Rina
Sein Name hallte in meinen Ohren.
Verdammt—f**k. Er war der Grund, warum diese Party überhaupt existierte. Der Besitzer des Hauses, der Mann, über den alle tuschelten, derjenige, den manche töten würden, nur um ihn zu sehen.
„Wow… äh, ich glaube, ich sollte gehen.“
„Und warum?“
Ich sollte nicht hier sein. Dass meine Eltern hier waren und dieser Mann von vorhin, machte das schmerzhaft deutlich. Und jetzt… stand ich hier, so nah bei jemandem, der so weit über meinem Niveau war, jemanden, mit dem ich eigentlich gar nicht reden dürfte.
„Äh, ich habe… eine Freundin, die wahrscheinlich gerade betrunken ist. Ich sollte sie nach Hause bringen.“
„Nach allem, was wir heute Abend geteilt haben, willst du einfach gehen?“
Seine Stimme legte sich über mich, tief und warm, als hätte sie nirgendwo anders etwas zu tun.
Ich warf einen Blick zum Ausgang—meinem einfachen Weg nach draußen.
Und sofort wusste ich, dass ich ihn nicht nehmen würde.
Verdammt. Ich war so nah daran gewesen, endlich das Richtige zu tun.
„Alles, was wir hatten? Ein paar Drinks, mehr nicht. Du denkst wirklich, heiß zu sein und Valentin Heidenreich zu heißen, reicht, um mich zu halten?“
Er hob eine Augenbraue, langsam und bewusst. „Das habe ich definitiv nicht gesagt.“ Er machte einen Schritt näher. „Sieht so aus, als wäre da jemand an mir interessiert.“
„Hör auf, dich selbst zu überschätzen“, stammelte ich, schlüpfte an ihm vorbei und wandte mich wieder dem Fenster zu. „Ich bin nicht an dir interessiert.“
„Nun… schwer zu glauben“, sagte er und trat zu mir.
„Ach ja?“ Ich drehte mich zu ihm um. „Liegt’s daran, dass hier jeder über dich tuschelt?“
Er beugte sich näher. Ich roch einen Hauch von Sandelholz—warm, berauschend—und es machte mich fast wütend darauf, den restlichen Abstand zu ihm zu überbrücken.
„Über mich wird immer getuschelt“, sagte er leise. „Gehört zum Geschäft.“
Dasselbe Geschäft, das meine Eltern mir klargemacht hatten, würde mich zerstören, wenn ich je wieder einen Fuß hineinsetzen würde.
„Das Geschäft des Reichtums?“ fragte ich.
„Das“, stimmte er zu. „Und außerdem das Geschäft, auch so auszusehen.“
Ich suchte noch nach Worten, als seine Hand sich um meine Hüfte schloss und mich näher zog. Ich hätte mich wegdrehen sollen. Tat ich nicht.
„Du scheinst unschlüssig, ob du an mir interessiert bist“, überlegte er.
„Ich glaube, ich habe das klargestellt: Ich bin es nicht.“
„Neu“, erwiderte er, mit einem verschmitzten Unterton in der Stimme.
Mein Puls stolperte; was auch immer das war, es war kein harmloses Geplauder mehr.
Ich biss mir auf die Lippe, um ein Lächeln zu unterdrücken. „Es stört dich wirklich, dass ich kein Interesse habe, nicht wahr? Ich wette, selten wird dir verweigert, was du willst. Das muss ein neues Gefühl für dich sein.“
„Noch wurde mir nichts verweigert… bisher nicht“, sagte er, ein leises Grollen in seiner Stimme.
Er hatte Recht. Mit jedem Wort fühlte es sich an, als ginge ich auf den Rand einer Klippe zu. Der Wind peitschte durch die offenen Türen, und mir drehte sich der Magen um.
Valentin trat noch einen Schritt näher. Wir waren nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. „Wie bist du eigentlich auf diese Party gekommen?“
Ich suchte verzweifelt nach einer Antwort. „Ich, äh…“
Es gab keine Version der Wahrheit, die nicht damit enden würde, dass ich rausgeworfen würde—oder schlimmer, zurück zu den Menschen geschleppt, vor denen ich mich versteckte.
