Kapitel zweiundzwanzig

556 Words

Seine Wohnung glich ihm in jeder Hinsicht, nur seine Worte nicht. Sie befand sich in einem alten Gebäude im Lehel-Viertel, im zweiten Stock, mit hohen Decken und fachmännisch restaurierten Stuckleisten. Ich fragte ihn, ob er das selbst gemacht habe, und er bejahte beiläufig, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Die Wände waren kühl-grau-weiß und erinnerten mich an den Winterhimmel in seinen Augen. Wenig Dekoration – aber was da war, hatte Substanz: ein Regal voller Bücher, dicht an dicht, alphabetisch geordnet. Gerahmte Architekturzeichnungen, die er selbst angefertigt hatte. Eine kleine Skulptur aus einem Stein, den er von einer Reise nach Portugal mitgebracht hatte. Und Ordnung. Überall Ordnung – nicht die sterile Kühle eines Ausstellungsraums, sondern die ruhige Ordnung eines

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