Kapitel siebzehn

580 Words

Nach dem Abendessen machten wir einen Spaziergang. Es gab keinen Plan, kein Ziel, nur das stille Einverständnis, dass die Nacht noch nicht enden sollte. München bei Nacht wirkte anders als tagsüber. Das reflektierte Licht auf dem nassen Kopfsteinpflaster, die stillen Straßen, die klare Herbstluft, die alles zu erhellen schien. Wir gingen nebeneinander, unsere Schultern berührten sich ab und zu, aber keiner von uns machte sich die Mühe, Abstand zu halten. Kael erzählte mir von dem Gebäude, an dem er vorbeigegangen war. Ein Gründerzeitgebäude, dessen Fassade zerstört worden war, um Platz für eine moderne Glasinstallation zu schaffen, die nicht dorthin passte. Er sprach mit einer stillen Leidenschaft, die mich zum Lächeln brachte. „Du nimmst das persönlich.“ „Ja. Ein Gebäude ist nicht einfach

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