„Du hast mich vorhin nicht erkannt“, unterbrach er mich, sein Blick scharf. „Jetzt, wo du es tust, behauptest du kein Interesse zu haben. Ich bin ein kluger Mann, aber ich kann nicht herausfinden, warum du hier bist, Katharina. Die Leute kommen hierher, um Geschäfte mit mir zu machen, mich zu benutzen oder ihre Töchter auf mich zu hetzen. Also, warum bist du hier?“
„Ich bin… zum Spaß hier“, gab ich zu, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
„Wie praktisch“, sagte er, die Augen funkelnd. „Ich glaube, ich habe da schon eine Idee.“
Er hielt nur lange genug inne, damit ich einen Schritt zurücktreten konnte. Ich tat es nicht. Dann schloss er die letzten Zentimeter zwischen uns und legte seine Lippen auf meine.
Ich verschränkte die Hände in seinem dunklen Nacken. Sein Mund öffnete sich leicht, fordernd, und unsere Körper pressten sich aneinander. Ein Schauer lief mir über den Rücken, als sein Knie leicht gegen meines stieß und Wärme zwischen uns aufloderte.
„Ich dachte, dich interessiert das nicht“, murmelte er.
„Tut es nicht“, brachte ich hervor, obwohl mein Puls anderes verriet. „Aber das…“
Das hier war leichtsinnig.
„Du bringst mich auf Touren, Prinzessin.“ Seine Hände glitten zu meinen Hüften, hielten mich fest. „Was genau ist das…?“
Er nannte mich „Prinzessin“, aber ich war nicht dieses Mädchen – das Mädchen mit dem perfekten Leben und dem Märchenende.
Und doch, hier, an ihn gepresst, spürte ich die Anziehung von etwas Verbotenem, etwas, das nur mir gehörte.
„Es ist eine Fantasie“, flüsterte ich.
Er lächelte, langsam und wissend, und zog mich rückwärts, bis mein Rücken gegen die Wand prallte. Seine Hände glitten über den Stoff meines Kleides, neckten, prüften, entfachten das Feuer zwischen uns.
„Zum Glück sind Fantasien meine Spezialität“, murmelte er und beugte sich so nah zu mir, dass ich seine Wärme spüren konnte.
Er zog einen Finger an meinem inneren Oberschenkel hoch, folgte der Feuchtigkeit dort. Als ich instinktiv die Beine für ihn leicht öffnete, schob er den Finger behutsam, nur ein kleines Stückchen, hinein.
Ich biss die Unterlippe zwischen die Zähne, versuchte, den aufsteigenden Schmerz in mir zu bändigen, der sich in Wellen durch meinen Körper zog.
Seine Lippen fanden die empfindliche Haut unter meinem Ohrläppchen, heiß und fordernd. Mit der anderen Hand reizte er meine Brustwarze zu einem schmerzhaften Höhepunkt, dann griff er meine Hüfte und ermutigte mich, seine Handfläche zu reiten, während das Verlangen in mir immer intensiver wurde.
Mein Atem stockte, mein ganzer Körper war von Kopf bis Fuß angespannt, als er zwischen uns griff und sich aus der Hose befreite. Ich musste einen Aufschrei unterdrücken, als er in meiner Hand hart wurde, so groß, dass ein Funken Angst sich in meinem Magen drehte.
Adrenalin jagte durch meinen Körper, meine Sicht verschwamm am Rand, als er sich noch näher an mich presste. Ich schlang die Hand um ihn, und als er mein Inneres neckte, konnte ich nicht anders, als mich gegen ihn zu wölben. Er glitt einen Zentimeter hinein und zog sich dann wieder zurück.
Sollte ich das wirklich tun?
Valentin Heidenreich war gefährlich, oder so hieß es; nichts an diesem Moment war klug.
Jede Warnung in meinem Kopf schrie, aufzuhören – und doch brannte jeder Nerv in meinem Körper nach ihm. Ich wählte dies, auch wenn es leichtsinnig war.
Ich biss seinen Hals und zog ihn ganz zu mir. Valentin stieß in mich hinein, während ich die Beine um seine Hüfte schlang, und wir vereinten uns in einem flüssigen Stoß. Ich wölbte meinen Rücken, ein keuchendes Geräusch entrang sich meiner Kehle.
„Oh, Gott“, flüsterte ich, und mit jedem Stoß wuchs der Druck in mir, verschob sich, als würde man mich an den Nähten auseinanderreißen, über das hinaus, was ein Mensch ertragen sollte – und mein Gott, es fühlte sich so unglaublich gut an.
