Kapitel 7

3929 Words
El POV Sie verbrachte die meiste Zeit der Woche damit, tagsüber zu schlafen, da sie sich zu Tode langweilte, und war nachts wach. Der Ort war während der Nacht extrem ruhig, also nutzte sie die Gelegenheit, sich allein umzusehen. Sie stellte fest, dass das Hallenbad geöffnet war und ging ein paar Mal nachts schwimmen. Es überraschte sie, dass es ein Mineralbecken war und dass es beheizt wurde. Nicht genug, um es als warm zu bezeichnen, aber ausreichend, um die Kälte des Wassers so weit zu mildern, dass man problemlos hineinsteigen und schwimmen konnte. Sie hatte einige Stunden damit verbracht, mit ihren Freunden zu reden. Sie musste schmunzeln, als ihr engster männlicher Freund, Xavier, ihr schrieb, dass er, wenn er da wäre, sie wie früher hemmungslos flachlegen würde. Sie lächelte, vermisste das an ihm, und ließ sich fast jede Nacht auf Sexting mit ihm ein, obwohl sie heute Nacht allein war, da er offensichtlich schlief. Aber sie war in Stimmung, sich selbst zu befriedigen, also hatte sie sich ausgezogen und berührte sich selbst. Es hatte sie überrascht, dass ihre Mutter ihr zwei Vibratoren eingepackt hatte. Sie wusste nicht einmal, dass ihre Mutter von ihnen wusste, aber wenn sie es nicht gewusst hatte, hatte sie sich zumindest nicht daran gestört und sie einfach zusammen mit den Kleidern eingepackt. El holte einen der Vibratoren heraus und seufzte leise, als sie ihn bewegte, um das Gefühl zu genießen. Sie erhöhte die Intensität, als sie sich dem Höhepunkt näherte, und schnappte nach Luft, als die ersten Wellen des Orgasmus durch ihren Körper rollten. Sie schloss die Augen und stöhnte laut auf. Ihre Augen rissen sich auf, als sie eine Hand entlang ihrer spürte und dann das Bett sich senkte. Sie fand Conner kniend auf dem Bett, der sie direkt ansah. „Lass mich dir helfen“, murmelte er sanft, ein volles Grinsen im Gesicht. „W…was?“ stammelte sie und versuchte, sich von ihm wegzuziehen. „Bleib still, dann genießt du es mehr“, grinste er, und plötzlich hatte er ihren Vibrator in der Hand und bewegte ihn gegen sie. Seine andere Hand glitt ihren Oberschenkel hinauf zu ihrem Bauch und hielt sie ein wenig fest. Sie keuchte, als er ihren Kitzler genau im richtigen Winkel traf, und der Orgasmus plötzlich über sie hereinbrach. Er hörte nicht auf, den Vibrator zu bewegen, hielt ihn in g**g, bis sie sich an die Bettlaken klammerte, und ein weiterer Orgasmus rollte durch ihren Körper. Sie biss sich auf die Lippen, um den Schrei zu unterdrücken, der fast aus ihr herausbrach. Dann war er verschwunden. „Na, Eliza, war das nicht schön?“ Ihre Augen öffneten sich, als sie spürte, wie sich das Bett noch mehr senkte, und sie fand seine Augen direkt über sich, als er sich direkt über ihr kniete. Ihr Atem war immer noch unregelmäßig und schwer. „Soll ich all deine Bedürfnisse erfüllen?“ murmelte er sanft, seine Lippen wanderten zu ihrem Ohr. „Ich denke, ich könnte dich mehr als zufriedenstellen.