Kapitel 6

393 Words

Pfade des Schweigens Der Wald veränderte sich, je tiefer sie gingen. Die Bäume standen dichter beieinander, ihre Stämme wirkten dunkler, älter. Moos hing schwer von den Ästen, und der Boden war weich, fast nachgiebig, als würde er jeden Schritt bewusst dämpfen. Seraphina ging voraus, ihre Bewegungen fließend, aufmerksam. Kael folgte ihr in einigem Abstand – nicht aus Vorsicht, sondern aus Respekt. Sie sprachen nicht. Es war ein Schweigen, das nicht unangenehm war, sondern notwendig. Worte hätten die Konzentration gestört, die sie beide brauchten. Seraphina lauschte der Magie des Waldes, Kael den kleinsten Veränderungen der Luft. Zwei verschiedene Arten der Wahrnehmung, die sich ergänzten. An einer schmalen Lichtung blieb Seraphina stehen. „Hier“, sagte sie leise. Kael trat näher, kn

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