Lea Der Garten um 4 Uhr morgens war eine andere Welt. Nebel hing silbern im Morgengrauen über dem Gras und umspielte meine Knöchel wie etwas Lebendiges. Die alten Eichen am Rand des Grundstücks standen wie Wächter, ihre kahlen Äste streckten sich dem Himmel entgegen, der sich gerade von Schwarz zu Tiefblau färbte. Mein Atem bildete weiße Wölkchen in der kalten Oktoberluft, und das Gras knirschte leicht unter meinen Turnschuhen – kein Frost, nicht ganz, aber fast. Ich hatte eine kleine Taschenlampe aus der Schublade mit dem Krimskrams in meinem Zimmer geholt, so ein winziges LED-Ding, das man auf Konferenzen gratis bekommt. Sie war nicht viel, aber sie musste reichen. Die Gartenschaufel, die ich aus dem Geräteschuppen geholt hatte, war kalt in meiner anderen Hand, ihre Metallkante schnitt

