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Der Pakt des Schweigens I'm

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Die investigative Journalistin Elena Vance hat gerade den „entscheidenden Beweis“ gefunden, der das Vane-Imperium zu Fall bringen und dessen CEO, den kalten und rätselhaften Julian Vane, zu lebenslanger Haft verurteilen könnte. Doch bevor sie auf „Veröffentlichen“ klicken kann, stellt Julian ihr ein Ultimatum, das ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Er wird sie nicht töten, um sie zum Schweigen zu bringen – er wird sie heiraten.Gefangen in einer rechtmäßigen Verbindung mit dem Mann, den sie zu ruinieren beabsichtigte, taucht Elena in eine Welt voller Opulenz und Geheimnisse ein. Julian hält seine Feindin nah bei sich und beobachtet jede ihrer Bewegungen vom anderen Ende des Esstisches aus. Doch als die Grenzen zwischen ihrer Recherche und ihrem Herzen zu verschwimmen beginnen, erkennt Elena, dass die „Erpressung“ in beide Richtungen gehen könnte – und dass das gefährlichste Geheimnis nicht darin besteht, was Julian getan hat, sondern warum er es getan hat.

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Kapitel 1: Das Zeugnisverweigerungsrecht des Ehepartners
Der Regen in Manhattan wusch nichts weg; er verwandelte den Schmutz lediglich in einen glitschigen, gefährlichen Schimmer. Elena Vance stand im Schatten einer Gasse gegenüber von Vane Global, ihre Finger zitterten, als sie einen abgenutzten USB-Stick umklammerten. In diesem kleinen Stück Plastik befand sich das „Ledger of Shadows“ – der eindeutige Beweis dafür, dass Julian Vane, der unantastbare Goldjunge der Stadt, der Drahtzieher eines milliardenschweren Betrugs war. Das war nicht nur eine Geschichte, die ihre Karriere begründen würde. Das war eine Hinrichtung. Sie schaute auf ihre Uhr: 23:45 Uhr. Ihr Redakteur wartete an einem sicheren Ort drei Blocks entfernt. Elena zog ihren feuchten Trenchcoat zurecht, ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen wie ein gefangener Vogel. Sie hatte zwei Jahre undercover verbracht, Böden in Julians Chefbüro geschrubbt und die unsichtbare Putzfrau gespielt, nur um das hier zu finden. Sie hatte gesehen, wie er seine Angestellten ansah – als wären sie ausrangierte Codezeilen – und sie hatte geschworen, der Virus zu sein, der sein System zum Absturz brachte. Sie trat auf den Bürgersteig hinaus, ihre Stiefel klackerten rhythmisch auf dem Pflaster. *Nur drei Blocks*, sagte sie sich. *Drei Blocks, und der Thron des Eiskönigs schmilzt.* Doch der Rhythmus der Stadt fühlte sich heute Nacht falsch an. Das übliche Summen der nächtlichen Taxis war einer unheimlichen Stille gewichen. Als sie die Ecke der 5th Avenue erreichte, schwenkte ein schwarzer SUV mit raubtierhafter Anmut zum Bordstein. Die Türen öffneten sich nicht einfach; sie zischten. „Ms. Vance“, rief eine Stimme – tief, kultiviert und erschreckend ruhig. „Das Wetter ist viel zu tückisch für einen Spaziergang.“ Elena rannte nicht weg. Sie kannte die Männer in diesen Anzügen. Es waren die „Hausmeister“ des Vane-Imperiums – die Männer, die Probleme verschwinden ließen. „Es warten Leute auf mich“, log sie, ihre Stimme fester, als sie sich fühlte. „Wenn ich in zehn Minuten nicht auftauche, veröffentlicht der Cloud-Server automatisch.“ Die Heckscheibe rollte herunter. Julian Vane sah nicht wie ein Verbrecher aus. Er sah aus wie ein uralter Gott, geschnitzt aus Obsidian und Bosheit. Seine silbergrauen Augen ruhten auf ihren und ließen ihre Abwehrmechanismen schwinden. Selbst im trüben Licht der Straßenlaternen war seine Präsenz erdrückend schwer. „Ein Totmannschalter? Vorhersehbar“, sagte Julian und blickte auf eine goldene Uhr, die mehr kostete als Elenas Elternhaus. „Aber du gehst davon aus, dass ich die Veröffentlichung verhindern will. Steig ein, Elena. Wir müssen über die Kollateralschäden sprechen, die du so bequem ignoriert hast.“ Entgegen jedem Selbsterhaltungstrieb stieg sie in das Auto. Der Innenraum roch nach teurem Leder und altem Scotch. Die Tür schloss sich mit einem dumpfen Knall, der klang, als würde eine Gefängniszelle verschlossen. „Du kommst ins Gefängnis, Julian“, flüsterte sie und drückte ihre Tasche an die Brust, als wäre sie ein Schutzschild. „Ich habe die Überweisungen gesehen. Ich habe die Briefkastenfirmen gesehen. Da kannst du dich nicht freikaufen.