Lila und ich aßen im Juli wie jeden Donnerstag zu Mittag – eine Gewohnheit, die wir schon vor Kael und Jonas pflegten, noch bevor es überhaupt Donnerstagmittagessen gab und der Rest der Woche sich einfach darum drehte. Wir gingen in unser Stammlokal: ein kleines italienisches Restaurant im Gärtnerplatzviertel mit grünen Wänden, Papiertischdecken und einem Pastagericht, das wir seit drei Jahren bestellten und das uns noch nie enttäuscht hatte. Lila hatte Neuigkeiten. Das war nichts Ungewöhnliches, denn Lila hatte immer Neuigkeiten, und ihre Neuigkeiten wurden immer auf dieselbe Weise verkündet: Sie hielten sie bis zum richtigen Moment zurück und gaben sie dann mit der Präzision einer Person preis, die wusste, dass Timing eine Gabe ist. Sie war schwanger. Wochen. Acht Wochen. Sie und Jonas

