Der zweite gemeinsame Winter war nicht so dramatisch gewesen wie der erste. Der erste Winter war geprägt von Neuem, von unserer Neuheit, von jedem Augenblick, von etwas Neuem, das wir gerade erst entdeckt hatten. Der zweite hingegen hatte den Charakter eines gut isolierten Hauses, in dem die Kälte draußen durch die schützende Wärme keine Rolle mehr spielte. Der Dezember brachte das vertraute Münchner Ritual: die Weihnachtsmärkte auf den Plätzen, der Duft von Glühwein und Mandeln in der kühlen Luft, die Lichterketten zwischen den alten Häusern, die die Abende in goldenes Licht tauchten. Kael, alles andere als ein sentimentaler Mensch, hatte, wie ich erfahren hatte, eine gewisse Vorliebe für die Märkte. Nicht für die Märkte selbst, die Menschenmassen oder die Händler, sondern für die Abende