“ Sie drehte sich um und blickte ihn mit weit aufgerissenen Augen an, als sein Mund plötzlich auf ihren traf. Er verschlang sie förmlich, während seine Hand zwischen ihre Schenkel glitt und ihren Spalt hinunterstrich. Sie keuchte auf, als er ihre Öffnung reizte, hörte, wie er stöhnte, und dann löste sich sein Mund von ihrem, wanderte hungrig ihren Körper hinab, während er einen Finger in sie hineinschob. Sie schrie auf, der Finger war lang und d**k, und er bewegte ihn bereits in ihr auf und ab. Sein Mund war heiß auf ihrer Brust, sie hörte ihn das Wort „Scheiße“ murmeln, und dann bewegte sich seine Hand noch schneller. Sein Mund erreichte ihren Kitzler, und sie drängte sich ihm entgegen, wollte mehr, und sie wusste, dass sie gleich wieder kommen würde, rief seinen Namen, als er einen zweiten Finger in sie schob und seine Hand schneller pumpte. Sie konnte den Orgasmus nicht aufhalten, bog sich ihm entgegen, als ihr Körper sich um seine Finger zusammenzog. Dann waren sie verschwunden, und sie lag keuchend da. Eine Hand fuhr sich an den Mund, und ihre Augen richteten sich auf ihn. Sie sah das selbstgefällige Grinsen auf seinem Gesicht, während er zwischen ihren Schenkeln hochsah. Dann spürte sie seine Zunge, die sie in langen, langsamen Zügen schmeckte, und als er um ihre Öffnung kreiste, hörte sie sein tiefes Stöhnen, das verriet, wie sehr er selbst zu genießen schien, was er ihr antat. Dann drang seine Zunge in sie ein, schmeckte sie gierig. Sie schloss die Augen und ließ sich völlig fallen, ließ ihn sie kosten, es fühlte sich so verdammt gut an. Sie hob ihre Hüften, um mehr von ihm zu spüren, und er enttäuschte sie nicht, er nahm alles von ihr auf. Sein Mund war so heiß an ihrem Kern. „Conner“, keuchte sie, als sein Mund sie verließ. Er sah sie wieder an, ein Lächeln in seinen Augen. Es war das erste Mal, dass der Mann sie je angelächelt hatte, und es ließ ihr Herz schneller schlagen. Sie biss sich auf die Lippe, als sie hörte, wie der Reißverschluss seiner Hose heruntergezogen wurde. Sie spürte, wie er sich hart und groß an sie presste, sah, wie seine Augen sich schlossen und er seufzte: „Verdammt.“ Dann bewegte er sich gegen sie, drückte sich fest und entschlossen durch ihre nassen Falten, und sein Mund war erneut auf ihrem, während sich sein ganzer Körper gegen sie wogte. Sie zog an seinem Hemd, und er lachte leise, riss es sich selbst vom Leib. Ihre Hände fuhren über all die harten Muskeln an seiner Brust und seinem Bauch, sie wollte ihn überall berühren, klammerte sich an ihn, als eine neue Welle des Vergnügens durch ihren Körper rollte. Sie packte ihn an den Hüften und rieb sich fest gegen ihn. „Conner“, keuchte sie. Sie spürte, wie er sich ein wenig zurückzog, und sah, wie er leicht den Kopf schüttelte. „Wir können nicht“, murmelte er. „Normalerweise würde ich das nicht tun.“ Sie streckte die Hand nach ihm aus, als er sich aufzurichten begann. „Bitte“, flehte sie. Sie wollte nicht, dass er ging, wollte den nächsten Schritt tun. „Du solltest besser wissen, worauf du dich einlässt.