Kapitel Neununddreißig

866 Words

Es gab Tage, da vermisste ich Kael, selbst wenn er direkt neben mir saß, auf dem Sofa, am Schreibtisch, in der Küche, irgendwo im Zimmer. Es klingt verrückt, aber es war wahr. Kael war im Zimmer, und dann war er wieder weg, in seiner eigenen Welt, in seinem eigenen Projekt, seinem eigenen Problem, seinen eigenen Gedanken, was auch immer ihn so fesselte, so in sich versunken, so abgelenkt, dass er aus dem Raum schwebte, ohne ihn zu verlassen. Ich lernte, das zu respektieren. Es dauerte lange. An einem regnerischen Junitag, einem richtigen Regen, nicht so einem wie im Film, sondern einem richtigen, grauen Regen, der die Stadt reinwusch und die Farben aus den Fenstern spülte, hatte Kael stundenlang gezeichnet. Ich hatte gekocht, gegessen, abgewaschen, und er hatte sich nicht gerührt, nicht ei

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