Ich erfuhr in einer Juninacht, als Kael nicht schlafen konnte, was ihn so sehr fürchtete. Ich wachte um zwei Uhr morgens auf und fand mein Bett leer vor. In der Küche saß Kael am Küchentisch. Er tat nichts. Er saß einfach nur da. Vor ihm stand ein Glas Wasser. Sein Blick schweifte ins Leere. So ins Leere, dass es den Anschein hatte, als sähe er gar nicht ins Leere. Ich setzte mich ihm gegenüber. Kael blickte auf. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich minimal. Genug, um mir zu zeigen, dass er sich entschied, mir zu sagen, was er mir mitteilen wollte. „Was?“, fragte ich. Eine Pause. So eine Pause, die ich gelernt hatte, einfach da sein zu lassen. „Ich hatte einen Traum“, sagte er. „Wovon?“ „Davon, wieder alles zu verlieren.“ Das Wort „wieder“ war sanft. Es war präzise. „Kein konkreter Traum