“ Und er stand auf, zog sich nackt aus, schaltete das Nachtlicht ein und legte sich wieder aufs Bett. Er kniete sich zwischen ihre Beine und betrachtete sie von oben bis unten. „Göttin, ich will dich in diesem Moment so sehr, Eliza“, sagte er zu ihr. Sie sah ihn an, ließ ihren Blick über seinen Körper gleiten, und ein „Süßer Jesus“ entfuhr ihr, als sie seine Größe erblickte. Sein Schwanz war riesig. Sie beobachtete, wie er seine Hände neben ihren Schultern abstützte und sie mit seinen dunklen blauen Augen ansah, die ihr schienen, bis in die Seele zu blicken. „Sei dir sicher, es wird anfangs wahrscheinlich wehtun“, sagte er ihr. Sie ließ ihre Hand über seine Brust und seinen Bauch hinabgleiten, berührte seinen harten Schwanz und sah, wie seine Augen sich schlossen, als sie ihre Hand entlang seiner Länge bewegte. Es war klar, dass er niemals passen würde, das wusste sie. Aber sie wollte es wirklich, wollte den nächsten Schritt wagen. Seine Augen öffneten sich, und dann war sein Mund wieder auf ihrem. Er schob ihre Hand weg und begann erneut, sich an ihr zu reiben. Sein Mund wanderte von ihrem weg zu ihrem Hals, seine Hand glitt ihren Körper hinab, über ihren Oberschenkel und hakte sich hinter ihr Knie, zog es hoch und stieß sich dann in sie hinein. Ein Schmerz durchfuhr sie, und sie schrie auf, konnte es nicht verhindern. Sie hörte ihn laut fluchen und dann auf sie herabblicken. Sie wusste, dass er jetzt wusste, dass sie noch nie s*x gehabt hatte. Dann schüttelte er leicht den Kopf, ließ seinen Mund in die Kuhle ihres Halses sinken, küsste sie tief und drang noch tiefer in sie ein. Sie klammerte sich an ihn und biss sich auf die Lippe. „Atme, Eliza“, flüsterte er ihr sanft ins Ohr. „Der Schmerz wird nachlassen.“ Doch er drang weiter in sie ein, war noch nicht einmal ganz drin. Sein Mund war wieder auf ihrem, während seine Finger ihren Kitzler streichelten, und er sich langsam in ihr bewegte. „Ich kann das nicht“, stöhnte sie. „Doch, das kannst du“, erwiderte er mit einem tiefen Stöhnen und stieß dann einmal fest und schnell zu. Ein Schrei entrang sich ihr. Sie wusste, dass er jetzt ganz in ihr war, klammerte sich an ihn. „Entspann dich“, murmelte er sanft, sein Mund wanderte über ihren Hals, seine Hände streichelten ihren Körper, und dann begann er sich langsam zu bewegen, nahm sie sanft, berührte und küsste sie die ganze Zeit über. Irgendwann seufzte sie leise und begann, sich mit ihm zu bewegen. Sie hörte ihn stöhnen: „Verdammt, ja.“ Der Mann war ebenso laut wie sie. Sein Mund fand erneut ihren, als er das Tempo ein wenig steigerte. Sie konnte hören, wie sein Atem schwerer wurde, genau wie ihrer. Sie klammerte sich an ihn, spürte, wie das Vergnügen in ihr anwuchs, und schrie auf, als sie kam, klammerte sich so fest um seinen harten Schwanz. Sie hörte ein tiefes, schweres Seufzen, als er ihren Namen sagte und sein Körper sich fest gegen ihren drückte. Sie wusste, dass auch er gekommen war. Dann blickten seine blauen Augen in ihre, und sie biss sich auf die Lippe. Sie wusste nicht einmal genau, wie das überhaupt passiert war. Er mochte sie nicht, und sie mochte ihn eigentlich auch nicht wirklich. Sie sah ihn lächeln. „Das war verdammt gut“, sagte er und ließ seine Hand über ihre Brust gleiten. Seine Augen folgten seiner Hand, als sie ihren Körper hinabfuhr. Sie biss sich noch fester auf die Lippe, als er sanft ihren Kitzler berührte, langsam einen Kreis darüber zog, und beobachtete, wie er nicht nur seinen Kopf hob, sondern ihn ganz in den Nacken legte. Seine Augen waren kaum geöffnet, und sie spürte, wie er sich wieder zu bewegen begann. „Göttin“, stöhnte er, „ich brauche mehr von dir, Eliza.