Er nahm mich mit zur Baustelle. Nicht wegen der Arbeit – oder nicht nur deswegen. Es war Samstag, ein freier Samstag, aber Kael wollte sich etwas ansehen und fragte mich, ob ich mitkommen wolle, so beiläufig, wie man jemanden fragt, ob man denselben Weg nimmt. Ich hatte ohne nachzudenken zugesagt. Wie immer, wenn es um Kael ging. Die Villa lag in Bogenhausen, am Ende einer kleinen Straße, hinter alten Kastanienbäumen, die das Licht in Streifen teilten. Es war eine Villa aus dem späten 19. Jahrhundert: drei Stockwerke hoch, mit einem Turm an der Nordseite und einer Fassade in verwittertem Cremeweiß, umgeben von einem Gerüst, einer Art metallenem Korsett. Kael schloss das Tor mit einem Schlüssel auf. Wir gingen hinein. Er hatte sich verändert. Das fiel mir als Erstes auf: seine Haltung, sein

