Er kam pünktlich um zehn. Mit Kaffee – zwei Tassen, eine schwarz, eine mit Milch, weil er ihn anders mochte als ich. Mir war das erst jetzt bewusst geworden: die kleinen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen uns, die sich mit der Zeit wie ein Mosaik zusammenfügten. Ich ließ ihn herein. Er stellte die Tassen nebeneinander auf den Küchentisch, hängte seinen Mantel über die Stuhllehne – Kael hängte immer alles auf – und wandte sich dann mir zu. „Das Buch?“, fragte er. Ich holte es. Nicht die veröffentlichte Version – die sollte erst in einigen Wochen erscheinen –, sondern meine: die Illustrationsseiten lose in einer großen Mappe, die Textseiten dazwischen, die Haftnotizen am Rand. Das Buch in seiner ursprünglichsten, ehrlichsten Form. Ich legte die Mappe auf den Tisch. Ohne sie zu öffnen