“ Er sah sie direkt an. „Viel mehr.“ Und er bewegte sich bereits, nahm sie fester und härter als zuvor, ließ sich auf seine Ellbogen sinken, seine Hände griffen in die Bettlaken, während er anfing, schneller und härter zu stoßen. Sie klammerte sich an ihn, verloren im Rausch des Vergnügens, ihn in sich zu spüren. Sie bog sich ihm entgegen, als sie wieder kam, biss sich auf die Lippe, um einen Schrei zu unterdrücken. „Schrei für mich.“ forderte er und spürte, wie seine Zähne sich in ihre Unterlippe gruben, sie befreiten und sie seinen Namen schrie, als sie ihn wieder tief und hart in sich spürte, genau in dem Moment, als sie ihren Höhepunkt erreichte. Ihr ganzer Körper bäumte sich ihm entgegen. Ihre Nägel bohrten sich in seine Arme. Er hielt sich in ihr und stöhnte auf: „Verdammt, ja.“ Dann war er weg, glitt aus ihr heraus und legte sich neben sie ins Bett, sein Atem war so schwer wie ihrer. El hatte keine Ahnung, was das hier war, aber es war unglaublich gewesen. Der Schmerz, ihm ihre Jungfräulichkeit zu schenken, war von so vielen verdammten Orgasmen hinweggefegt worden, wie sie sie in ihrem Leben noch nie erlebt hatte. Sie drehte ihren Kopf zu ihm, er lag neben ihr im Bett, seine Augen waren geschlossen und eine Hand lag über seinem Kopf. Sein Körper glänzte vor Schweiß. Sie sah, wie seine Augen sich öffneten und er auf die Uhr an seinem Handgelenk schaute, als sie zu piepen begann, irgendein Alarm. Er fluchte laut, sprang auf, schnappte sich seine Kleidung und verließ eilig ihr Zimmer. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Er hatte kein einziges Wort über das verloren, was passiert war. Sie lag da in ihrem Bett und kaute auf ihrer Unterlippe. Sie wusste nicht, welche Regeln es gab oder was er von ihr wollte. Nur, dass sie, sobald er sie berührte, nicht mehr nein sagen konnte, obwohl sie es am Anfang hatte tun wollen. Doch der Mann wusste genau, was er tat. Offensichtlich sehr erfahren, obwohl dieser Blick, als ihm klar wurde, dass sie noch nie mit jemandem zusammen gewesen war, sie hatte gedacht, er würde dann gehen. Sie stand aus dem Bett auf und schwankte ein wenig, ihr ganzer Körper schmerzte, und zwischen ihren Schenkeln war es mehr als nur ein bisschen schmerzhaft. Sie blickte auf die Uhr, es war erst viertel vor fünf. Sie benutzte die Toilette und ließ das Bad in ihrem Zimmer ein. Während es sich füllte, stellte sie sich unter die heiße Dusche, lehnte sich an die Wand und schloss die Augen. Sie riss die Augen auf, als sie ein Bild von ihm vor ihrem inneren Auge sah, wie er mit ihr Liebe machte. Es war nicht nur s*x gewesen, das wusste sie. Zu viel Berührung und Küssen, Cordi hatte einen Freund und sie hatte alle Details erfahren. Sie wusste, dass s*x nur das war, kein Berühren, nur loslegen. Sie war einmal versehentlich bei Cordi und Collin hereingekommen und war verdammt schnell wieder rausgegangen. Die Frage war, was sie jetzt tun sollte. Sie wusste es nicht, stieg aus der Dusche und in die Wanne, zuckte ein wenig zusammen. Cordi hatte ihr gesagt, ein langes, heißes Bad helfe immer nach einer guten, langen, von l**t erfüllten Nacht mit Collin. Also wollte sie es versuchen. Sie schaute auf ihr Handy. Wenn Cordi hier wäre, würde sie