Kapitel vierundvierzig

636 Words

Nach einem Jahr hatten wir unseren Rhythmus gefunden. Nicht die Art von Rhythmus, die einen erdrückt, die einen in seinen Entscheidungen einschränkt. Nein, dieser war leichter. Es war eine Art von Leichtigkeit, die nicht laut, aber deutlich spürbar war. Es war ein gegenseitiges Verständnis, das es uns erlaubte, mitten im Gespräch die Sätze des anderen zu beenden, und der andere nickte nur, weil er wusste: Ja, genau so war es. Ich verstand Kaels Rhythmus. Seine gemächlichen Morgen, die stille Kontemplation nach dem Frühstück, die Pause am Nachmittag, wenn wie von Zauberhand eine Tasse Kaffee auftauchte, als wollte sie sagen: Ja, ich gleite in die Stille. Ich verstand seine Unruhe, nicht so konstant wie meine, aber wenn sie da war, war es, als riefe ihn die Dringlichkeit des Lebens selbst: d

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