Die Bibliothek wurde im Juni eröffnet. Sie war größer als der Schulhof. Drei Stockwerke hoch, ein öffentliches Gebäude – die Art von Auftrag, auf den Architekten ihr ganzes Berufsleben lang warten, die Art von Auftrag, den Kael mit der ihm angemessenen Ernsthaftigkeit angegangen war. Vierzehn Monate hatte er daran gearbeitet. Er hatte sein ganzes Herzblut hineingesteckt: sein Lichtkonzept, sein Gespür für das Zusammenspiel von Struktur und Erfahrung, seinen Glauben an den eigentlichen Zweck eines Gebäudes: den Menschen darin ein Zuhause zu bieten. Es war ein öffentliches Ereignis: Stadtbeamte, Presse, die Gemeinde, die Schulklassen, die bald die Lesesäle füllen würden. Kael war in seiner Funktion als Architekt anwesend, was bedeutete, dass er sich von dem Kael, den ich von zu Hause kannte,

