Alpha Arthur
„Graaah!“ Ich presse meine Hände gegen meine Schläfen, als der stechende Schmerz in meinem Kopf immer stärker wird. Er trifft mich auf eine Weise, die ich niemals erwartet hätte. Habe ich letzte Nacht zu viel getrunken? Ja, verdammt, das habe ich. Es wird Zeit, dass ich zu meiner Entscheidung stehe und aufhöre, Alkohol zu trinken. Es ist für mich noch nie gut ausgegangen.
Ich versuche, meine Augen zu öffnen, aber sie fühlen sich schwer an, als würde ein Gewicht sie nach unten drücken. Verdammt!… Was ist nur mit mir los? Das fühlt sich anders an als das normale Gefühl, das ich vom Alkohol bekomme. Ich glaube, ich habe dieses Mal viel zu viel getrunken.
Um den Schmerz zu lindern, halte ich sofort mit meinen Fingern meinen Nasenrücken fest, während kleine Tränen an den Seiten meiner Augen hinunterrollen. Ich halte einen Moment inne, damit mein Wolf den Schmerz in meinem Kopf bewältigen kann, als ein tiefes, bedrohliches Knurren zwischen meinen Zähnen hervordringt, weil ich bemerke, dass ich nackt bin. Aber wie und wann bin ich nackt geworden? Habe ich mich selbst ausgezogen? Nein… Das habe ich nicht. Warum sollte ich mich selbst ausziehen?
Das ergibt für mich keinen Sinn. Wie bin ich überhaupt in einem Bett und in einem Zimmer aufgewacht?
Ich lasse meinen Blick durch das fremde Zimmer schweifen und versuche herauszufinden, was mit mir passiert ist. Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist eine Gamma-Wölfin, die in einer Bar vor mir stand und sich mit mir unterhielt. Moment mal… Hat sie mich unter Drogen gesetzt? Absolut! Es ist offensichtlich, dass sie es getan hat.
Meine Fäuste ballten sich vor Wut. Wo zur Hölle ist sie!? Wo zum Teufel ist sie!? Wie wagt es eine Gamma-Wölfin, mir das anzutun? Wie wagt es eine einfache Frau, ihren Alpha unter Drogen zu setzen und ihn auszunutzen? Sie wird dafür bezahlen. Jeder einzelne Zentimeter ihrer Haut wird dafür bezahlen, dass sie mich ausgenutzt hat. Ich werde ihr bei lebendigem Leib das Fleisch abschneiden und es meinen Hunden zum Fraß vorwerfen.
Wo sind meine Krieger? Ich muss herausfinden, wer zum Teufel sie ist und wie sie an mich herangekommen ist.
Ich greife nach meiner Hose auf dem Boden und ziehe sie an, als meine Augen etwas Unerwartetes entdecken – eine Kamera.
„Was zum Teufel geht hier vor?“ murmele ich vor mich hin, während ich die Kamera vom Stativ nehme.
Mir klappt der Kiefer herunter, und meine Augen weiten sich, als ich jede einzelne Sekunde dieses verrückten Kurzfilms ansehe. Diese fremde Frau hat tatsächlich mit mir geschlafen und uns dabei gefilmt, etwas, das keine Wölfin zu tun wagt. Hmph!… Interessant. Wer ist sie? Wer ist der Bastard, der sie zu mir geschickt hat? Wie viel wurde ihr bezahlt? Dumme Wölfin; sie tauscht ihr Leben gegen nur einen Penny.
Sofort spürte ich etwas, das noch seltsamer war als dieser Wahnsinn. Einen noch größeren Wahnsinn: Je länger ich den Clip anschaue, desto mehr will ich sie. Mein Schwanz zuckt ständig und versucht, sich aus meiner Hose zu befreien. Ich konnte erkennen, dass es an ihrem nackten Anblick lag.
Warum ist jeder Teil von mir wach, und warum brüllt mein Wolf, Athan, ständig in meinem Kopf? Wer ist diese Frau, und was ist das an ihr, das mich nach ihr verlangen lässt? Meine Zähne pressten sich aufeinander. Ich hasse es, etwas zu wollen, denn wenn ich etwas will, sorge ich dafür, dass es mir gehört, und genau jetzt will ich diese Wölfin. Ich will sie für mich beanspruchen. Sie wird ihre Aufgabe als mein Sexspielzeug gut erfüllen. Das wird ihr Preis dafür sein, dass sie sich mit mir angelegt hat.
Ich presse zwei Finger gegen meine rechte Schläfe, während ich meinen Leibwächter per Gedankenverbindung auffordere, zusammen mit dem Rest meiner Männer hereinzukommen. Einen Tag vor diesem Vorfall hatte ich ihnen gesagt, sie sollten in meinem Herrenhaus bleiben und mich nicht zur Bar begleiten. Nach dem vielen Stress bei der Arbeit brauchte ich etwas Zeit für mich.
Schon nach wenigen Stunden stürmen sie in das Zimmer, ihre Köpfe respektvoll gesenkt.
Ich zeige auf die Tür. „Ich will, dass ihr alle die Hotelkameras überprüft und die Aufnahmen der fremden Frau besorgt, die dieses Zimmer verlassen hat. Sucht überall nach ihr und bringt sie ins Herrenhaus, wenn ihr sie findet. Packt sie, schnappt sie euch. Ganz egal wie, aber sorgt dafür, dass ich sie heute vor Mittag sehe“, befehle ich und gehe zu meinem Auto, die Kamera sicher in meiner Hand.
Ich komme in meinem Herrenhaus an und gehe direkt in mein Schlafzimmer. Blitzschnell ziehe ich meine Kleidung aus, ohne den Blick vom Video abzuwenden. Ich kann nicht sagen, wie oft ich es schon angesehen habe, und mein Körper reagiert jedes Mal auf dieselbe Weise. Das ist verrückt, denn ich wusste nicht, dass ich eine Wölfin, die nicht meine vom Schicksal bestimmte Gefährtin ist, auf diese Weise begehren kann.
Ich versuche, mich auszuruhen, aber ich kann es nicht. Der Gedanke an sie erfüllt meinen Kopf, und mein Schwanz steht immer noch, während meine Füße unruhig hin und her laufen. Ich hasste, was ich fühlte. Ich hasse es verdammt.
Nach langem Warten kehren meine Männer mit schlechten Nachrichten zurück: Sie konnten sie nicht finden. Mein Blut kochte vor Wut.
„Ist sie ein unsichtbares Wesen?“ brülle ich und packe meinen Leibwächter am Kragen. „Sucht verdammt noch mal noch einmal nach ihr, oder ich werde euer Fleisch den Geiern zum Fraß vorwerfen. Verschwindet und kommt nicht ohne sie zurück.“
Meine Finger fahren durch mein Haar, während ich frustriert nach Luft schnappe. Ich biss mir auf die Unterlippe, mein Herz raste.
Meine Männer gingen, und ich erwartete ihre Rückkehr.
Es sind bereits drei Tage vergangen, und ich konnte diese Wölfin und den Film einfach nicht aus meinem Kopf bekommen. Das Gefühl war immer noch dasselbe. Meine Männer kehrten schließlich zurück, aber mit demselben Ergebnis.
Meine Faust ballt sich an meiner Seite, während ich in meinem Büro stehe und meine nutzlosen Männer wütend anstarre. „Und ihr seid alle zurückgekommen, um mich zu informieren, als wäre das eine gute Nachricht? Wie erbärmlich. Nur eine kleine Aufgabe, und jeder Einzelne von euch wurde zu Muschis. Jetzt hört gut zu…“ Ich hole tief Luft vor Frustration. „Ich will, dass ihr alle in die Stadt geht und allen Rudelmitgliedern verkündet, dass ich, Alpha Arthur, bereit bin, jede Belohnung demjenigen zu gewähren, der diese Frau innerhalb von zwei Tagen findet und sie zu mir bringt.“ Zum ersten Mal treffe ich eine Verkündung, ohne ein zweites Mal darüber nachzudenken.
Meine Männer senken ihre Köpfe und gehen.
Ich kremple meine Ärmel hoch und setze mich an meinen Schreibtisch, um wieder an die Arbeit zu gehen.
„Was glaubst du, was du da tust, Arthur? Wer ist diese Frau, und warum scheint sie dir wichtig zu sein?“ Mein Beta, Loki, der still im Büro gesessen hat, ergreift das Wort.
„Sie hat meinen Film bei sich. Ich muss sie einfach finden.“ Ich stoße einen Seufzer aus, während ich mich zwinge, mich zu konzentrieren.
„Bist du sicher, dass es nur um den Film geht, oder hast du dich in sie verliebt?“
„Was!?“ Meine Nase verzieht sich vor Ekel. „Ich, Alpha Arthur, kann mich in keine Frau verlieben. Nicht in diesem Leben und auch nicht im nächsten.“ Ich stehe von meinem Stuhl auf und füge hinzu: „Mein Gehirn braucht eine ordentliche Pause.“ Damit stürme ich aus meinem Büro zurück in mein Zimmer.
Diese letzten Tage waren verrückt für mich, weil ich mir diesen Clip immer wieder angesehen habe. Ich wünschte, ich könnte erklären, was mit mir passiert, aber niemand wird es verstehen. Ich weiß nicht, ob es der Mut dieser Frau ist, der mich verrückt macht, oder die Art, wie sie mich gefickt hat. Was war ihr Motiv dahinter?
Ich greife mir in die Haare, stoße einen tiefen Seufzer aus und lasse mich flach auf mein Bett fallen. Dann klopft es an der Tür, und ich fordere die Person auf hereinzukommen.
„Alpha, jemand ist hier, um Euch wegen der Frau zu sprechen“, verkündet einer meiner Männer, als er mein Zimmer betritt.
Ohne zu zögern springe ich vom Bett auf und eile ins Wohnzimmer. Es war eine Frau, die um eine Audienz bei mir gebeten hatte.
„Seid gegrüßt, Alpha Arthur. Mein Name ist Chloe. Ich habe gehört, Ihr sucht nach Elara.“ Die Frau senkt den Kopf.
Meine Augenbraue hebt sich leicht, als der Name der fremden Frau erwähnt wird. Elara. Sie hat einen schönen, aber mir unbekannten Namen, was nur darauf hindeutet, dass sich unsere Wege noch nie gekreuzt haben.
„Wo ist sie!?“ Ich trete näher an die Informantin heran und zeige auf sie. „Und ich werde dich töten, wenn deine Information falsch ist.“
„Ich werde Eure Männer zu dem einzigen Ort bringen, an dem Ihr Elara finden könnt. Alpha, Ihr müsst versprechen, dass Ihr Euer Wort nicht brechen werdet.“
Ich stecke meine Hände in die Taschen, meine Nase rümpft sich leicht, während ich den Körper der Informantin mustere. „Sprich. Wo… ist sie?“
„Versprecht es mir, Alpha.“
Ich schnaube amüsiert, weil ich weiß, dass die Frau, die vor mir steht, gierig ist, aber ich habe so viel Reichtum, dass ich erfüllen kann, was auch immer ihre Gier verlangt. „Ich breche mein Wort nicht.“
„Danke, Alpha. Eure Männer können mit mir kommen“, sagt sie leise.
Ich richte meinen Blick auf meine Männer. „Sorgt dafür, dass ihr dieses Mal nicht ohne Elara zurückkehrt, und rührt kein einziges Haar auf ihrem Kopf an.“ Ich neige den Kopf und befehle ihnen zu gehen.
Sie alle senken ihre Köpfe und verlassen gemeinsam mit der Frau meine Gegenwart, während ich ungeduldig auf den Moment warte, in dem ich Elara sehen werde.