Freunde? Niemals!

606 Words
"Du hast eine Schießerei verhindert?" "Ja!" "Warum?" Ich sah genervt zu Dolor. "Um Vater zu ärgern, er hasst es, wenn man sich in seine achso tolle göttliche Ordnung einmischt." "Ach, und das war der einzige Grund?" "Ja! Was sollte mich sonst davon abhalten so eine schöne kleine Schießerei aufzuhalten. Hätte ich eine eigene Pistole gehabt, hätte ich wahrscheinlich mitgemacht und sie nicht aufgehalten!" "Und es kann nicht sein, dass dieser Mensch, von dem du mir erzählt hast, der dich angeschossen hat, dich fasziniert?" "Was? Mich fasziniert? So ein Unsinn!" Dolor zog eine Augenbraue hoch. Ich verdrehte die Augen, trank meinen Scotch auf ex und stand auf. Was sich Dolor immer so ausdenkt. Dass ich so einen erbärmlichen, sterblichen Menschen faszinierend finde, lächerlich! Während ich mir nachschenkte, dachte ich an gestern Nacht zurück, nachdem die Polizisten gegangen waren.   "Anscheinend muss ich mich bei Ihnen bedanken!" Ich zog verächtlich eine Augenbraue hoch. "Denken Sie nicht, dass ich das für Sie getan hätte! Ich wollte einfach keine Polizei hier, diese selbstgerechten Gesetzeshüter sind mir zuwider!" "Nun ja... dann nehme ich mir jetzt das ein oder andere Gemälde, und verschwinde, dann haben Sie Ihre Ruhe, Deal?" "Nicht so hastig! Und am nächsten Tag werde ich dann gefeuert? Nein, nein, nein, nein, nicht mit mir!" Ich sah ihn prüfend an, bevor mir eine Idee kam. "Hör mal Johnny...!" "Nennen Sie mich nicht so!" "Was soll mich davon abhalten? Erschießt du mich sonst Johnny? Das hatten wir doch schon, also lassen wir das ja!" John schwieg kurz bevor er seufzend die Waffe wegsteckte. "Na gut! Ich weiß zwar nicht wer Sie sind, und wie Sie das alles machen, aber das interessiert mich auch alles nicht, ich will nur die verdammten Gemälde!" "Und die werden Sie bekommen! Nur noch nicht jetzt sofort!" Er sah mich überrascht an, bevor er das selbstsichere Grinsen von vorher wieder aufsetzte. "Jetzt wird es interessant!" "Also gut, ich muss diesen erbärmlichen Job noch sagen wir...vier Wochen durchhalten, um jemandem zu beweisen, dass ich kein versnobter, hochnäsiger Schnösel bin der keine Arbeit kennt. Nach diesen zwei Wochen kündige ich und dann kannst du von mir aus jedes dieser grässlich kitschigen Gemälde stehlen!" "Ich weiß nicht, was wenn ich keine vier Wochen warten will?" "Oh, das war noch nicht alles! Was hältst du davon als Nachtwächter zu arbeiten?" "Das soll doch ein Scherz sein? Warum sollte ich freiwillig so einen scheiß Job annehmen? Nicht für Ungut!" "Weil du in diesem scheiß Job viel lernen kannst. Zum Beispiel alles über die Alarmanlage. Wo welches Gemälde ist und das Beste. Du hast einen Schlüssel. Das macht es doch alles viel einfacher diese Gemälde unbemerkt zu stehlen! Was ist? Deal?" Er sah mich prüfend an. Dann wurde das Grinsen breiter. "Deal! Wann kann ich anfangen?" "Sofort!" "Nun, Lucifer Tenebris, ich denke wir werden gute Freunde!" "Ich habe keine Freunde! Nur Leute, die ich hasse, und Leute, die ich toleriere!"   "Lucifer!" Dolor riss mich aus meiner Träumerei. Ich drehte mich um. "Was?" "Du schüttest daneben!" Ich sah auf das Glas, das am Tisch stand, es war bereits randvoll und rundherum hatte sich eine kleine Scotch Lacke gebildet. Ich seufzte. Dolor musste grinsen. Ich funkelte ihn wütend an. "Ich will nichts hören! Kein Wort!" Dolor nickte, immer noch grinsend. Ich schnaubte, schnappte mir mein Glas und die Flasche und rauschte aus dem Raum. "Das wischt du auf!", wies ich Dolor auf, bevor ich die Tür donnernd schloss. Ich starrte aus dem Fenster über die Dächer der Stadt und musste an John Lewris denken. Was mich nervte, war die Tatsache das Dolor Recht hatte. Irgendwas war an ihm, das mich faszinierte. Und das beunruhigte mich zutiefst.
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