es ihr erzählen. Aber sie wusste nicht, ob sie wirklich wollte, dass jemand erfuhr, dass Conner ihr gerade ihre Jungfräulichkeit genommen hatte. Sie würde darüber nachdenken, abwarten, was passieren würde, vermutete sie. Wahrscheinlich müsste sie runtergehen und ihn finden, mit ihm reden, dachte sie. Sie wusste nicht, wie das ablaufen würde. Der Mann hatte kein einziges nettes Wort zu ihr gesagt, seit sie hier war. Die einzigen Male, in denen er etwas anderes als Verachtung oder Ärger gezeigt hatte, waren gewesen, als er den blauen Fleck an ihrem Handgelenk gesehen hatte. Sie zog eine locker sitzende dunkelblaue Jeans an, die perfekt auf ihren Hüften saß, und ein einfaches, aber hübsches hellblaues T Shirt. Heute würde sie sich die Mühe machen, nach unten zu gehen. Sie musste herausfinden, was das hier war. Sie wollte es nicht in die Länge ziehen, das würde nur zu viel Grübeln bedeuten. Um sieben Uhr hörte sie ihr Handy klingeln und lächelte, als sie Cordis Namen sah. „Hey, Süße, wie läuft es? Alles in Ordnung?“ Sie antwortete: „Hm, ein bisschen verwirrt… ich habe letzte Nacht irgendwie meine Jungfräulichkeit verloren.“ Sie nahm all ihren Mut zusammen und schrieb es ihr. „Mit wem? Du hast doch gesagt, du hast dort keine Freunde gefunden.“ „Conner.“ „Dein Stiefbruder? Hat er dich gezwungen?“ „Stiefbruder, ja, gezwungen hat er mich nicht. Aber er ist danach einfach aufgestanden und gegangen. Es ist seltsam.“ „Ich hoffe, er ist kein richtiger Arsch, El. War es wenigstens gut?“ „Ja... mehr als gut.“ „Freut mich zu hören. Was hast du jetzt vor?“ „Ich weiß es nicht, werde ihn wohl suchen, bevor er zur Uni geht, und ihn fragen, was das hier eigentlich ist.“ „Mutig wie immer. Geh und stell ihn zur Rede. Wenn er ein Arsch ist, tritt ihm dahin, wo es wehtut.“ Sie schickte ein lachendes Smiley zurück und machte sich auf den Weg zur Tür. Sie schrieb ihrer Mutter eine Nachricht und fragte, was es zum Frühstück gab. Die Antwort kam fast sofort: „Ich treffe dich dort.“ Sie atmete tief ein und ging die Treppe hinunter. Es war immer noch ein wenig unangenehm im unteren Bereich, aber sie vermutete, dass das normal war. Sie nahm sich Zeit, fand schließlich sowohl ihre Mutter als auch Logan an der Treppe wartend vor. Beide lächelten sie an. „Guten Morgen, Eliza. Wir freuen uns, dass du heute mit uns frühstücken willst.“ Logan lächelte sie an, es schien, als wollte er heute nett sein. Sie nickte und ging neben ihrer Mutter in den Speisesaal. Sie ließ ihren Blick durch den Raum schweifen und sah, wie Conner sie direkt ansah, mit dem gleichen harten, genervten Blick, den er ihr immer zuwarf. Sie lächelte ihn leicht an, nur um zu sehen, wie er eine Augenbraue hochzog, als wollte er fragen, was sie da ansah, und sich dann abweisend von ihr abwandte. Er wollte offenbar nicht anerkennen, was passiert war, vielleicht einfach nicht vor seinem Vater, ihrer Mutter oder seinen Freunden. Möglicherweise musste das in einem privaten Gespräch besprochen werden. Sie versuchte, nicht zu viel hineinzuinterpretieren. Wahrscheinlich mussten sie zuerst privat darüber reden, vermutete sie. Also saß sie schweigend am Frühstückstisch mit ihrer Mutter und Logan. Sie saßen alle am selben Tisch, aber er