„Was ist das?“ flüsterte ich. „Warum… warum fühlt sich das so gut an?“
Valentin schob meine Hüften, lehnte mich zurück, um mich aus einem neuen Winkel zu nehmen. Er traf etwas Tiefes in mir, und ich stieß einen Schrei aus.
„Da ist es“, knurrte er und presste mich gegen die Wand, legte die flache Hand über meinen Mund.
„Schrei für mich, schrei für mich, Baby, und lass mich jedes Stück davon verschlingen.“
Er stieß immer wieder in mich hinein, und ich biss mir auf die Lippe, um nicht aufzuschreien. Die Musik von der Party drang gedämpft durch die Wände, fern, aber sie erinnerte mich daran, wo ich nicht sein sollte.
Dann beugte er sich vor und zog meine Brust in seinen sündigen Mund. Seine Zunge strich über meine Brustwarze, bis ich mich vor Lust nach hinten wölbte.
„Komm für mich“, befahl er. „Lass los.“
Es reichte, und ein weiterer Orgasmus riss durch mich hindurch.
Valentins Hand lag noch immer über meinem Mund, und ich biss auf seine Haut, um keinen Laut von mir zu geben.
„Fuck!“ spie er, doch er zog sich nicht zurück; er stieß härter, bestrafte mich mit immer mehr von sich, bis ich ihn umschloss, Wellen von Lust durch jede Faser meines Körpers rollten und mich zitternd und atemlos zurückließen.
„Du bist so verdammt eng“, knirschte er, und dann kam auch er, pulsierend in mir, bis wir beide keuchend und erschöpft an der Seite seines Hauses lagen.
Ich wollte jeden Moment dieser Fantasie aufsaugen, keinen Augenblick davon entgleiten lassen – doch sein Telefon klingelte.
„Unglaublich“, murmelte Valentin an meiner Schulter, drückte einen Kuss auf die nackte Haut. „Verdammt unglaublich.“
Ein zittriges Lachen entkam mir. „Du hast einen Anruf.“
„Kann warten. Ich interessiere mich gerade mehr für dich.“ Seine Lippen glitten langsam und bewusst meinen Hals hinauf, jagten einen Schauer über meinen Rücken.
Das Telefon klingelte erneut, diesmal dringlicher. Er stöhnte und zog sich schließlich zurück, riss das Telefon aus seiner Jacke und fuhr sich durch die Haare.
„Es muss besser wichtig sein“, murmelte er und warf einen Blick auf das Display.
Er nahm ab. Die Stimme am anderen Ende war zu leise, um Worte zu erkennen, nur ein angespannter Murmeln – doch ich sah, wie sich sein Ausdruck wie ein Schalter änderte.
Sein Kiefer spannte sich. Die Wärme in seinen Augen gefror.
„Ich habe dir gesagt, du sollst es ruhig regeln“, sagte er. „Ich bin gleich da.“
Er beendete das Gespräch und wandte sich mir wieder zu, ergriff mein Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger, hob mein Gesicht zu seinem.
„Wage ja nicht, vor mir davonzulaufen“, sagte er leise.
Die Worte klangen fast verspielt. Der Blick in seinen Augen nicht.
„Ich werde nicht“, flüsterte ich.
„Ich bin gleich zurück.“ Er gab mir einen leichten Kuss auf die Wange – sanft, fast beiläufig – und dann war er weg, verschwand durch die Tür.
In dem Moment, als die Tür hinter ihm zufiel, zerbrach der Zauber.
Die Musik von der Party brach wieder herein, zu laut. Meine Haut prickelte vom Nachklang seiner Berührung und seiner Stimme bei diesem Anruf.
Geld. Macht. Probleme, „ruhig“ gelöst.
Ich gehörte nicht dazu.
Sobald er weg war, machte ich mich auf den Weg.
Lieselotte war die erste, die ich sah, lässig gegen eine Säule gelehnt, ein Drink in der Hand, die Augen auf einen gutaussehenden jungen Mann am Tisch gerichtet. Als ich vorbeiging, packte ich ihr Handgelenk und zog.
„Hey!“ kreischte sie, fast verschüttete sie ihr Getränk. „Was tust du? Wohin gehen wir?“
Ich zog sie durch ein Seitentor auf die leere Auffahrt.
„Zurück in die Realität“, sagte ich und drückte ihre Hand.
Ich wusste, dass das Brechen meines Versprechens an Valentin Heidenreich der eine Fehler war, den er nie verzieh.
Aber es war in Ordnung.
Er würde mich nie wiedersehen.