19 Am nächsten Tage, um zehn Uhr morgens, stand der alte Graf vor dem Spiegel und warf einen letzten Blick auf sein Ebenbild, das ihm daraus wohlgefällig entgegenlächelte. Die Gräfin hielt sich auf einige Schritte Entfernung und betrachtete ihn mit wehmütiger Freude. Der Frack mit dem hohen Kragen und den Schwalbenschwänzen, den er trug, stammte aus den dreißiger Jahren und hätte besser in ein Museum als in eine Garderobe gepaßt. Nicht viel größerer Jugend durften sich das schwarze Beinkleid, die weiße Weste und Krawatte rühmen, die der Greis angetan hatte. »Etwas gelblich, meine Atours!« sagte er, indem er die Falten seiner Krawatte zurechtstrich, »aber es schadet nicht. Fräulein Heißenstein wird das als eine zarte Rücksicht ansehen – auf ihren Teint, den ich nicht in Schatten stellen

