Avas Sicht Das Anwesen Moretti wirkte nachts anders. Ich hatte es schon einmal kurz gesehen, als sie mich Dylan vorstellten. Aber das war tagsüber gewesen, und ich war zu wütend gewesen, um richtig hinzusehen. Jetzt, als der Wagen durch das eiserne Tor rollte, konnte ich den Blick nicht abwenden. Die Auffahrt schlängelte sich durch Bäume, älter als meine Großmutter. Sanftes, goldenes Licht säumte den Weg und wies uns zu einem Haus, das weniger ein Haus als vielmehr ein Denkmal war. Kalkstein. Säulen. Fenster, die im kalten Dunkel warm leuchteten. Es wirkte wie aus einem Film – aus so einem, wo Reiche Champagner schlürfen und schreckliche Geheimnisse hüten. Hier gab es keine Champagnergläser. Nur Wachen. Zwei am Tor. Ein weiterer an der Eingangstür. Sie lächelten nicht. Sie sprachen nic

