langsam. „Was ist mit Rom? Oder vielleicht Barcelona?“ Ihr Rücken wölbte sich vom Bett, ihre Worte unterbrochen von kleinen Atemstößen. „Nein… ich will… Paris.“ Sie spreizte die Beine weiter, und er fügte einen dritten Finger hinzu, beobachtete, wie ihre Augen sich schlossen. Sie klammerte sich an seine Schultern, ihre Hüften hoben sich, um seinen Stößen entgegenzukommen. „Baby… bitte…“ „Dreh dich um“, flüsterte er an ihr Ohr und zog die Finger zurück. „Zeig mir, wie sehr du Paris willst.“ Nancy rollte sich auf den Bauch und kam auf die Hände und Knie. Er stand auf, um den Rest seiner Kleidung auszuziehen, sein Schwanz sprang frei und tropfte an der Spitze. Dieser Vorsaft war für Lena. Er sollte gerade seine Eichel an Lenas Fotze ansetzen und ihr seinen dicken Schwanz reinschieben, während er zusah, wie ihr Arsch gegen sein Becken wackelte… Nicht Nancys. Trotzdem stieß er in sie. „Ahhh… Baby…“ Sie drückte sich gegen ihn, genoss offensichtlich die Fülle in sich und war bereit für mehr. Er begann, sich langsam in sie hinein und heraus zu bewegen, und während Nancy stöhnte, waren seine Gedanken woanders. „Vielleicht sollte ich Nancy so Shorts kaufen. Etwas Enges. Das sollte mich davon abhalten, über jemanden zu fantasieren, den ich nicht haben kann.“ Er wurde schneller, wollte fertig werden, diesen Verrat der Gedanken beenden. Nancy klammerte sich an die Laken, und nach einem kräftigen Klaps auf ihren Arsch spannte sie sich an und schrie auf. Er folgte Augenblicke später, sein Höhepunkt eher Erleichterung als Lust. Als es vorbei war, kuschelte sich Nancy an seine Brust. „Ich liebe dich“, murmelte sie zufrieden und driftete bereits ab. „Ich liebe dich auch“, antwortete er. Der s*x hatte nichts getan, um seinen Kopf freizubekommen. Wenn überhaupt, fühlte Alex sich schlechter – schuldig, weil er Nancy benutzt hatte. Das war nicht er. Er betrog keine Menschen. Er begehrte nicht seine beste Freundin. Er musste das in Ordnung bringen. Sich bei Lena für sein unangebrachtes Verhalten entschuldigen, vielleicht sogar diese Gedanken gestehen. Sie würde lachen, einen Witz machen, und sie würden darüber hinwegkommen. Das hatten sie immer getan. „Morgen“, entschied er in dieser Nacht. Er würde als Erstes in ihre Abteilung gehen, sie beiseite nehmen und die Luft klären. Aber als Alex am nächsten Morgen die Marketing-Etage betrat – Kaffee in der Hand als Friedensangebot –, war Lenas Cubicle leer. Keine bunten Post-its auf ihrem Monitor. Keine Jacke über dem Stuhl. Kein Zeichen, dass sie überhaupt dagewesen war. „Wo ist Lena?“ fragte er Nina, die am Schreibtisch neben ihr saß. Sie sah auf, überrascht, den CEO auf ihrer Etage zu sehen. „Sie hat heute früh bei HR angerufen und einen persönlichen Tag genommen.“ „Einen persönlichen Tag?“ In zehn Jahren hatte Lena nie einen ungeplanten freien Tag genommen. Nicht einmal, als sie die Grippe hatte und Alex sie praktisch gezwungen hatte, nach Hause zu gehen. „Ja, irgendwas mit ihrer Wohnung“, zuckte Nina mit den Schultern. „Sicherheitsproblem, glaube ich.“ Ein Schatten huschte über Ninas Gesicht, und Alex fragte sich, ob hinter Lenas „Sicherheitsproblem“ mehr steckte als ein Einbruch. Er nickte und versuchte, seine Sorge zu verbergen. Das war nicht wie sie. Oder vielleicht ging es genau um ihn. Die Art, wie er hart geworden war für seine beste Freundin und sie in Verlegenheit gebracht hatte. Alex holte sein Handy hervor und tippte schnell: ‚Hey, hab gehört, du hast den Tag frei genommen. Alles okay?‘ Er wartete und starrte auf den Bildschirm. Die Nachricht zeigte als zugestellt an, aber keine Antwort kam. Nach einer Minute fügte er hinzu: ‚Wenn du irgendwas brauchst, ich bin da.‘ Immer noch nichts. Scheiße. Er hatte es schlimmer vermasselt, als er dachte. Lena ignorierte seine Nachrichten nie, nicht einmal, wenn sie sich stritten. Alex steckte das Handy ein und ging in sein Büro. Sie wusste es. Sie hatte seine Lüge gestern Abend gespürt. Seine beste Freundin hatte seinen Hunger gespürt – und jetzt war sie weg.
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