sah sie kein einziges Mal an. Es fühlte sich gar nicht gut an, und sie wusste einfach, dass er wieder dieser gleiche Arsch sein würde. Sie sah, wie er aufstand und mit seinen Freunden ging. Kurz danach entschuldigte sie sich und ging hinaus, um zu sehen, ob sie ihn noch an seinem Auto abfangen konnte, um ihn zu fragen, ob sie privat sprechen könnten. Sie trat in die Eingangshalle des Apartmentkomplexes und blieb wie angewurzelt stehen, als sie ihn sah. Er lehnte an der Wand, eine andere Frau war eng an ihn geschmiegt, seine Arme lagen um ihre Taille. Sie starrte die beiden einen Moment lang an, dann sah sie zu ihm hinüber. Ihre Blicke trafen sich kurz, und dann beugte er sich zu dem Mädchen hinunter und küsste es, direkt vor ihren Augen. Ein schmerzhaftes Ziehen breitete sich in ihrer Brust aus. Er war wirklich ein Arschloch, und er sorgte dafür, dass seine Botschaft unmissverständlich war. Oh, sie verstand. Sie drehte sich um und eilte davon, weigerte sich aber zu rennen, obwohl jeder Teil ihres Körpers danach schrie, zu fliehen. Sie tat nichts anderes, als die verfluchten Treppen hinaufzuhasten, weg von ihm. Sie würde ihm nicht die Genugtuung geben, zu sehen, dass sie davonlief. Sie stürmte in ihre Wohnung, lehnte sich gegen die Tür, während Tränen in ihren Augen brannten. Sie hatte sich einem kompletten Arschloch hingegeben. Wischte die Tränen weg und schrieb Cordi eine Nachricht: „Er ist einfach ein Arschloch, hat schon eine andere. Oder hatte eine und hat mich mit ihr betrogen.“ „Verdammt, El, es tut mir so leid.“ Ihr auch, aber sie würde ihm nicht zeigen, dass er sie verletzt hatte, dass er einen Teil von ihr gebrochen hatte. Sie konnte genauso gut so tun, als ob es ihr egal wäre. Hatte gelernt, ihre Gefühle zu verbergen, um den Schmerz über den Tod ihres Vaters zu verbergen. Damit die Leute aufhörten, sie zu fragen, ob alles in Ordnung sei, wenn es offensichtlich nicht so war, sie aber einfach nicht darüber reden wollte. Sie ging ins Badezimmer und sah sich im Spiegel an. Wusch sich das Gesicht und warf sich einen wütenden Blick zu, weil sie überhaupt gedacht hatte, dass er etwas anderes als ein Arschloch sein könnte. Sie musste von hier weg. Sie wusste, dass das Auto ihres Vaters irgendwo unten stand. Logan würde die Schlüssel haben, vermutete sie. Hatte gehört, wie er und ihre Mutter über ein Treffen gesprochen hatten, bevor die Jungs zur Universität gingen. Sie funkelte sich im Spiegel böse an wegen der Tränen, die geflossen waren – er war es nicht wert. Sie öffnete den Schrank, zog ihr Make up hervor und schminkte sich, wusste genau, wie sie ihre Augen zum Strahlen bringen konnte. Dann löste sie ihr Haar aus dem Pferdeschwanz, in dem sie es gehabt hatte, bürstete es und ließ es offen, wechselte ihr T Shirt gegen einen weichen, grünen Kaschmirpullover, der ihre Taille freilegte, und zog schwarze Stiefel mit drei Zoll Absatz an. Sie griff nach ihrer Handtasche und dem Scheck und machte sich wieder auf den Weg nach unten. Sie würde ihm zeigen, dass es ihr ebenso nichts bedeutete. Auch wenn das nicht das war, was sie in diesem Moment fühlte. Klopfte an Logans Bürotür, sie waren alle dort. Er und seine Freunde. Eliza stand an der Tür und wartete, sah, wie