“ „Da bin ich mir sicher“, erwiderte er, ohne sie anzusehen. Er starrte auf ein Tablet, das eine Live-Übertragung aus der Kinderklinik des St. Jude’s zeigte – genau die Einrichtung, die die experimentelle Behandlung für Elenas jüngere Schwester Clara bereitstellte. „Weißt du, wem das Grundstück gehört, auf dem das Krankenhaus steht, Elena? Oder wessen ‚betrügerische‘ Offshore-Konten das Fachpersonal bezahlen, das deine Schwester am Leben hält?“ Die Luft entwich Elenas Lungen. Die Mitte des Kapitels wurde zu einem verschwommenen Bild kalter, harter Realität. Julian schrie nicht; er zerlegte sie Stück für Stück. Er zeigte ihr das juristische Netz, in das sie sich verstrickt hatte. Indem sie das Hauptbuch „enthüllte“, würde sie nicht nur einen Milliardär verhaften; sie würde dreihundert Kindern den Stecker ziehen, darunter der einzigen Familie, die ihr noch geblieben war. „Du hast sie benutzt“, zischte sie, während Tränen der Wut in ihren Augen brannten. „Du hast kranke Kinder als menschliche Schutzschilde für deine Geldwäsche benutzt. Du bist ein noch größeres Monster, als ich dachte.“ „Ich habe das System genutzt, um sicherzustellen, dass mein Überleben auch ihres garantiert“, entgegnete Julian und wandte sich ihr endlich zu. Er streckte die Hand aus, sein Daumen streifte ihre Kinnlinie. Die Berührung war elektrisierend – ein Funke unerwünschter Hitze in dem eiskalten Auto, der ihr gleichzeitig eine Gänsehaut bereitete und ihre Haut brennen ließ. „Du hältst dich für die Heldin, Elena. Aber heute Nacht musst du entscheiden, ob dir dein Pulitzer-Preis eine Beerdigung wert ist.“ Elena blickte auf den USB-Stick in ihrem Schoß. Die „Wahrheit“ fühlte sich schwer, hässlich und plötzlich sehr klein an. Sie dachte an Claras Lächeln, dann an die Tausenden von Menschen, über die Julian hinweggetreten war, um sein Imperium aufzubauen. Der innere Konflikt war eine physische Last, die ihr Herz erdrückte. Sie hasste ihn. Sie hasste seinen Geruch, seine Macht und die Art, wie er sie ansah, als wäre sie ein Rätsel, das er bereits gelöst hatte. „Was willst du?“, fragte sie mit brüchiger Stimme. Julian beugte sich vor, seine Lippen nur wenige Zentimeter von ihrem Ohr entfernt. Der Duft von Sandelholz und Gefahr überwältigte sie. „Ich vertraue keinem Schweigen, das man kaufen kann, Elena. Ich vertraue nur einem Schweigen, das rechtsverbindlich ist.“ Der SUV bremste ab und kam zum Stehen. Sie waren nicht beim Verlag. Sie standen vor dem Standesamt, wo ein privater Notar unter den leuchtenden Straßenlaternen wartete. „Ehegattenprivileg“, flüsterte Julian. „Eine Ehefrau kann nicht gezwungen werden, gegen ihren Ehemann auszusagen. Das Hauptbuch bleibt in deiner Tasche, das Krankenhaus bleibt geöffnet, und du … du bleibst bei mir, wo ich dich im Auge behalten kann.“ Elena starrte auf das Gebäude, dann wieder auf das Monster neben ihr. „Du willst, dass ich dich heirate? Wir hassen uns. Ich will dich in einem Käfig sehen.“ „Hass ist eine sehr leidenschaftliche Grundlage“, sagte Julian, während sich seine Augen mit etwas verdunkelten, das sie nicht deuten konnte. Er öffnete die Autotür und stieg aus, streckte eine Hand aus, die zugleich Rettung und Fessel war. „Entscheide dich, Elena. Die Schlagzeile des Jahrhunderts oder das Leben deiner Schwester?“ Elena blickte auf seine Hand, dann auf den USB-Stick. Sie spürte, wie sich das Gleichgewicht der Welt verschob. Mit zitterndem Atem und einem Herzen voller Gift legte sie ihre Hand in seine. Als sie auf die Türen zugingen, verstärkte Julian seinen Griff – nicht aus Zuneigung, sondern aus Besitzgier. Gerade als sie die Schwelle erreichten, summte sein Handy. Er warf einen Blick darauf, und zum ersten Mal huschte ein Anflug echter Besorgnis über sein Gesicht. „Warte“, murmelte er und hielt sie auf. „Was ist los? Hast du es dir anders überlegt?“, fragte Elena, und ein Funken Hoffnung keimte in ihr auf. Julian blickte auf die dunkle Straße hinter ihnen, dann wieder zu ihr, und seine Stimme sank zu einem rauen Flüstern herab. „Das Ledger … Elena, wie viele Leute wussten, dass du es heute Abend bei dir hattest?“ „Nur mein Redakteur. Warum?“ Julian zog sie hinter sich, sein Körper schirmte sie ab, als ein roter Laserpunkt auf dem Steinpfeiler nur wenige Zentimeter von ihrem Kopf entfernt erschien. „Weil“, knurrte Julian, während seine Hand in seine Jacke griff, um eine Waffe zu holen, von der sie nicht wusste, dass er sie bei sich trug, „es scheint, als wolle uns jemand anderes beide tot sehen, bevor wir ‚Ja, ich will‘ sagen können.“ Das Geräusch eines gedämpften Schusses zerschmetterte das Glas der Tür hinter ihnen.

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