Kapitel vierzig

827 Words

Ich hatte einst eine falsche Vorstellung von Liebe, aber nicht im absoluten Sinne. Eher so, wie ein antiker Spiegel an meiner Wand meine Gesichtszüge verzerrt, sodass ich die Person, die mich anstarrt, kaum wiedererkenne. Ich dachte, Liebe sei eine Explosion, ein alles verzehrendes Feuer, das meinen Geist und mein Herz von allem anderen befreit. Eine Besessenheit. Atemlosigkeit. Ein Bedürfnis nach der Existenz des anderen, um überhaupt atmen zu können. Was ich mit Kael empfand, war anders. Es war nicht weniger. Es war nicht anders. Erst viel später, als ich erkannte, dass es nicht weniger, sondern mehr gewesen war, auf eine Weise, die ich nicht erwartet hatte. Ich sprach mit ihr an einem Donnerstagnachmittag beim Einkaufen darüber und später bei ihr zu Hause, mit Teetassen vor uns. „Manchm

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