sich alle zu ihr umdrehten, warf Conner einen kurzen Blick zu und sah, wie ein Stirnrunzeln seine schönen Züge verdunkelte, als er sie musterte. Aber was war daran neu? Er lächelte sie nie an. Sie hatte auch kein einziges Mal gelächelt, seit sie hier war. Sie wusste, wie sehr ein Lächeln ihr Aussehen verändern konnte, und richtete ihren Blick direkt auf Logan, ignorierte alle anderen, als er sie fragte, was sie wünsche. Sie schenkte ihm ihr freundlichstes Lächeln, zum Glück hatte sie in der Schule Drama belegt. „Guten Morgen, Logan, könnte ich bitte die Schlüssel zu meinem Auto haben?“ Sie sah, wie der Mann sie ebenso freundlich anlächelte. Er sah seinem Sohn ein wenig ähnlich, dachte sie flüchtig. „Natürlich. Darf ich fragen, wohin du möchtest? Du siehst heute Morgen bezaubernd aus.“ Er konnte charmant sein, wenn er wollte. „Danke, ich würde gerne in die Stadt fahren und den Scheck einlösen, darf ich?“ „Natürlich.“ Er nickte und sie beobachtete, wie er eine Schublade öffnete und einen Schlüsselbund herauszog. „Aber bevor du gehst,“ sagte er und stand auf, um zu ihr herüberzugehen, „habe ich ein paar Rivalen im Geschäft, und ich mache mir Sorgen um dich, wenn du außerhalb des Firmengeländes bist.“ Sie zog eine Augenbraue hoch, als sie die Schlüssel von ihm entgegennahm. „Also, wenn du bitte direkt zurückkommen könntest, müsste ich mir keine Sorgen um deine Sicherheit machen. Eine Stunde hin, eine Stunde zurück und sagen wir, eine Stunde in Logan selbst. Wenn du nach drei Stunden nicht zurück bist, werde ich jemanden schicken müssen, um nach dir zu suchen und sicherzustellen, dass du in Ordnung bist. Verstanden?“ „Verstanden, ich werde zurückkommen. Ich werde bis zum Ende des Sommers hierbleiben und dich und Mutter beobachten. Wenn mir nicht gefällt, was ich sehe, werde ich gehen und sie mitnehmen. Verstanden?“ Sie stellte ihm seine Frage direkt zurück, behielt dabei das superfreundliche Lächeln auf ihrem Gesicht. „Eliza, deine Mutter und ich sind verheiratet.“ „Und wenn du sie auch nur einmal mit diesem Temperament, das du zweifellos hast, schlägst, werde ich die Polizei rufen und dich wegen häuslicher Gewalt anzeigen.“ Sie lächelte ihn an. Sie sah, wie er jetzt seufzte. Sie mochte vielleicht bleiben und ihn jetzt direkt anlächeln, aber sie würde bleiben, um ihre eigenen Gründe zu verfolgen. „Am Ende des Sommers werde ich gehen, nach Neuheim und im Ausland studieren. Aber bis dahin werde ich dich beobachten. Also ja, ich werde aus der Stadt zurückkommen.“ „Wir können über deine Ausbildung später sprechen. Drei Stunden, Eliza. Wenn du bis dahin nicht zurück bist, werde ich Conner schicken, um dich zu finden.“ Sie richtete ihren Blick direkt auf Conner. „Ich habe kein Interesse daran, dass dein Sohn mich aus irgendeinem Grund sucht,“ erklärte sie, während sie Conner direkt ansah. Sie sah, wie ein Hauch von Wut in ihm aufflammte. Sie lächelte, als sie bemerkte, dass er offenbar austeilen konnte, aber nicht einstecken. „Danke für die Schlüssel, Logan. Hab einen schönen Tag, ich weiß, dass ich ihn haben werde.“ Sie drehte sich um und verließ das Büro, mit einem federnden Schritt, den alle sehen konnten.
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