Kapitel Achtzehn

427 Words

Er begleitete mich nach Hause. Nicht, weil er musste – nicht, weil der Abend es verlangte –, sondern weil er es wollte. Und ich ließ ihn den Rest des Weges mit mir gehen, unsere Hände berührten sich nicht, aber sie lagen nah beieinander, als hätten wir beide beschlossen, das Geschehene eine Weile schweigend zu verarbeiten. Wir blieben vor meiner Tür stehen. „Wirst du heute Nacht schlafen?“, fragte er. „Wahrscheinlich nicht.“ „Ich auch nicht.“ Ein kurzes, ehrliches Lächeln. Ich lehnte mich an die Tür. Ich sah ihn an. Das schwache Licht der Straßenlaterne ließ ihn wie etwas wirken, das man sich erträumt, aber nie zu besitzen hofft – präsent und doch irgendwie unwirklich. „Was nun?“, fragte ich ihn. „Was soll geschehen?“ Er sah mich an – direkt, ohne auszuweichen. „Wenn du willst.“ „Ich habe

Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD