Kapitel 30 – Die Stimmen unter der Rinde

1058 Words

Die Nacht senkte sich über den Schattenwald, doch an der Schwelle blieb es hell. Nicht wie Tageslicht. Eher wie ein inneres Glühen. Liora saß zwischen den verschlungenen Wurzeln, die Hände locker auf den Knien. Mira ruhte ein paar Schritte entfernt, erschöpft, aber wach. Kael stand am Rand der Lichtung und hielt Wache, sein Blick wachsam, seine Haltung angespannt. Niemand sprach. Doch es war nicht still. Unter der Erde pulsierte etwas – nicht nur ein Herzschlag. Mehrere. Unregelmäßig. Suchend. Liora schloss die Augen. Seit der Konfrontation mit dem Anführer des Zirkels hatte sich etwas verändert. Das silberne Fragment in ihr war nicht länger nur warm – es war aufmerksam. Als würde es lauschen. Und dann hörte sie es. Nicht ein Flüstern. Viele. Unterschiedliche Töne. Unterschie

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